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«Wir sind froh um Klarheit»: Das sagen Verlierer, Parteien und Nachbarn zum neuen Rorschacher Stadtpräsidenten

Am Tag nach der Stadtpräsidentenwahl in Rorschach kommt auch der drittplatzierte Beat Looser zu Wort. Während die Verlierer nicht unglücklich sind mit Röbi Raths, freut sich auch die Parteispitze der SVP mit ihm - als ob er der eigenen Partei angehören würde.
Jolanda Riedener/Linda Müntener
Der Thaler Gemeindepräsident Röbi Raths schafft den Sprung nach Rorschach. Ab kommendem Jahr wird er im Rathaus ein- und ausgehen. (Bild: Urs Bucher)

Der Thaler Gemeindepräsident Röbi Raths schafft den Sprung nach Rorschach. Ab kommendem Jahr wird er im Rathaus ein- und ausgehen. (Bild: Urs Bucher)

Die Verlierer

Beat Looser, Stadtpräsidiumskandidat (parteilos): Durch seine Abwesenheit aufgefallen, ist am Sonntag Beat Looser. Der Parteilose sei leider erst am Donnerstag zur Resultatverkündung ins Rathaus eingeladen worden und habe schon eine andere Einladung angenommen. «Immerhin» 143 Stimmen hat er erhalten: «Das ist etwa das, was ich erwartet hatte.» Mit etwa 70 Personen führte er im Vorfeld der Wahl persönliche Gespräche. Das zeige, dass seine Taktik aufgehe. Er habe vor allem jene mobilisieren wollen, die eh nicht wählen gehen würden. Looser sagt:

«Ich bin froh, dass es nicht mehr Stimmen waren und mir niemand den Vorwurf machen kann, ich hätte Guido Etterlin die Stimmen weggenommen.»

Sein wichtigstes Ziel, seine eigene Bekanntheit zu steigern, habe er jedenfalls erreicht. «Natürlich gratuliere ich Röbi Raths zu seinem Sieg», sagt er. Bei den Erneuerungswahlen im kommenden Jahr werde er aber wieder antreten.

Peter Buschor, Präsident SP Rorschach Stadt am See: «Enttäuschung ist natürlich da», sagt Buschor. Ein SP-Stadtpräsident wäre andererseits ein geschichtliches Novum gewesen. Dennoch habe man sich gute Chancen ausgemacht. Gründe dafür, warum es für die SP nicht reichte, sieht Buschor am Tag danach mehrere. Im Vergleich zum Gegenkandidat, der sich über eine sehr breite Unterstützung freuen konnte, seien für Guido Etterlin nur wenige Privatpersonen öffentlich eingestanden. Das habe es dem linken Kandidaten nicht einfach gemacht. Weiter sei Etterlin ein guter Kandidat mit viel Erfahrung gegenübergestanden. Im Hinblick auf den bevorstehenden Machtwechsel im Rathaus ist Buschor dennoch zuversichtlich:

«Das Verhältnis zwischen der SP und dem aktuellen Stadtpräsidenten war schwierig. Mit Röbi Raths wird diesbezüglich sicher ein anderer Umgang gepflegt.»

Im Hinblick auf das deutliche Ergebnis im ersten Wahlgang sagt Buschor: «Wir sind froh um Klarheit.»

Die Parteien

Sabina Revoli, SVP Region Rorschach: Gross ist die Freude über die gewonnene Wahl von FDP-Mann Raths auch bei der SVP-Regionalpartei. Sie selber habe nicht mit einem so deutlichen Resultat im ersten Wahlgang gerechnet, sagt SVP-Präsidentin Sabina Revoli. «Ich bin sehr zufrieden und freue mich über das Resultat.» Für sie sei die Wahl auch ein Statement dahingehend, dass die Rorschacherinnen und Rorschacher den bürgerlichen Weg weitergehen wollen. Insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende Abstimmung zum Autobahnanschluss sei diese Entscheidung wegweisend.

Richard Faust, Grüne Region Rorschach: Dass Röbi Raths’ Wahl entscheidend ist für die Abstimmung um einen zusätzlichen Autobahnzubringer, glaubt auch Richard Faust, Präsident der Grünen Region Rorschach. «Die Enttäuschung ist gross», sagt er. Insbesondere, weil das Resultat so deutlich ausgefallen sei. «Für Rorschach ist es eine verpasste Chance», sagt Faust. Mit Guido Etterlin hätte Rorschach eine andere Richtung einschlagen können. Er sei aber überzeugt, dass sich immerhin der Führungsstil verbessern werde und eine grössere Dialogbereitschaft bestehen werde als zu Müllers Zeiten.

Die Nachbarn

Beat Hirs, Gemeindepräsident Rorschacherberg: «Für mich steht Robert Raths für Kontinuität», sagt Beat Hirs, der sich regelmäßig mit seinem Kollegen austauscht. Hirs ist davon überzeugt, dass die Zusammenarbeit weiterhin gut funktionieren wird. Der neue Rorschacher Stadtpräsident schielt bereits zum Berg – am Tagblatt-Wahlpodium wurde er nicht müde zu betonen, dass eine Fusion für ihn der richtige Schritt wäre. Langfristig gesehen sei diese Überlegung sicher richtig, sagt Hirs. «Doch auch Röbi Raths ist mit politischen Realitäten konfrontiert.» Heisst: Das letzte Wort hat das Volk. Und jenes von Rorschacherberg hat 2008 und 2014 eine Fusion mit Rorschach abgelehnt. «In den nächsten Jahren ist eine Fusion kein Thema.»

Dominik Gemperli, Gemeindepräsident Goldach: Dominik Gemperli hat es nach der Gemeinderatsreise ins Elsass am Sonntagabend gerade noch rechtzeitig an die Wahlfeier geschafft – und Robert Raths seine Glückwünsche überbracht. Das Wahlergebnis an sich kommentiert Gemperli nicht, persönlich verstehe er sich mit seinem neuen Nachbarn aber sehr gut. «Ich schätze ihn und glaube, dass er Rorschach voranbringen kann.» Auch der weiteren Zusammenarbeit von Goldach und Rorschach blickt er positiv entgegen. Das wäre aber genauso bei einer Wahl von Guido Etterlin der Fall.»

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