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Wittenbach lanciert Neuauflage des Integrationsprojekts «Kultür»

In Wittenbach startet diesen Monat zum zweiten Mal «Kultür». Es gibt Nachholbedarf aus den letzten Jahren.
Johannes Wey
Abschlussfest der ersten Ausgabe von «Kultür». Bild: Ralph Ribi (25. September 2013)

Abschlussfest der ersten Ausgabe von «Kultür». Bild: Ralph Ribi (25. September 2013)

Die Tür zur hiesigen Kultur weit aufstossen – dieses Ziel verfolgt die Arbeitsgruppe Integration in Wittenbach mit ihrem Kurs «Kultür». Von 2012 auf 2013 wurde der mehrteilige Integrationskurs von der Primarschulgemeinde aus der Not heraus ins Leben gerufen: Innert eines Schuljahres waren Familien mit 14 Kindern nach Wittenbach gezogen, die weder Deutsch sprachen noch den Schweizer Alltag kannten; beispielsweise wo und wann der Kehrichtsack abgestellt werden muss.

Nach der ersten Ausgabe sei das Projekt «auf Eis gelegt» worden, sagt Sonja Langenegger, die für den Katholischen Sozialdienst in der Arbeitsgruppe Integration sitzt.

Katholischer Sozialdienst im ersten Jahr gut ausgelastet

(jw) Seit einem Jahr bietet die Seelsorgeeinheit Alte Konstanzerstrasse in Wittenbach den katholischen Sozialdienst an. Geführt wird die Stelle von Sonja Langenegger in einem 40-Prozent-Pensum. «Wir springen da ein, wo die staatlichen Leistungen nicht ausreichen», sagt die Sozialarbeiterin. Man wolle eine Ergänzung sein. Bei Bedarf arbeitet sie dabei mit der Sozialberatung der reformierten Kirchgemeinde zusammen. 20 bis 30 Klientinnen und Klienten habe sie im ersten Jahr betreut. Das zeige, dass das Bedürfnis da sei. Der Sozialdienst hilft einerseits, wenn finanziell Not am Mann ist. Als Beispiel nennt Langenegger Zahnarzt- oder Nebenkostenabrechnungen. Geholfen werde aber auch, wenn ein Transport organisiert werden müsse oder jemand Hilfe beim Entrümpeln seiner Wohnung brauche – und das unabhängig von der Konfession. «Viele kommen auch einfach bei mir im Büro vorbei, weil sie jemanden zum Reden suchen. Auch darin sehen wir als Kirche unseren Auftrag», sagt Langenegger.

Nun wird «Kultür» wiederholt: Ende Monat startet ein weiterer Kurs, der bis Ende Jahr dauert. In den letzten Jahren habe sich Nachholbedarf ergeben, weil nach und nach neue Migrantinnen und Migranten nach Wittenbach gezogen seien, sagt Langenegger. In der neunköpfigen Arbeitsgruppe Integration, die den Kurs anbietet, sind neben Langenegger und Gemeinderat Stefan Bacher als Präsident auch die Sozialberatung der evangelischen Kirchgemeinde, der Primarschulrat, die Schulsozialarbeit, das Sozialamt und Privatpersonen vertreten.

Das Dorf und das Land kennen lernen

Sonja Langenegger, Katholischer Sozialdienst Wittenbach. Bild: PD

Sonja Langenegger, Katholischer Sozialdienst Wittenbach. Bild: PD

An acht Nachmittagen sollen Migrantinnen und Migranten soweit gebracht werden, dass sie sich in ihrer neuen Heimat zurechtfinden. «Das grösste Ziel ist, dass sie sich wohlfühlen», sagt Langenegger. Dazu gehöre, die verschiedenen Hilfsangebote kennen zu lernen, aber auch grundlegende Umgangsformen für das Zusammenleben. Auch Budgetplanung und das politische System der Schweiz sind Teil dieses Lehrplans. Und nicht zuletzt sollen gleich zu Beginn des Kurses auch die Bedürfnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgenommen werden.

Gute Erfahrungen im ersten Kurs

Wie nötig ein solches Angebot ist, zeigte sich an der Schlussveranstaltung der ersten Ausgabe von «Kultür». Nach ihrer Ankunft in der Schweiz sei sie «absolut hilflos» gewesen, sagte eine Teilnehmerin. Nichts sei mit ihrer Heimat Sri Lanka vergleichbar gewesen, vom Essen über die Erziehung bis hin zum Verkehrswesen. «Kultür» war ihr eine Hilfe. Auch die Leiterin des Sozialamts gab an, dass die Teilnehmer nach dem Kurs wesentlich selbstsicherer aufgetreten seien und sprachliche Fortschritte gemacht hätten. Auch das Verständnis für die Schweizer und sei gewachsen.

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