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Wittenbach schrumpft am meisten - Entwicklung der Wohnbevölkerung in der Region St. Gallen

Die Bevölkerung in den Gemeinden der Region wächst und liegt damit im nationalen Trend. Doch es gibt mit Andwil und Wittenbach Ausreisser nach oben und unten. Wittenbachs Gemeindepräsident Oliver Gröble relativiert den Rückgang.
David Grob

Die Schweizer Wohnbevölkerung wächst. 8542323 Personen waren 2018 schweizweit gemeldet, eine Zunahme von 0,7 Prozent zum Vorjahr. Auch der Kanton St. Gallen lag im nationalen Trend. Um 0,6 Prozent war die Wohnbevölkerung gewachsen und lag Ende 2018 bei 507573 gemeldeten Personen. Die Gemeinden im Wahlkreis St. Gallen verzeichneten einen Zuwachs von 0,2 Prozent zum Vorjahr. Die ständige Wohnbevölkerung liegt derzeit bei 122384 Einwohnern.

Und doch folgten nicht alle Gemeinden dem schweizweiten Trend. Die Wohnbevölkerung von Gaiserwald beispielsweise ging um 0,1 Prozent und acht Personen zurück. Stärker ins Auge sticht aber der Rückgang in Wittenbach. Um 95 Personen und ein ganzes Prozent sank die ständige Wohnbevölkerung der Gemeinde. Damit lief Wittenbach nicht nur der nationalen und regionalen Entwicklung entgegen, sondern auch dem gemeindeinternen Trend der letzten Jahre. Seit 1992 war die Gemeinde stetig gewachsen und die ständige Wohnbevölkerung von 7736 auf 9689 gestiegen. Einzig 2014 hat die Bevölkerung um 0,1 Prozent abgenommen.

Wittenbach wächst seit Jahresbeginn wieder

Bei einem stetigen Wachstum fällt ein Rückgang von 95 Personen und einem Prozent ins Gewicht. Gemäss der Statistik des Wittenbacher Einwohneramtes für das Jahr 2018 waren Geburten und Todesfälle im Gleichgewicht. Der Rückgang ist deshalb auf einen stärkeren Wegzug aus der Gemeinde zurückzuführen. Doch Gemeindepräsident Oliver Gröble relativiert den Rückgang von 2018 mit neuen Zahlen. Er sagt: «Im ersten Quartal 2019 verzeichneten wir wieder ein Plus von 40 Einwohnern.» Er betont die Dynamik der Bevölkerungsentwicklung und spricht von «immer kürzeren Wellenbewegungen». Die Demografie könne nie einfach statisch betrachtet werden. «Heute sind viele Leute immer stärker Zügelnomaden», sagt er und meint, dass heute in immer kürzeren Abständen umgezogen werde.

Nach mehr als 20 Jahren stetigen Wachstums betrachtet Gröble die Abnahme 2018 indes nicht als Trendwende. Der langjährige Bevölkerungszuwachs sei auf viele Neubauten zurückzuführen. «Mit dem neuen Raumplanungsgesetz ist der Zonenplan heute stärker eingefroren und es wird stärker nach innen verdichtet», sagt er. Er vermutet deshalb, dass sich die künftige Bevölkerungsentwicklung zyklisch bewegen werde. «Es wird vermutlich eine stärkere Verschiebung innerhalb des heutigen Häuserbestandes geben.»

Andwil wächst weiter

Gegenbeispiel zu Wittenbach und Ausreisser nach oben ist die Gemeinde Andwil. Um 3,2 Prozent ist die ständige Wohnbevölkerung im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. 63 Personen mehr leben seit 2018 in Andwil. Die Gemeinde knackte damit erstmals kurzzeitig die 2000-Einwohner-Grenze und zählte im vergangenen Jahr 2014 Einwohner, schwankte aber seither. Bereits im Vorjahr hat die Gemeinde einen Zuwachs von 42 Personen verzeichnet.

Die Ursache für das starke Wachstum sieht Gemeindepräsident Toni Thoma in der regen Bautätigkeit der letzten Jahre. Er spricht damit etwa die neue Überbauung Augarten/Ebnet an, in der bereits einige Wohnungen bezogen wurden. Nach Vollendung zählt das Dorf so insgesamt 55 neue Wohnungen. In den vergangenen Jahren fand eine fortlaufende bauliche Entwicklung statt. Allerdings war der Bedarf stets höher als das Angebot. «Die Nachfrage nach dem neuen Wohnraum ist deshalb sehr gross gewesen», sagt Thoma. Er begrüsst das Wachstum und rechnet mit 50 bis 100 Neuzuzügern in den nächsten ein bis zwei Jahren. «Damit wird Andwil langfristig definitiv über 2000 Einwohner zählen.» Das Wachstum werde in den nächsten Jahren anhalten, aber über die Zeit sicher wieder abflachen.

Den Dorfcharakter behalten

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Gemeinde Berg. 27 Einwohner mehr zählte die Gemeinde im Vergleich zum Vorjahr. Was nach einem kleinen Wachstum aussieht, relativiert sich angesichts der tiefen Anzahl an ständiger Wohnbevölkerung. Um 3,3 Prozent nahm die Einwohnerzahl zu und stieg auf 850 Einwohner. Und Berg soll weiter wachsen. «Wir rechnen aufgrund einer Studie mit 1000 bis 1050 Einwohnern in den nächsten fünf bis sieben Jahren», sagt Bergs Gemeindepräsident Sandro Parissenti. Trotz des Wachstums soll Berg seinen Dorfcharakter behalten. Es gelte, Neuzuzüger schnell ins Dorfleben zu integrieren, sagt Parissenti. Er führt das Wachstum auf die verstärkte Bautätigkeit zurück.

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