Wittenbach schreibt anstelle einer schwarzen Null 3,5 Millionen Gewinn

Zum Geldsegen tragen tiefere Ausgaben und höhere Steuereinnahmen je rund die Hälfte bei. Für den Gemeindepräsidenten Oliver Gröble  angesichts der Coronakrise ein willkommenes Polster.

Johannes Wey
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Gemeindepräsident Oliver Gröble kann sich über rund 1,5 Millionen höhere Steuereinnahmen freuen.

Gemeindepräsident Oliver Gröble kann sich über rund 1,5 Millionen höhere Steuereinnahmen freuen.

Urs Bucher (13. Februar 2020)

Budgetiert war mit einem Ertragsüberschuss von gut 17'000 Franken eine schwarze Null. Doch wie in vielen anderen Gemeinden der Region schiesst die Jahresrechnung 2019 auch in Wittenbach weit über das Budget hinaus: 3,5 Millionen Franken beträgt am Ende der Ertragsüberschuss.

Geldsegen für Wittenbach

Rechnung in CHF Budget in CHF
Betriebsergebnis 1 442 000 –1 660 000
Finanzergebnis 1 624 000 1 152 000
= Operatives Ergebnis 3 066 000 –508 000
Entnahme Reserven 429 000 525 000
= Gesamtergebnis 3 495 000 17 000

«Ein hervorragendes Ergebnis», sagt Gemeindepräsident Oliver Gröble, um dann gleich auf die Euphoriebremse zu treten: Die Coronakrise dürfte sich in der kommenden Jahresrechnung deutlich bemerkbar machen. Sowohl Private als auch Unternehmen würden die Auswirkungen noch lange spüren. Umso wichtiger sei es, dass jetzt ein Polster resultiere.

«Auf die nächste Budgetperiode müssen alle Gemeinden ihre Hausaufgaben machen.» 

Tiefere Ausgabe im Bildungs- und Sozialwesen

Das Jahresergebnis ist insbesondere auf höhere Steuereingänge und geringere Aufwände zurückzuführen. Der Gesamtaufwand lag bei 46 Millionen Franken, budgetiert waren 48.

Die Bildung macht in der Jahresrechnung mit über 20 Millionen Franken mit Abstand den grössten Aufwandposten aus. Im vergangenen Jahr benötigten die Schulgemeinden jedoch über 830'000 Franken weniger als ursprünglich geplant.

Ein weiterer Minderaufwand liegt mit knapp 855'000 Franken im Sozialbereich, wobei insbesondere das Asylwesen ins Gewicht fällt, wo laut Gröble über die Hälfte des Minderaufwands resultierte:

«2019 sind kaum Asylbewerber zugezogen.»

Zusammen mit tieferen Ausgaben kann die Gemeinde um knapp 1,5 Millionen Franken höhere Steuereinnahmen verbuchen. Hier lagen die Einkommens- und Vermögenssteuern sowie die Handänderungs-, Grundstücksgewinn- und Quellensteuern weit über dem Budget.

Sie konnten das Minus mehr als kompensieren, das bei den Gewinn- und Kapitalsteuern der juristischen Personen resultierte.

Gemeinderat sieht sich bestätigt

Auf das laufende Jahr hin hat die Bürgerversammlung den Steuerfuss von 135 auf 133 gesenkt, um das Eigenkapital abzubauen:

In seinem Antrag sieht sich der Gemeinderat durch die Gewinne aus dem Jahr 2019 bestätigt. Allerdings lasse sich noch nicht abschätzen, wie sich die Coronakrise auf die Rechnung des laufenden Jahres auswirke.

Rechnungslegungsmodell hübscht Ergebnis auf

Auch die Einführung des neuen Rechnungslegungsmodells RMSG hat Einfluss auf das Ergebnis. Zum einen fielen die Abschreibungen, für die es nun klarere Regeln gibt, tiefer aus. Im Konto Allgemeine Verwaltung resultiert daraus eine Besserstellung von 400'000 Franken.

Zum anderen hat die Gemeinde ihr Finanzvermögen aufgewertet und mit diesem Buchgewinn eine «Reserve Werterhalt Finanzvermögen» gebildet. Das dazugehörige Reglement untersteht noch bis am 18. Mai dem fakultativen Referendum.

In der Rechnung ist vorgesehen, aus dieser Reserve 429'000 Franken zu entnehmen.

Am 24. Mai an der Urne

Da aufgrund der Situation um das Coronavirus die Bürgerversammlung nicht stattfinden kann, findet am 24. Mai eine Urnenabstimmung über die Jahresrechnung und den Bilanzanpassungsbericht statt.

Ab 20. April kann die Jahresrechnung auf www.wittenbach.ch heruntergeladen oder in der Ratskanzlei in gedruckter Form bestellt werden.

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