Wohnen und Arbeiten in der einstigen Stickereifabrik: Demnächst startet das Mitwirkungsverfahren fürs Rorschacher Feldmühle-Areal

Der Rorschacher Stadtrat und die Bauherrin Steiner AG informieren online über den Stand der Feldmühle-Überbauung. Der geplante Stadtapéro fällt Corona zum Opfer.

Jolanda Riedener
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Auf dem Industrieareal der einstigen Stickereifabrik entsteht eine Wohn- und Gewerbeüberbauung.

Auf dem Industrieareal der einstigen Stickereifabrik entsteht eine Wohn- und Gewerbeüberbauung.

Bild: Ralph Ribi (16.Januar 2020)

Die geschichtsträchtigen Fabrikhallen der einstigen Stickerei Feldmühle sollen einem lebendigen Wohn- und Gewerbekomplex weichen. So die Pläne von Stadt und Eigentümerin. Mehrere unterschiedliche Haustypen beherbergen zu jeweils 40 Prozent Miet- und Eigentumswohnungen. Aus den übrigen 20 Prozent entstehen Gewerbeflächen. Der neue Rorschacher Stadtteil soll Arbeiten und Wohnen vereinen.

Es sind unterschiedliche Gebäudetypen geplant. Die Fabrikhallen bleiben teilweise erhalten und werden zu modernen Wohnungen umgebaut.

Es sind unterschiedliche Gebäudetypen geplant. Die Fabrikhallen bleiben teilweise erhalten und werden zu modernen Wohnungen umgebaut.

Visualisierung: PD

Die Eigentümerin, die Steiner Investment Foundation, präsentierte das Bauprojekt zusammen mit der Immobilienentwicklerin, der Steiner AG, und der Stadt Rorschach erstmals im Februar 2019 der Bevölkerung. Nun war eine zweite Informationsveranstaltung auf den 21.Oktober angesagt – infolge der steigenden Corona-Infektionszahlen musste der Stadtapéro allerdings abgesagt werden.

Marcel Aeple, Stadtschreiber von Rorschach.

Marcel Aeple, Stadtschreiber von Rorschach.

Bild: PD

«Wir hätten die Veranstaltung gerne durchgeführt, die aktuellen Entwicklungen lassen dies aber leider nicht zu», sagt Stadtschreiber Marcel Aeple. Stattdessen wollen Vertreter der Stadt und der Steiner AG nun online über die geplanten Veränderungen auf dem Areal informieren. Die Informationsveranstaltung findet folglich ohne Publikum statt und wird auf Video aufgezeichnet. Ab Donnerstag soll die Aufzeichnung auf der Website der Stadt Rorschach angeschaut werden können.

Meinungen der Bürger vor der Auflage berücksichtigen

Der geplante Nutzungsmix erfordert eine Umzonung von der bisherigen Gewerbe- und Industriezone hin zur Schwerpunktzone, wie sie bei einer Neuüberbauung und Umstrukturierung vorgesehen ist. Dazu hat die Firma zusammen mit der Stadt Rorschach einen Teilzonen- und Gestaltungsplan erarbeitet.

Gemäss kantonalem Planungs- und Baugesetz ist die Bevölkerung dabei in geeignetem Masse einzubeziehen. Die Steiner AG schreibt in einer Mitteilung:

«Mit dem anstehenden Mitwirkungsverfahren sollen zu den Inhalten der Planung Rückmeldungen aus der Bevölkerung abgeholt werden.»

Den Auftakt zur öffentlichen Mitwirkung bildet der virtuelle Stadtapéro, wo die Ergebnisse der bisherigen Planung präsentiert werden.

Rorschacherinnen und Rorschacher können im Anschluss, vom 23.Oktober bis am 19.November, Rückmeldungen zum Projekt an die Stadt richten. Die entsprechenden Dokumente sind beim Amt für Bau und Stadtentwicklung oder demnächst auf der Website der Stadt einsehbar.

Im Anschluss werde der Stadtrat über die eingegangenen Stellungnahmen und Anträge beraten. Und diese wo nötig berücksichtigen, bevor dann der Teilzonen- und Gestaltungsplan samt Drittprojekten Anfang 2021 öffentlich aufgelegt wird.

Derzeit prüft der Kanton die Feldmühle-Pläne

Im Dezember hat die Steiner AG die für den Sondernutzungsplan notwendigen Unterlagen zur Vorprüfung an den Kanton St.Gallen gereicht. Die Fertigstellung der Überbauung ist frühestens 2025 vorgesehen.

Das Industrieareal steht seit 2015 leer. Zuletzt war die Firma Scapa dort untergebracht. Im Jahr 2017 kaufte die Steiner Investment Foundation das 27500 Quadratmeter grosse Areal. Derzeit nutzen Kulturschaffende die Fabrikhallen bereits das zweite Jahr in Folge. In der «Kleberei» finden Kleinkunst, Theateraufführungen, Konzerte und andere Veranstaltungen statt.

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