«Wir müssen gemeinsam eine Leidenschaft entwickeln»

Der Direktor von St. Gallen-Bodensee Tourismus, Thomas Kirchhofer, ist dem Verein ESAF 2025 beigetreten. Er sagt, ein Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest wäre für die Tourismusregion St. Gallen-Bodensee nachhaltig von Bedeutung.

Daniel Wirth
Drucken
Teilen
Interview mit St.Gallen-Bodensee-Tourismus-Chef Thomas Kirchhofer nach 1. Amtsjahr

Interview mit St.Gallen-Bodensee-Tourismus-Chef Thomas Kirchhofer nach 1. Amtsjahr

Thomas Kirchhofer, Sie machen beim Verein mit, der das «Eidgenössische» 2025 nach St. Gallen aufs Breitfeld holen will. Was ist Ihre Motivation für dieses Engagement?

Ich weiss um die Strahlkraft eines solchen Grossanlasses. Die Durchführung des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes täte der Region St. Gallen-Bodensee sehr gut – und zwar über die drei Tage hinaus, die ein solch sportliches und gesellschaftliches Ereignis dauert.

Sie sprechen die Nachhaltigkeit an.

Genau. Nehmen wir den Schwägalp-Schwinget als Beispiel. Die Bilder der Kulisse in den Bergen gingen am Sonntag und Montag um die ganze Schweiz. Ich bin mir sicher: Diese schönen Bilder werden Touristen in den Alpstein locken.

Sie haben Erfahrung als OK-Mitglied der Alpinen Skiweltmeisterschaft 2017 in St. Moritz. Wir erlebten Sie das Erarbeiten und Verfassen des Engadiner Bewerbungsdossiers?

Als arbeitsintensiv. Aber alleine schon das Zusammentragen von Fakten und Argumenten bringt eine Region weiter.

Was meinen Sie konkret damit?

Mein Gebiet bei der Ski-WM im Engadin war die Logistik. Hier brachten wir das Dossier durch und haben mit der Durchführung wertvolle Erfahrungen gesammelt. Ich war aber auch nahe dran bei den Bemühungen, die Olympischen Winterspiele 2026 nach Graubünden zu holen. Wir suchten nach Möglichkeiten, wie die abgelendsten Bergtäler für die Verarbeitung elektronischer Daten im Internet auf Vordermann gebracht werden können. Das Stimmvolk lehnte eine Kandidatur zwar relativ deutlich ab. Aber von den Erkenntnissen der Vorarbeiten profitiert das Engadin bis heute.

Bei den Olympischen Winterspielen sagten die Stimmberechtigten des Kantons Graubünden Nein. Wo das «Eidgenössische» 2025 stattfinden wird, entscheiden die Delegierten des Schwingerverbandes. Was ist wichtig, damit das St. Galler Dossier auf Sympathien stösst und demjenigen aus Glarus vorgezogen wird?

Wir müssen unsere Anstrengungen breit abstützen. Und wir müssen gemeinsam eine Leidenschaft entwickeln und diese 2021 bei Delegierten rüberbringen. Die Konkurrenz aus Mollis ist nicht ohne.

Ihre Begeisterung für das geplante Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2025 in St. Gallen ist spürbar. Woher rührt diese Begeisterung?

Ein Schwingfest stiftet Sinn und ist imagebindend. Und es passt bestens in die Region zwischen See und Alpstein. Wir stellen fest, dass in jüngster Zeit vermehrt Touristen aus der Romandie nach St. Gallen reisen. Ein Eidgenössisches Schwingfest in St. Gallen könnte das Interesse in der Westschweiz an la Suisse orientale weiter verstärken.

Und es liesse die Kassen klingeln.

Ja, ein «Eidgenössisches» bringt Geld in eine Region. Das Fest in Estavayer-le-lac lockte an drei Tagen rund 280000 Besucherinnen und Besucher an. Ein solcher Grossanlass generiert Umsatz in der Hotellerie und in den Restaurants. Und mein Beispiel des Schwägalp-Schwingets in Sachen Nachhaltigkeit gölte auch für die Region St. Gallen-Bodensee. (dwi)