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Naturgefahren: Stadt St.Gallen zeigt mit Konzept, wie sie damit umgehen will

Nächste Woche legt die Stadt St.Gallen ihr neues Massnahmenkonzept Naturgefahren öffentlich auf. Die Erstellung des Papiers ist ein Auftrag des Kantons an seine Gemeinden. Es basiert auf der kantonalen Gefahrenkarte und dient als Leitfaden, um Massnahmen gegen drohende Naturgefahren ergreifen zu können.
Reto Voneschen
In der Stadt St.Gallen sind etwa die Hochwasser der Steinach ein Naturrisiko. Seit jenem, das 2005 die im Bild gezeigten Schäden bei der Liegenschaft St.-Georgen-Strasse 148 verursachte, sind verschiedene bauliche Schutzmassnahmen ergriffen worden. (Bild: Michael Freisager - 30. Juni 2005)

In der Stadt St.Gallen sind etwa die Hochwasser der Steinach ein Naturrisiko. Seit jenem, das 2005 die im Bild gezeigten Schäden bei der Liegenschaft St.-Georgen-Strasse 148 verursachte, sind verschiedene bauliche Schutzmassnahmen ergriffen worden. (Bild: Michael Freisager - 30. Juni 2005)

Seit jeher bedrohen Naturgefahren viele vom Menschen erstellte Anlagen und Einrichtungen. Gefahren drohen etwa von Wasser, Schnee und Eis, aber auch von Erd- und Felsmassen. Früher versuchte man in erster Linie, Schäden durch Naturereignisse durch umfangreiche Schutzbauten abzuwenden. Lawinenverbauungen im Gebirge oder Bachverbauungen sind klassische Beispiele dafür.

Bauliche Massnahmen haben Grenzen

Diese Schutzmassnahmen haben in weiten Teilen der Schweiz die wirtschaftliche Entwicklung überhaupt erst möglich gemacht und dann auch geprägt. Grösse Naturereignisse zwischen 1987 und 2014 haben allerdings die Grenzen dieses Konzeptes aufgezeigt. Die Ansprüche nach Schutz wie auch das Potenzial für Schäden steigen nämlich viel zu rasch an, um Gefahren einzig mit zusätzlichen Verbauungen begegnen zu können.

Eine ausgedehnte Lawinenverbauung am Chüenihorn oberhalb der Bündner Gemeinde St.Antönien. (Bild: Arno Balzarini/KEY)

Eine ausgedehnte Lawinenverbauung am Chüenihorn oberhalb der Bündner Gemeinde St.Antönien. (Bild: Arno Balzarini/KEY)

Für Fachleute ist klar, dass der Mensch seine Aktivitäten vermehrt wieder natürlichen Gegebenheiten anpassen muss. Konkret heisst das, dass in stark gefährdeten Gebieten gar nicht erst gebaut werden sollte. Naturgefahren wurden in früheren Richt- und Nutzungsplanungen meist nur lückenhaft berücksichtigt. Unter anderem war das so, weil Methoden für eine gründliche und detaillierte Beurteilung der Risiken weitgehend fehlten.

Kanton St.Gallen liess Gefahrenkarte erarbeiten

Die aktuellen Bundesgesetze über den Wald und über den Wasserbau verpflichtet die Kantone für ihr Gebiet sogenannte Gefahrenkarten zu erstellen. Sie geben Auskunft darüber, welche Naturgefahren wo lauern. Und das ist etwa bei der Planung neuer Überbauungen zu berücksichtigen. Die Gefahrenkarte des Kantons St.Gallen gibt Auskunft über Hochwasser- und Murgangrisiken, über die Möglichkeit von Rutschungen und Abstürzen sowie über Lawinenzüge.

Ausschnitt aus der kantonalen Gefahrenkarte fürs Tal der Demut zwischen Riethüsli und St.Georgen: In der Talsenke neben dem Froschweiher besteht erhebliche Hochwassergefahr. Als Gegenmassnahme soll bald einmal der Weierwaidbach offengelegt werden. (Illustration: Kanton St.Gallen)

Ausschnitt aus der kantonalen Gefahrenkarte fürs Tal der Demut zwischen Riethüsli und St.Georgen: In der Talsenke neben dem Froschweiher besteht erhebliche Hochwassergefahr. Als Gegenmassnahme soll bald einmal der Weierwaidbach offengelegt werden. (Illustration: Kanton St.Gallen)

Die im Plan gezeigte Stelle im Tal der Demut mit Blickrichtung nach St.Georgen. (Bild: Ralph Ribi - 22. Januar 2018)

Die im Plan gezeigte Stelle im Tal der Demut mit Blickrichtung nach St.Georgen. (Bild: Ralph Ribi - 22. Januar 2018)

Seine Gefahrenkarte hat der Kanton in einem mehrjährigen Projekt erstellen lassen. Die Ergebnisse können im Geoportal abgerufen werden. Dort kann sich die Bevölkerung, können sich aber auch Planer und Bauherrenüber Gefahren an einem bestimmten Standort informieren. Die Gemeinden müssen als Ergänzung zur kantonalen Gefahrenkarte ein sogenanntes «Massnahmenkonzept Naturgefahren» für ihr Gebiet erarbeiten. Es soll aufzeigen, wie mit bestimmten Naturrisiken auf dem Gemeindegebiet umgegangen werden soll.

Stadt St.Gallen legt Konzept öffentlich auf

Die Stadt St.Gallen hat die Arbeiten an diesem Konzept kürzlich abgeschlossen. Ab nächster Woche liegt es öffentlich auf. Eingesehen werden kann es zwischen dem 14. Januar und dem 8. Februar in der Baudokumentation (Amtshaus, Neugasse 1, Büro 302). Vor allem Grund- und Hauseigentümer mit Liegenschaften an heiklen Standorten dürfte das Konzept und die darin enthaltenen Massnahmen interessieren.

Das Massnahmenkonzept «Naturgefahren Stadt St.Gallen» verschafft unter anderem einen Überblick darüber, welche Gewässer mit welchen Prioritäten ausgebaut werden sollen. In sieben Schwerpunktgebieten definiert es rund zwei Dutzend bauliche Massnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes. Für die Umsetzung dieser Eingriffe sind vertiefte, zusätzliche Studien und Projektierungen nötig.

Naturgefahren im Kanton St.Gallen

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