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St.Galler Fanmagazin: Zehn würzige Portionen «Senf»

Das St.Galler Magazin «Senf» erzählt seit fünf Jahren Geschichten rund um den FC St.Gallen und den Fussball im Allgemeinen – vor allem solche, die man anderswo nicht liest. Heute erscheint die zehnte Ausgabe.
David Gadze
Fabian Rietmann (links) und Ruben Schönenberger blicken auf neun «Senf»-Ausgaben zurück. Heute folgt die zehnte. (Bild: Hanspeter Schiess)

Fabian Rietmann (links) und Ruben Schönenberger blicken auf neun «Senf»-Ausgaben zurück. Heute folgt die zehnte. (Bild: Hanspeter Schiess)

Heute vor fünf Jahren hat der FC St.Gallen seiner bald 140 jährigen Geschichte ein wichtiges Kapitel hinzugefügt: Nach einem fulminanten 4:2-Auswärtssieg gegen Spartak Moskau qualifiziert er sich für die Gruppenphase der Europa League. Die Spiele gegen Valencia, Swansea und Krasnodar sind für viele Fans immer noch unvergessen. Kaum ist dieser goldene Herbst zu Ende, erscheint Ende Januar 2014 die erste Ausgabe des Fussballmagazins «Senf», die just dem europäischen Abenteuer des FCSG gewidmet ist. Und während die Anhänger seither vergebens auf solche Höhenflüge warten, erscheint heute, exakt fünf Jahre nach dem Spiel in Moskau, das zehnte Heft.

Geschichten, die sonst niemand erzählt

Angefangen hat alles vor rund fünf Jahren, als eine Gruppe junger Männer und Frauen aus der Fanszene des FC St.Gallen, zu der auch Fabian Rietmann und Ruben Schönenberger gehören, beschliesst, das Heft ins Leben zu rufen – und damit eine Lücke zu schliessen, wie es im Vorwort der ersten Ausgabe heisst. «Es gibt zu viele gute Geschichten, die sonst niemand erzählt. Wir wollten eine Plattform dafür – also haben wir sie selber erschaffen», sagt Schönenberger. Diese Plattform sollte ausserdem nicht nur digital verfügbar sein, sondern auf Papier erscheinen. «Wir wollten etwas Haptisches, Dauerhaftes erschaffen.»

In jedem Heft, das dem Ablauf eines Spiels folgen soll, greift das «Senf»-Kollektiv ein bestimmtes Thema auf. Die Geschichten sind lesenswert, weil oft überraschend. Die Herausforderung sei, sie aufzuspüren, sagt Rietmann: «Was am Ende eine Geschichte ist und was nicht, beschliessen wir im Kollektiv.» Denn trotz der Nähe zur aktiven Fanszene sei «Senf» nicht ihr Sprachrohr, betont Schönenberger: «Wir entscheiden nach eigenen Kriterien, worüber wir schreiben.» Und mit der Zeit ist «Senf» über das Format des Magazins hinausgewachsen. Inzwischen schreibt das Kollektiv Beiträge für «Saiten» und tickert bei Spielen des FCSG auf der Homepage des Kulturmagazins.

«Wir wollen unabhängig sein»

Den Do-it-yourself-Charakter hat sich das Magazin bewahrt. «Bei uns soll man Dinge ausprobieren können», sagt Schönenberger. Die Mitglieder arbeiten alle ehrenamtlich. Allein Rietmann und Schönenberger, bei denen die Fäden zusammenlaufen, investieren je rund 140 Stunden in jedes Heft.

Nach sechs Ausgaben nahmen die Macher eine erste Korrektur vor. Sie halbierten die Auflage von 2000 auf 1000 Exemplare. «Diese Menge können wir realistischerweise absetzen», sagt Rietmann. Das Darlehen, das ihnen der Dachverband 1879 – die Vereinigung der Fans des FC St.Gallen – als Anschubfinanzierung gewährt hatte, ist inzwischen getilgt. Das Magazin, das 10 Franken pro Ausgabe kostet, finanziert sich heute selbst. Bezahlte Inserate gibt es nicht, auch nicht vom FC St.Gallen. «Wir wollen unabhängig sein», sagt Schönenberger. Und die Lust, weitere Geschichten auszugraben, sei ihnen noch lange nicht vergangen.

Wie Fussball tönt

Am Mittwochabend um 20 Uhr stellt das «Senf»-Kollektiv im «Bierhof», dem Fanlokal des FC St.Gallen, die zehnte Ausgabe des Magazins vor. Diese trägt den Titel «Da isch Musig» und handelt davon, wie Fussball tönt. Ein kollektives Seufzen nach einer vergebenen Torchance, ein ohrenbetäubender Jubel nach einem Treffer oder die Entstehung von Stadionhymnen – all das kommt darin vor. Für die Jubiläumsausgabe haben die Macher dem Heft eine CD mit einem Hörspiel beigelegt, das durch musikalische Beiträge von Panda Lux oder Dachs ergänzt wird. Letztere geben heute Abend im «Bierhof» ein Konzert.

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