Wer als Wirt in der Gossauer Stadt-App prominent erscheinen will, muss zahlen

Gossauer Restaurants und Hotels, die Mitglied bei Gastro-Tipp sind, erhalten auch in der App der Stadt einen prominenteren Onlineauftritt. Nichtmitglieder haben diese Möglichkeit lediglich auf der Webseite.

Perrine Woodtli
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Zusatzinformationen gibt es in der Gossauer App nur, wenn das Restaurant Kunde bei Gastrotipp ist. (Bild: Urs Bucher)

Zusatzinformationen gibt es in der Gossauer App nur, wenn das Restaurant Kunde bei Gastrotipp ist. (Bild: Urs Bucher)

Der Schweizer Gastronomie- und Hotelführer hilft mit seiner Onlineplattform gastro-tipp.ch und hotel-tipp.ch schweizweit bei der Suche nach einem Restaurant oder Hotel. Wer zahlendes Mitglied beim Restaurant- und Hotelführer ist, erhält unter anderem ein Unternehmensporträt auf der Webseite. Der Online-Führer ist ein Produkt von Ka Boom Media, einem Bereich der Gossauer Kommunikationsagentur Ka Boom.

Nun hat das Unternehmen ein neues Gastro- und Hotel-Label lanciert. Ziel dieses Labels ist es gemäss Ka Boom Media, dass die Mitglieder des Schweizer Gastronomie- und Hotelführers noch mehr auffallen. «Mit dem Label zeigen die Betriebe offline und online, dass sie Teil des Restaurants- und Hotelführers sind», sagt Eva Achatz, Leiterin von Ka Boom Media.

Jedes Unternehmen, das Mitglied beim Gastronomieführer ist, erhält das Label als Aufklebeetikett für den Eingangsbereich. Das Restaurant Toggenburg in Gossau etwa hat das Label bereits angebracht. Weiter kann das Label auf der eigenen Website eingebettet werden. Über den Button gerät man via Direktlink auf das Porträt bei Gastro- oder Hotel-Tipp.

Verlinkung zwischen App und Gastro-Tipp

In Gossau bietet die Mitgliedschaft einen weiteren Vorteil. Jene Gossauer Betriebe werden auf der App der Stadt ausführlich präsentiert – unter anderem mit Bildern, Text, Adresse, Kontaktangaben und Rubrikeinträgen. «In der App ist derselbe Eintrag zu sehen wie bei Gastro- oder Hotel-Tipp», sagt Achatz. «Die Kunden entscheiden jeweils selber, was in ihrem Porträt steht und wie sie sich nach aussen präsentieren wollen.»

Nichtmitglieder dagegen sind in der App wie auch auf der Webseite von Gastro- und Hotel-Tipp nur mit der Adresse im Verzeichnis registriert. Grund dafür ist die Zusammenarbeit zwischen Ka Boom und der Winterthurer Anthrazit AG, welche die Gemeinde-App vieler Schweizer Gemeinden erstellt. «Für jene Apps liefern wir als Datenbankbetreiber von Gastro- und Hotel-Tipp die Inhalte für die Rubrik Restaurants und Hotels», sagt Achatz.

Damit die restlichen Gossauer Betriebe ebenfalls ein ausführliches Porträt auf der App erhalten, müssten sie also Mitglied beim Gastronomie- und Hotelführer werden. Ein Jahr Mitgliedschaft kostet aber 490 Franken. Für die Stadt Gossau sei dies legitim, wie der Kommunikationsbeauftragte Urs Salzmann sagt. «Es ist wie bei vielen Webprodukten. Es gibt einen Unterschied zwischen einer Lightversion und einer Bezahlversion», sagt Salzmann. «Wer einen umfangreichen Onlineauftritt will, kann auch dafür bezahlen.»

Die Gemeinde-App gehe zurück auf eine Initiative der Regio AR-St. Gallen-Bodensee von 2012 mit dem Ziel, regional interessante Informationen sowohl kommunal wie regional auf einer App verfügbar zu machen. «Gossau hat sich damals mit anderen Gemeinden an der Umsetzung der Strategie beteiligt», sagt Salzmann. Dienstleister für die Regio-App und die damit verbundenen Gemeinde-Apps ist die bereits genannte Anthrazit AG.

Diese arbeitet für verschiedene verwaltungsfremde Themen wie etwa Tourismus oder Gastronomie mit externen Datenbank-Betreibern zusammen. «Damals wurde mit Gastro-Tipp vereinbart, mit welchen Minimalangaben alle Gastrobetriebe präsentiert werden», sagt Salzmann. Zu den Minimalangaben gehören nebst Name, Adresse, Öffnungszeiten und Bildern auch Bezahlmöglichkeiten, Angebote sowie Kontaktdaten des Betriebs. «Unser Webdienstleister ist dafür besorgt, dass diese Vereinbarung auch von Ka Boom erfüllt wird.»

Nicht jeder hat Interesse an Onlineauftritt

Im Gegensatz zur App ist die Stadt Gossau bei der klassischen Webseite der Stadt Eigentümerin der Gastronomiedatenbank. «Jeder Wirt hat die gleichen Möglichkeiten für einen kostenlosen Eintrag», sagt Salzmann. Auf der Website hat also jedes Gossauer Restaurant oder Hotel die gleiche Chance auf einen umfangreichen Auftritt. «Das Interesse an einem Onlineauftritt ist aber sehr unterschiedlich gross, wenn man verschiedene Einträge miteinander vergleicht», betont Salzmann. Die Webseite sei ein Angebot, dass Wirte nutzen können oder eben auch nicht. Der Stadt spiele das aber auch keine grosse Rolle, sagt Salzmann. «Es gehört nicht zu den öffentlichen Aufgaben, die lokale Gastroszene vollständig abzubilden.»

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