Wittenbach
Neubau oder Ausbau? Das Alterszentrum Kappelhof bleibt wo es ist – und bekommt eine Demenzabteilung

Der Verwaltungsrat des Wittenbacher Alterszentrums setzt sich seit rund einem Jahr mit der Entwicklungsstrategie auseinander. Denn bis 2035 müssen rund 50 neue Pflegeplätze geschaffen werden. Nun ist klar: Die Demenzabteilung kommt so früh wie möglich. Ob es einen Neu- oder Ausbau gibt, wird weiter diskutiert.

Dinah Hauser
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Das Wittenbacher Alterszentrum Kappelhof soll ausgebaut werden. Wie, ist noch nicht abschliessend geklärt. Der Standort jedoch schon.

Das Wittenbacher Alterszentrum Kappelhof soll ausgebaut werden. Wie, ist noch nicht abschliessend geklärt. Der Standort jedoch schon.

Bild: Benjamin Manser (18. Februar 2017)

Bis zum Jahr 2035 sollen im Wittenbacher Alterszentrum Kappelhof insgesamt 150 Pflegeplätze zur Verfügung stehen, wie die Planung des Kantons St.Gallen vorgibt. Seit rund einem Jahr beschäftigt sich der Verwaltungsrat nun mit möglichen Lösungen, wie die Aufstockung von 100 auf 150 Betten erfolgen soll. Jetzt werden die Pläne konkreter.

Standen im Herbst noch sechs Optionen zur Diskussion, sind es nun noch deren zwei, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Ein Neubau oder ein Anbau soll es werden. Ein Verkauf des Kappelhofs oder eine Übertragung der stationären Pflege an private Institutionen ist schon im Herbst nicht in Frage gekommen, wie Oliver Gröble damals in dieser Zeitung sagte. Er ist Gemeindepräsident und Verwaltungsratspräsident. Die Gemeinde Wittenbach ist Alleinaktionärin der Alterszentrum Kappelhof AG.

Egal ob Aus- oder Neubau, der Standort bleibt, wo er ist

Eine Analyse habe nun gezeigt, dass sowohl ein kompletter Neubau als auch ein Anbau «aus betriebswirtschaftlicher Sicht wie auch in Bezug auf die Finanzierung grundsätzlich umsetzbar sind». Wesentlich dabei seien ein klares Kostenmanagement, optimierte Investitionskosten und die Nutzung von Synergien auch mit anderen Anbietern im Altersbereich. «Mit dieser Grundlage können wir weiterarbeiten», lässt sich Oliver Gröble zitieren.

Oliver Gröble ist Gemeinde- und Verwaltungsratspräsident.

Oliver Gröble ist Gemeinde- und Verwaltungsratspräsident.

Bild: Michel Canonica

Für die Variante Neubau seien Standorte in der Gemeinde geprüft worden. Dabei habe sich gezeigt, dass nur die Fläche um den jetzigen Standort sinnvoll und realistisch sei. In einem nächsten Schritt will der Verwaltungsrat die Rahmenbedingungen rund um den Standort abklären. Diese hätten dann Einfluss auf die Weiterentwicklung sowie auf den Entscheid Aus- oder Neubau. Bis dieser Prozess abgeschlossen sei, soll der Unterhalt der bestehenden Liegenschaften vorerst auf das Notwendigste reduziert werden.

Der vom Kanton vorgegebene Bedarf von 50 zusätzlichen Betten könne sich aber bei einem Planungshorizont von mehr als 10 Jahren ändern. Deswegen erfolgt der Bettenausbau gemäss Mitteilung modular. Will heissen: In den kommenden fünf bis sechs Jahren sollen 120 fixe Pflegebetten geschaffen werden. Weitere 30 sollen flexibel ausgestaltet sein. Derzeit sei der Bedarf mit 100 Betten gedeckt, ein kostspieliges Überangebot soll so vermieden werden.

Demenzabteilung so rasch als möglich

Sicher ist hingegen, dass zeitnah eine Demenzabteilung entstehen soll. Hier sei die Nachfrage gross, weshalb noch in diesem Jahr die Detailplanung vorangetrieben und der Antrag auf Bewilligung beim Kanton eingereicht werde. Das Ziel ist gemäss Mitteilung, eine Demenzabteilung mit acht Pflegebetten sowie den notwendigen Aufenthalts- und Aussenbereichen zu erstellen. Eine Kostenschätzung beziffert die Investition mit 1,05 Millionen Franken. Diese sei mit den Eigenmitteln der Alterszentrum Kappelhof AG sichergestellt. Im besten Fall könnten so bereits Ende 2022 die ersten Personen in die Demenzabteilung ziehen.