Wittenbach
«Was wir machen, soll den Schülerinnen und Schülern zugutekommen»: So will die Primarschule Wittenbach die Elternmitwirkung stärken

Zu Beginn des Schuljahrs 2022/23 soll in Wittenbach die neue Elternmitwirkung starten. Am Donnerstag wurden interessierte Eltern darüber informiert. Nun muss noch das Reglement fertiggestellt und abgesegnet werden.

Michel Burtscher
Drucken
Teilen
Die Primarschule Wittenbach besteht aus drei Schulkreisen. Im Bild das Schulhaus Sonnenrain.

Die Primarschule Wittenbach besteht aus drei Schulkreisen. Im Bild das Schulhaus Sonnenrain.

Bild: Tobias Garcia (12. Oktober 2020)

Für die Frauen und Männer, die sich am Donnerstagabend im OZ Grünau in Wittenbach eingefunden haben, ist klar: Die Elternmitwirkung bietet mehr Chancen als Risiken. Die drei Schulkreise der Primarschule könnten enger zusammenrücken, findet jemand. Die Eltern würden andere Eltern und die Lehrer die Eltern besser kennen lernen, sagen andere. Ein Mann hofft, dass man «modernere Themen» einbringen könne in die Schule.

Die Primarschule Wittenbach will die Elternmitwirkung stärken und hatte Mütter und Väter zu einem Informationsanlass eingeladen, um ihnen das Konzept näherzubringen. Der Begriff Elternmitwirkung könne vieles bedeuten, sagt Rektor José Lorca, Konkretes fehle oft. Das soll sich nun ändern. Die externe Projektbegleiterin Maya Mulle hat für die Primarschule ein Reglement ausgearbeitet.

Mitarbeit, Mitsprache und Mitbestimmung

Die Idee der Elternmitwirkung in Wittenbach sei nicht neu, betont Lorca. Man habe das schon im Schuljahr 2019/20 angehen wollen, sei dann aber durch Corona ausgebremst worden. «Jetzt sind wir aber auf Kurs», sagt er. Es gehe dabei um eine «unterstützende Zusammenarbeit» zwischen Eltern und Schule. Die Mütter und Väter sollen einen Einblick erhalten in die Arbeit der Schule, zudem sollen Kontakte zwischen den Eltern gefördert werden. Zentral dabei sei:

«Was wir machen, soll den Schülerinnen und Schülern zugutekommen.»

Das betont auch Maya Mulle, die schon Hunderte Schulen beim Aufbau der Elternmitwirkung begleitet hat. Sie sagt: «Im Zentrum stehen die Kinder. Es geht darum, was sie brauchen, um sich gut entwickeln zu können.» Die Elternmitwirkung bestehe aus drei Teilen: der Elternmitarbeit, der Elternmitsprache und der Elternmitbestimmung.

Die Mitbestimmung ist begrenzt

Wobei Mulle beim letzten Punkt auch gleich anfügt: «Ich will Ihnen keine zu grossen Hoffnungen machen.» Die Mitbestimmung mache nur einen kleinen Teil aus – und sie habe Grenzen. Auch künftig werde es nicht möglich sein, dass Eltern beispielsweise Einfluss nehmen auf pädagogische Entscheidungen, Lernziele oder die Klassenzuteilung.

Maya Mulle während der Informationsveranstaltung in der Aula des OZ Grünau.

Maya Mulle während der Informationsveranstaltung in der Aula des OZ Grünau.

Bild: Michel Burtscher (26. August 2021)

Vielmehr gehe es bei der Elternmitwirkung darum, dass sich Eltern mit den Schulvertretern auf Augenhöhe austauschen könnten. Mütter und Väter sollen mitwirken bei Projekten, Aktionstagen, Veranstaltungen, der Pausenplatzgestaltung oder der Integration von fremdsprachigen Kindern und ihren Eltern. Das soll auch zu einer Entlastung der Lehrpersonen führen. «Das Ziel ist eine Erziehungs- und Bildungspartnerschaft.»

Reglement muss noch fertiggestellt werden

Das Reglement sieht die Schaffung eines Elternrats für die ganze Primarschule mit Elterngruppen in jedem Schulkreis vor. In diesem Modell würde pro Klasse ein Elterndelegierter und ein Stellvertreter gewählt. Zusammen mit der Schulleitung und einer Vertretung des Teams bilden sie die jeweilige Elterngruppe. Je drei Elterndelegierte oder Stellvertreter jedes Schulkreises delegieren als Leitungsteam eine bis zwei Personen in den Vorstand des Elternrats.

Dieses System habe den Vorteil, dass Themen auf der Ebene besprochen werden könnten, die davon betroffen sei, so Mulle. Das Reglement ist jedoch nicht in Stein gemeisselt, sondern erst ein Entwurf. Zusammen mit interessierten Eltern soll es Ende September angeschaut und allenfalls überarbeitet werden. Auch die Lehrerschaft und die Bildungskommission werden laut Lorca Stellung nehmen können. Der Rektor setzt das Reglement dann in Kraft. Starten soll die neue Elternmitwirkung zu Beginn des Schuljahrs 2022/23.

Aktuelle Nachrichten