Zivilstandsämter in der Region sind geöffnet – mit Einschränkungen

Hochzeiten sowie Geburts- und Todesanzeigen sind trotz der Pandemie auf den Zivilstandsämtern weiterhin möglich. Für Trauungen gelten spezielle Regeln.

Sandro Büchler
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Im ersten Stock des St.Galler Rathauses ist das Zivilstandsamt.

Im ersten Stock des St.Galler Rathauses ist das Zivilstandsamt. 

Bild: Lisa Jenny (3. Oktober 2019)

«Zivile Trauungen werden weiterhin durchgeführt, sofern diese nicht von den Brautleuten abgesagt oder verschoben werden», sagt Bettina Federle, Leiterin regionales Zivilstandsamt Gossau. Um den verlangten Abstand zwischen Personen einhalten zu können, finden die Trauungen jedoch in einem grossen Raum statt.

«Dabei dürfen einzig die beiden Brautleute, die zwei Trauzeugen und die Zivilstandsbeamtin anwesend sein.»

Das Zivilstandsamt müsse auch in Zeiten von Corona offen bleiben, sagt Federle. «Solange nicht von übergeordneter Stelle andere Anweisungen vorliegen, müssen die zivilstandsamtlichen Dienstleistungen im Zusammenhang mit Geburten, Hochzeiten und Todesfällen erbracht werden.» Aber man versuche, wo immer möglich die Dienstleistung auf Distanz zu erbringen, also per Onlinedienste, Telefon, E-Mail- oder Briefverkehr. Um so die Zahl der direkten Kontakte zu minimieren.

Auch in St.Gallen finden Trauungen weiter statt, ebenfalls mit Einschränkungen, wie Stephanie Hutter, Leiterin des Zivilstandsamts, sagt. Wie in Gossau sind nur das Brautpaar, Trauzeugen und die Mitarbeiterin des Zivilstandsamts für die Trauung zugelassen – sowie allenfalls eine Übersetzerin. «Aber sonst keine Gäste», sagt Hutter. Trotzdem versuche sie mit ihrem Team, die Wünsche der Trauungswilligen bestmöglich zu erfüllen.

Durchführen oder verschieben: Viele Paare entscheiden noch

Bis jetzt habe sie noch nicht allzu viele Absagen bekommen. «Die Brautpaare haben Fragen, wollen wissen, welche Möglichkeiten es gibt.» Letztlich sei es der Entscheid des Paares, ob es die Trauung durchführen oder verschieben wolle. Viele seien von der neuen Situation überrumpelt worden. «Sie besprechen sich nun mit Eltern, wie sie weiter vorgehen wollen.» Hutter rechnet deshalb damit, dass einige Trauungen noch abgesagt werden.

«Nur wer wirklich ein Anliegen hat, bei dem die Präsenz nötig ist – etwa für eine Unterschrift –, soll noch ins St.Galler Rathaus kommen. Am besten mit einer vorgängigen Terminvereinbarung», sagt Hutter. Generell empfiehlt die Stadtverwaltung, Fragen und Anliegen online zu erledigen oder am Telefon zu besprechen. Unter www.stadtsg.ch/betrieb finden sich jederzeit aktuelle Informationen zu den Öffnungs- und Betriebszeiten der Stadtverwaltung.

Eine Schranke versperrt den Weg zum Amt

Marcel Aeple, Stadtschreiber Rorschach

Marcel Aeple, Stadtschreiber Rorschach

Bild: PD

Auch die Stadtverwaltung Rorschach setzt auf telefonische oder digitale Auskünfte. «Aber Trauungen können wir nicht digital durchführen», sagt Stadtschreiber Marcel Aeple. Zwar hat auch das Rorschacher Zivilstandsamt weiter geöffnet. Der Besuch im Rathaus ist aber mit Auflagen verbunden: Eine Schranke versperrt den Weg in den ersten Stock. Nur wer einen Termin hat, darf passieren. Wer eine Trauung durchführen wolle, muss auch in Rorschach die Gästezahl auf ein Minimum beschränken. «Unter Wahrung eines Abstands. Das ist nicht ganz einfach», sagt Aeple.

«Zahlreiche Brautpaare haben ihre Hochzeit deshalb abgesagt oder verschoben.»

Natürlich sei man zudem vor krankheitsbedingten Ausfällen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht gefeit, sagt Aeple. In jedem Fall versuche man aber, den Verwaltungsbetrieb aufrechtzuerhalten so lange es geht, insbesondere jenen des Zivilstandsamts. Selbst wenn andere Teilbereiche der Stadtverwaltung ihren Betrieb einstellen müssten. Aeple will bis zuletzt bleiben.

«Man kommt sich manchmal vor wie der Kapitän auf der ‹Titanic›.»

Doch er glaube nicht, dass es so weit kommt.