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Wittenbach: Deutlich weniger Trauben vom Schlosshang geerntet

Obwohl sich die Ernte nicht mit dem Vorjahr vergleichen lässt, sind die Wittenbacher Reblüt zufrieden. Die Höhenlage fordert sie heraus.
Fynn Wohlgensinger
11 Bilder

Wimmen with a view: Weinlese auf Schloss Dottenwil

«Reblüt» nennen sich die Mitglieder der IG Schloss Dottenwil, die den Rebberg des Schlosses bewirtschaften. 20 von ihnen haben sich am Freitag für den diesjährigen Wimmet, die Weinlese eingefunden.

Der Rebberg steht auf rund 600 Metern Höhe und bringt damit spezielle Herausforderungen mit sich. Man braucht Trauben, die auch bei weniger Wärme einen guten Wein ergeben. In Absprache mit dem kantonalen Rebbaukommissär hat man sich bei der Bestückung des Rebberges Dottenwil in den Jahren 2001 und 2002 für Johanniter- und Gamaret-Reben entschieden. Die Trauben der rund 700 Johanniter-Reben sind das Ausgangsgut für den Weisswein der Reblüt. An den rund 1000 Gamaret-Reben wachsen die Trauben für den «Reblüt Roote», den «Reblüt Rosé» und den «Reblüt Tropfe», einem Likörwein, der nach dem Portwein-Verfahren hergestellt wird.

Zufrieden mit dem Wimmet

Am diesjährigen Wimmet wurden rund 1200 Kilogramm Johanniter- und 900 Kilo Gamaret-Trauben geerntet. Zusätzliche 300 Kilo Gamaret werden noch ein, zwei Wochen an der Rebe bleiben. Diese Spätlese wird für den «Reblüt Tropfe» verwendet. Die Ausbeute ist damit etwa 700 Kilo geringer als im Rekordjahr 2018.

Reblüt-Präsident Urs Tobler mit einer Gamaret-Traube. (Bild: Hanspeter Schiess)

Reblüt-Präsident Urs Tobler mit einer Gamaret-Traube. (Bild: Hanspeter Schiess)

Trotzdem zeigt sich Präsident Urs Tobler zufrieden mit dem Jahrgang 2019. Denn der Rebbau in Höhenlagen wie beim Schloss Dottenwil ist nicht ohne Risiko. Auch der Totalausfall einer Ernte sei nicht ausgeschlossen, meint Tobler. Riskant sind Kälte- oder gar Frostperioden, besonders in heiklen Phasen des Traubenwachstums, wie beispielsweise während der Blüte. Diese sei dieses Jahr genau auf die Eisheiligen gefallen. Trotzdem sei man mit einem blauen Auge davon gekommen.

Der Oechslegrad, ein Indikator wie gehaltvoll ein Wein sein wird, blieb mit 83 für die Johanniter und 86 für die Gamaret unter 90, dem Idealwert für das Anbaugebiet, der 2018 erreicht wurde. Verglichen mit anderen Trauben aus dem gleichen Anbaugebiet sind die Werte für 2019 aber durchaus beachtlich, wie Tobler erfahren hat.

Erfahrene Helfer sortieren jede fünfte Traube aus

Für guten Wein zählt aber nicht nur der Oechslegrad. «Bei der Ernte findet eine Selektion der Trauben statt», führt Urs Tobler aus. Für den Wimmet wird eine spezielle, spitze Gartenschere benutzt, die es erlaubt, einzelne Trauben zu entfernen. Jede fünfte oder gar vierte Traube wurde so bei der diesjährigen Weinlese aussortiert, wobei Erfahrung und Schulung der Reblüt zählen. Auch beim Weingut, dass die Trauben keltere, sei viel Erfahrung mit den beiden Dottenwil-Sorten vorhanden.

Dieses Jahr wird die Kelterei aus den Gamaret-Trauben ausschliesslich Rosé herstellen. Trotzdem ist auch im kommenden Jahr Rotwein erhältlich. Dieser wird nämlich 18 Monate im Barriquefass ausgebaut und sollte danach nochmals drei bis vier Jahre in der Flasche gelagert werden. Für das Winzerfest, das am 9. und 10. November gefeiert wird, steht trinkreifer Rotwein bereit. Neben Rotem und Weissem, dem Likörwein und dem «Schlossgeist», einem Marc, gibt es neu auch einen Verius. Hergestellt aus gepressten unreifen Trauben eignet er sich als milder Essigersatz.

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