Wie verbrachte die Region Rorschach früher ihre Freizeit? Das fünfte «Heft» geht dieser Frage auf die Spur

Das fünfte Jahresheft des kulturhistorischen Vereins beschäftigt sich mit den Freizeitaktivitäten in der Region Rorschach. Am Freitag ist Vernissage.

Jolanda Riedener
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Ein Heft mit Bildern und Geschichten aus der Freizeit.

Ein Heft mit Bildern und Geschichten aus der Freizeit.

Bild: PD

Wie war das früher mit der Freizeit – hier, in der Region Rorschach? Das fünfte Heft des Kulturhistorischen Verein Region Rorschach geht dieser Frage nach und schlägt dabei auch den Bogen zur Gegenwart. Nach dem im vergangenen Jahr publizierten Heft 4 zur Mobilität, haben 13 Autorinnen und Autoren die aktuelle Ausgabe der Freizeit gewidmet.

Insbesondere der See prägte die Freizeitgestaltung in und um Rorschach. Mehrere Geschichten im Heft 5 handeln von Aktivitäten auf, im und ums Wasser. Zwischen 1850 bis 1930 entstanden die ersten Seebadeanstalten am Schweizer Bodenseeufer, die Rorschacher Badhütte ist noch heute ein Publikumsmagnet. Erst in den 1970er-Jahren erfolgte dort die Aufhebung der Geschlechtertrennung.

Während in den Sommermonaten Hobbyfischer geduldig mit ihren Angelruten am Rorschacher Hafen verweilen, war Fischen früher nicht nur ein Freizeitvergnügen: In Kriegs- und Krisenjahren besserten Arbeiterkinder mit ihren Fängen die Menus auf, die zu Hause auf den Tisch kamen. Nicht nur für Fischer ist der Rorschacher Hafen Treffpunkt, auch heute prallen dort verschiedene Gruppen aufeinander – vom Hafen als Freilufttheater handelt ein weiteres Stück im neuesten Heft.

Viele Freizeiterinnerungen aus der Kindheit

Nicht nur zum Wasser, auch in Richtung Himmel richteten sich die Freizeitaktivitäten der Menschen aus der Region Rorschach. Im Sommer dieses Jahres feierte das Flieger- und Fahrzeugmuseum in Altenrhein mit 10000 Besuchern Neueröffnung. Dabei fehlte es auch nicht an einer Flugshow. Etwas weniger Gäste waren es im Jahr 1996 bei der Show anlässlich des Flugplatzfestes – gegen 3000 Frauen, Männer und Kinder blickten damals in den Himmel.

Auch Kindheitserinnerungen sind mit Freizeit verbunden: Eine Autorin beschreibt ihre Erlebnisse im Club junger Mütter der 70er-Jahre, eine Organisation, die aus der Frauen- und Müttergemeinschaft der katholischen Kirche Rorschach entstanden ist. Für einen anderen Autor stellte die Löwenstrasse den Mittelpunkt seiner Aktivitäten als Kind dar: Federball, Versteckis oder Fussball spielten die Kinder von damals.

Am kommenden Freitag, 6. Dezember, lesen Autorinnen und Autoren um 18.30 Uhr auf dem Rorschacher Lindenplatz Geschichten aus dem neuen Heft vor. Anschliessend wird um 19 Uhr die Vernissage der fünften Ausgabe des Jahreshefts bei der Zwissler Schmiede gefeiert.

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Jolanda Riedener