«Wir wollen die Küche nicht vergolden»: Wittenbacher Schulrat will Aulaküche für 440'000 Franken sanieren

Das Parlament des OZ Grünau berät am Montag über die zurückgewiesene Sanierung der Aulaküche. Gegenüber dem ursprünglichen Kostenvoranschlag, der 536'000 Franken betrug, konnten 100'000 Franken eingespart werden. Der Grund: Decke, Lampen und Heizungen werden wiederverwertet statt weggeworfen.

Melissa Müller
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Schulpräsident Georges Gladig in der 40-jährigen Aulaküche: Das Parlament des OZ Grünau berät am 18. Mai über die Sanierung.

Schulpräsident Georges Gladig in der 40-jährigen Aulaküche: Das Parlament des OZ Grünau berät am 18. Mai über die Sanierung.

Ralph Ribi

Die Aula des OZ Grünau ist nicht nur für Schulanlässe begehrt, sondern auch für Geburtstage, Polterabende und Hochzeiten. Seit sechs Jahren kann der Festsaal auch von Privatpersonen gemietet werden, inklusive Benutzung der anliegenden Grossküche aus Chromstahl. Diese ist sowohl für Caterer geeignet als auch zum Selberkochen für 350 Personen.

«Lange war dies nicht möglich, weil über der Küche der Hauswart wohnte und man seine Privatsphäre nicht stören wollte», sagt Schulverwalter Pascal Blumer. 2014 zog der Hauswart aus.

In Aula und Küche ist seither fast jedes Wochenende etwas los. Nicht nur Vereinsfeste und Bürgerversammlungen gehen da über die Bühne. Tamilen, Eritreer und Italiener feiern im OZ Grünau ihre Feste.

Ansturm auf die Aula

Es habe sich schnell herum gesprochen, dass man Aula und Küche für 1600 Franken pro Anlass mieten kann, sagt Blumer. Für kommerzielle Anlässe gelte ein höherer Tarif. In der Aula können maximal 350 Personen speisen; bei Konzerten finden bis zu 600 Leute Platz. Es fehle in der Region an Festsälen in vergleichbarer Grösse. Dazu gehört auch der Fürstenlandsaal in Gossau.

Die Aula des OZ Grünau dient zur Zeit als Lehrerzimmer.

Die Aula des OZ Grünau dient zur Zeit als Lehrerzimmer.

Ralph Ribi

In der Grossküche im OZ Grünau wird schon seit über 40 Jahren gekocht. Nun soll sie für 440'000 Franken saniert werden. Der ursprüngliche Kostenvoranschlag sah einen höheren Betrag vor, nämlich 536'000 Franken.

Im November hatte das Schulparlament den Kredit zurückgewiesen. Begründung: Zu aufwendig, zu teuer, zu viele offene Fragen. Man forderte eine detaillierte Auflistung der Kosten. Der Schulrat musste nochmals über die Bücher. Er beauftragte die Wittenbacher Firma IKZ Suisse AG damit, das Sanierungskonzept zu überarbeiten - und legte dem Parlament danach ein ausgereiftes Projekt vor.

Und siehe da: Durch Anpassungen konnten gegenüber dem ersten Projekt 100'000 Franken eingespart werden. «Wir wollen die Küche nicht vergolden», betont der Schulverwalter. Es gelte der Grundsatz:

«Nur so viel wie nötig und nicht so viel wie möglich.»

Während man ursprünglich die Decke ersetzen wollte, sieht das überarbeitete Konzept vor, dass die bestehende Metalldecke abgehängt und nach der Sanierung wieder montiert wird. Auch bestehende Leuchten und Heizkörper werden nach der Sanierung wieder montiert. Ausserdem ist eine begehbare Kühlbox geplant. «Partyveranstalter können künftig Palette mit Harassen hineinschieben und kühl stellen», sagt Blumer.

Bei Bohrung Asbest gefunden

Dass die Küche eine Sanierung nötig hat, ist offensichtlich. Die Plättchen an der Wand sind unappetitlich verfärbt, der Boden rissig. Bei einer Bohrung fand man geringe Mengen Asbest.

Die ganze Küche wird herausgerissen.

Die ganze Küche wird herausgerissen.

Ralph Ribi

Schulpräsident Georges Gladig öffnet einen silbernen Behälter, in dem man ein Gulasch oder Würste brutzeln könnte. «So ein militärmässiger Bräter ist nicht mehr zeitgemäss. Das benutzt heute niemand mehr.»

«So einen Bräter braucht man heute nicht mehr»: Georges Gladig hofft, dass die Küche noch in diesem Jahr saniert werden kann.

«So einen Bräter braucht man heute nicht mehr»: Georges Gladig hofft, dass die Küche noch in diesem Jahr saniert werden kann.

Ralph Ribi

Auch mit der Hygiene gebe es Probleme; es habe zu viele Abflüsse, die nicht mehr ordentlich gereinigt werden können.

Pascal Blumer öffnet den Geschirrschrank. Teller, Kaffeetassen und Dessertschalen sehen aus wie neu, riechen aber nach Skilager. «Diese Teller sind zu wenig edel für eine Hochzeit», sagt Blumer. Viele externe Nutzer würden ihr eigenes Geschirr mitbringen. Darum will man für 15'000 Franken neues Geschirr kaufen.

Manche Festveranstalter bringen ihr eigenes Geschirr mit, weil ihnen das vorhandene zu schäbig ist. Es soll für 15'000 Franken ersetzt werden.

Manche Festveranstalter bringen ihr eigenes Geschirr mit, weil ihnen das vorhandene zu schäbig ist. Es soll für 15'000 Franken ersetzt werden.

Ralph Ribi

Am 18. Mai befasst sich das Wittenbacher Schulparlament an seiner Sitzung in der Aula abermals mit dem Projekt. Wird der Kredit bewilligt, kann die Küche frühestens im Herbst saniert werden.

Auf der Traktandenliste steht auch die Jahresrechnung 2019. Der Finanzbedarf beträgt 7'964'581 Franken und fällt damit etwas geringer aus als budgetiert. Damit liege er erstmals unter der 8-Millionen-Grenze, wie es im Kommentar zur Jahresrechnung heisst.