St.Galler Tätowierer zügelt sein Studio

Nach dem Umzug in sein neues Studio lädt Tattoo-Künstler Ralf Hungerbühler zum Tag der offenen Tür ein. Er möchte seine Leidenschaft für traditionelle Tattoos teilen.

Aliena Trefny
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Ralf Hungerbühler, umgeben von Designs. (Bild: Aliena Trefny)

Ralf Hungerbühler, umgeben von Designs. (Bild: Aliena Trefny)

Stolz präsentiert Ralf Hungerbühler sein neues Reich, das er in den letzten Monaten eingerichtet und gestaltet hat. Der helle Raum mit den gerahmten Bildern an den Wänden vermittelt auf den ersten Blick den Eindruck von einer Kunstausstellung, wären da nicht die Liege und das Surren einer Tätowiernadel. Verglichen mit dem Studio im Linsebühl, das der 42-Jährige in den vergangenen sechs Jahren mit zwei Kollegen geführt hat, ist das neue zwar kleiner, doch er ist glücklich damit; jetzt ist er seinen beiden Söhnen näher, die im Quartier den Kindergarten und die Schule besuchen.

Der Jazz der westlichen Tätowierszene

Das neue Spider Fever Tattoo Studio befindet sich in einem Gebäude aus den 1950er-Jahren. Dessen Charme habe der Tätowierer in sein Studio übernehmen wollen – und er ist sehr zufrieden mit dem Resultat. Es passt zu seinem traditionellen Tattoo-Stil, dessen Zeitlosigkeit er so schätzt. «Tattoos sind zu einem Massenprodukt geworden, von dem ich wegkommen will. Deshalb gefällt mir der traditionelle Stil gut. Er ist der Jazz der westlichen Tätowierszene, der Ursprung», sagt der Tattoo-Künstler. Um zu seinen Designs zu gelangen, wählt er sehr alte Motive aus und ändert sie ab. Das bedeute keinesfalls, dass er sich auf einen einzigen Stil festlegen wolle, obwohl er einen Panther oder eine Rose dem Wasserfarben-Tattoo vorziehe.

Gast-Tätowierer bringen mehr Vielfalt ins Studio

In Zukunft möchte Hungerbühler Gast-Künstler aus aller Welt zu sich einladen, um noch mehr Vielfalt in sein Studio zu bringen. Dazu dient unter anderem die Eröffnungsfeier, die heute Samstag, 13 Uhr, stattfindet. Er möchte auf sich und die bereits existierende Tattoo-Kultur in St. Gallen aufmerksam machen, schliesslich tätowiert er seit 15 Jahren professionell. «Es geht ums Zusammenkommen von Leuten, die mit dem gleichen Herzblut die Tätowierszene zelebrieren wie ich.»