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«Wir verzeichnen einen leichten Rückgang in den letzten Jahren»: Die Ludothek Wittenbach zur ihrer derzeitigen Situation

Playmobil, Gokarts, Monopoly: Ludotheken bieten eine Vielfalt an Spielen und Spielzeugen an. Wittenbach verzeichnet einen leichten Rückgang an Ausleihen in den letzten Jahren. Doch eine Nachfrage besteht noch immer.
David Grob
Vizepräsidentin Yvonne Meli in der Ludothek in Wittenbach. (Bild: Hanspeter Schiess (1. April 2019))

Vizepräsidentin Yvonne Meli in der Ludothek in Wittenbach. (Bild: Hanspeter Schiess (1. April 2019))

Netflix, Smartphones, Computerspiele – die Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung sind vielfältig und haben sich in den letzten Jahren verändert. Netflix bedroht Kino und Fernsehen, E-Reader das gebundene Buch. Doch sind vom veränderten Medienkonsum und Freizeitverhalten auch Ludotheken betroffen? Verdrängt Fortnite Monopoly?

In der Ludothek Wittenbach ist man gelassen. Yvonne Meli, Vizepräsidentin der Ludothek Wittenbach, sagt:

«Wir verzeichnen einen leichten Rückgang in den letzten Jahren.»

Es habe aber immer Wellenbewegungen gegeben. Dies belegen auch die Zahlen. Rund 2600 Ausleihen pro Jahr verzeichnete die Ludothek vor zehn Jahren. Fünf Jahre später, 2013, stiegen die Zahlen schliesslich auf den zwischenzeitlichen Höchstpunkt von rund 3800 jährliche Ausleihen. Es folgte ein Abstieg, der bis heute anhält. 2925 Medien wurden im letzten Jahr ausgeliehen.

Über die genauen Gründe für diese Wellenbewegung kann Meli aber nur spekulieren. «Ich vermute, dass vereinzelte Familien in ihrem Bekanntenkreis über die Ludothek sprechen, wodurch wieder neue Kunden auf uns aufmerksam werden.» Doch abschliessend könne sie die Gründe nicht benennen.

Nachfrage für Spielsachen besteht weiter

Gefragt waren gemäss Meli im letzten Jahr vor allem Spielsachen von Playmobil, Baby-Wagen und grössere Spielfahrzeuge wie Gokarts, Plastik-Traktoren oder Spielfeuerwehrautos. Die Nachfrage danach steigt in den wärmeren Monaten. Doch auch Brettspiele sind weiterhin beliebt, insbesondere klassische Gesellschaftsspiele wie Monopoly, welches in verschiedenen Versionen angeboten wird. «Wenig ausgeliehen werden aber die ganz traditionellen Spiele wie Eile mit Weile», sagt Meli.

Einzig ältere elektronische Medien finden kaum mehr Abnehmer. «Gameboys und ähnliche Geräte verleihen wir praktisch nicht mehr», sagt Meli. Neuere Computerspiele bietet die Ludothek indes nicht an. Zu gering sei die Nachfrage.

Zu wenig ehrenamtliche Helfer

So blickt Meli zuversichtlich in die Zukunft. «Es gibt viele Familien, die etwa auf den Lerneffekt von Gesellschaftsspielen setzen», sagt Meli und verweist auf den sozialen Aspekt von Spielen, die gemeinsam gespielt werden. Grössere Probleme sieht die Vizepräsidentin aber darin, ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden. Die Arbeit ist derzeit auf zehn Helfer verteilt, ideal wären zwölf. Die Ursache hierfür sieht Meli indes nicht in der fehlenden Bereitschaft, sondern eher in der fehlenden Zeit. Der Umstand, dass immer mehr junge Frauen berufstätig sind, helfe sicher nicht, meint Meli.

Die Ludothek Gossau hat ideale Bedingungen

Agi Sutter, Leiterin der Ludothek Gossau, blickt positiv in die Zukunft der städtischen Ludothek. Seit sieben Jahren nämlich steigen die jährlichen Ausleihen und die Anzahl Abonnemente kontinuierlich an. Sutter führt dies auf den attraktiven Standort neben der Bibliothek und lange Öffnungszeiten an sechs Wochentagen zurück. «Für eine Ludothek haben wir ideale Bedingungen.» So übernimmt die Stadt die Miete und unterstützt den Trägerverein der Ludothek. Dies ermöglicht eine Anstellung der Mitarbeitenden. Sie relativiert aber auch. «An vielen Orten fehlen Strukturen, wie sie die Stadt uns ermöglicht.» Ehrenamtliche Arbeit und oft kurze Öffnungszeiten an vereinzelten Tagen sind das Resultat. Deshalb sehe die Situation bestimmt nicht für alle Ludotheken ähnlich positiv aus wie für diejenige in Gossau, sagt Sutter. (dar)

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