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Trotz Hektik am Abstimmungssonntag sagt ein Gossauer Stimmenzähler: «Das Risiko, falsch zu zählen, ist quasi gleich null»

Bevor am Sonntag die Resultate feststehen, müssen die Gossauer Stimmenzähler einen grossen Effort leisten. Das Zählen der Stimmen ist eine Aufgabe, die viel Verantwortung mit sich bringt.
Yann Lengacher
Gestern prüften die Stimmenzähler die Gültigkeit der brieflich abgegebenen Stimmen, zählen dürfen sie erst morgen. (Bild: Michel Canonica)

Gestern prüften die Stimmenzähler die Gültigkeit der brieflich abgegebenen Stimmen, zählen dürfen sie erst morgen. (Bild: Michel Canonica)

Morgen ist Abstimmungssonntag. Das verursacht viel Arbeit in der Stadtverwaltung und erfordert den Einsatz vieler Stimmenzähler. Patrik Strässle, Leiter der Gossauer Stadtkanzlei und Sekretär des Stimmbüros, kann auf deren 39 zurückgreifen. Wer sind die Leute, die ihre Sonntage freiwillig in Stimmlokalen verbringen? Einer von ihnen ist Ewald Bosshart. Der 61-Jährige ist schon seit über acht Jahren Stimmenzähler. In Gossau wählt der Stadtrat die Stimmenzähler, die meistens von den Parteien gestellt werden. Bossart wurde von der CVP gestellt, doch an Abstimmungstagen zähle die Partei für ihn nicht:

«Am Abstimmungssonntag sind wir absolut neutral.»

Beim Überprüfen der Stimmausweise und Zählen der Stimmen sind Genauigkeit und Konzentration gefordert. Die Stimmenzähler kontrollieren als Erstes, ob der Stimmausweis unterschrieben ist und der Stimmzettel im dafür vorgesehenen Couvert liegt. Die Couverts haben Löcher, damit die Stimmenzähler überprüfen können, dass sie keinen Stimmzettel vergessen haben. Bei dieser Aufgabe sei es meistens ganz ruhig im Stimmbüro. Es gibt genaue gesetzliche Regelungen, die bestimmen, wann welche Aufgaben durchgeführt werden dürfen. Wenn beispielsweise ein Stimmausweis nicht unterschrieben wurde, dann müsse man das Stimmcouvert konsequent aussortieren.

Die Stimmenzähler überprüften gestern Nachmittag die Gültigkeit der brieflich abgegebenen Stimmen. Die Zählung der Stimmen darf aber erst morgen Vormittag beginnen. Dabei hilft eine Maschine. Nicht alle Stimmenzähler werden morgen aber tatsächlich zählen. Eine weitere Aufgabe der Stimmenzähler ist nämlich der Urnendienst im Rathaus oder im Kindergarten in Arnegg. Dieser umfasse das Einrichten des Wahllokals und die Überwachung der Abstimmung. So müsse sichergestellt sein, dass keine politischen Gruppen Wahlkampf im Wahllokal betreiben, denn dies sei verboten.

Nur noch zwei Prozent der Gossauer pilgern zur Urne

Wer an der Urne abstimmt, muss Stimmausweis und Couvert persönlich abgeben. Nicht viele Gossauer gehen an die Urne, doch der Bund schreibt vor, dass diese für die Stimmbürger zur Verfügung stehen müssen. Als vergangenen Herbst über die Hornkuh- und Selbstbestimmungsinitiative abgestimmt wurde, warfen gemäss Patrick Strässle lediglich zwei Prozent der Stimmberechtigten ihr Couvert in die Urne. «Irgendwie herrscht am Sonntag aber doch immer ein Geläuf im Rathaus», sagt Strässle. Ewald Bossart beobachte oft, wie Alt und Jung an die Urnen kämen:

«Ich sehe immer wieder Väter, die mit ihren Kindern an die Urne spazieren, wo die Kleinen dann stolz das Couvert einwerfen dürfen.»

Fehlerfreiheit muss gewährleistet sein

Egal wie die Gossauer abstimmen, ob brieflich oder an der Urne, die Vermeidung von Fehlern sei essenziell. Dies sei bei Wahlen schwieriger als bei Abstimmungen, weil es nicht nur «Ja» oder «Nein», sondern mehrere Namen auszuwerten gebe. «Das Risiko, falsch zu zählen, ist quasi gleich null», sagt Bossart trotzdem. Schliesslich arbeite man nach dem Vier-Augen-Prinzip und zähle im Zweifelsfall nach. Zuletzt sei dies bei der Wahl von Claudia Martin in den Stadtrat der Fall gewesen, als sie im ersten Wahlgang mit nur zwei Stimmen über dem absoluten Mehr lag. Nach dem Zählen, ob Abstimmung oder Wahl, kommt eine wichtige Eigenschaft der Stimmenzähler ins Spiel: die Verschwiegenheit. Vor der offiziellen Bekanntgabe des Resultats dürfen sie nichts sagen. Für morgen ist Strässle zuversichtlich, früh mit dem Zählen der beiden Sachabstimmungen fertig zu sein: «Wir haben viele alte Füchse im Team.»

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