Fortimo-CEO über die Überbauung Betten Süd in Wittenbach: «Wir kennen die Bedenken»

Wittenbach steht ein Abstimmungskampf um die Bettenwiese bevor. Den Gegnern ist die geplante Aufschüttung ein Dorn im Auge. Die Bauherrin relativiert.

Interview: Marion Loher
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Auf der Wiese zwischen Wohnquartier und Bahngleis sollen 26 neue Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen. (Bild: Urs Bucher (29. November 2018))

Auf der Wiese zwischen Wohnquartier und Bahngleis sollen 26 neue Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen. (Bild: Urs Bucher (29. November 2018))

Die Überbauung Betten Süd in Wittenbach scheint für die Bauherrin, die Fortimo AG, unter keinem guten Stern zu stehen. Bei den ersten Etappen, die 2010 und 2011 realisiert wurden, kam es zu Entwässerungsproblemen und Keller standen unter Wasser. Über die dritte Etappe wird nun an der Urne entschieden. Fortimo-CEO Elias Zürcher spricht über die Kritik der Gegner, falsche Behauptungen und Fehler aus früheren Projekten.

Weshalb ist das Quartier Bettenwiese ein solch hartes Pflaster?

Elias Zürcher: Wir sind uns gewohnt, dass es aus unterschiedlichen Gründen zu Projektverzögerungen kommen kann. Mit Wittenbach verbinden wir auch viel Positives. Wir durften hier in den vergangenen Jahren einige schöne Wohnprojekte realisieren.

Was dachten Sie, als Sie hörten, dass das Referendum gegen den Teilzonenplan zustande gekommen ist?

Das kam nicht ganz überraschend. Wir kennen die Bedenken einzelner Exponenten seit längerem.

Elias Zürcher ist CEO der Immobilienfirma Fortimo AG.

Elias Zürcher ist CEO der Immobilienfirma Fortimo AG.

Die Hauptkritik richtet sich gegen die Aufschüttung: Befürchtet wird, dass die neuen Häuser einen Teil der alten Häuser überragen und es wieder zu Entwässerungsproblemen wie bei den ersten beiden Etappen kommt.

Wir lernen ständig dazu. Die entsprechenden Planungsarbeiten werden denn auch mit der nötigen Sorgfalt vorgenommen. Die Höhenlage wird zum einen auf die Bedürfnisse der Anwohner abgestimmt, zum anderen auch auf die natürliche Siedlungsentwässerung. Das bisherige Terrain wird deshalb etwas angehoben. Die hierfür benötigte Erde kommt zum Teil aus der Zwischendeponie an der Dottenwilerstrasse, unmittelbar neben dem Bettenquartier, und wird nicht – wie auch schon behauptet wurde – von weiter her durch das Dorf transportiert.

Ihr Unternehmen hat damals die Verantwortung für die Probleme übernommen – allerdings unter der Bedingung, dass die Anwohner keine Einsprachen gegen die dritte Etappe erheben. Sind Sie enttäuscht, dass es trotzdem zu Verzögerungen kommt?

Nein, jeder Bürger hat das Recht, im Rahmen eines öffentlichen Planungsverfahrens Einsprache zu machen. Allerdings wurde das aktuelle Referendum nicht von Eigentümern der von uns verkauften Baulandparzellen initiiert, sondern von unzufriedenen Anwohnern aus dem benachbarten alten Bettenquartier. Mit diesem haben wir keinerlei Verbindung.

Haben Sie Fehler gemacht?

Das Erschliessungsprojekt der ersten Etappe war nicht fehlerfrei.

Was waren das für Fehler?

Darauf möchte ich nicht weiter eingehen, da nebst Fortimo und der Gemeinde weitere Unternehmen und Personen involviert waren. Wir haben aber aus den Fehlern gelernt und sind heute deutlich besser aufgestellt als noch vor fünf Jahren.

Was, wenn die Wittenbacher den Teilzonenplan ablehnen?

Dies würden wir selbstverständlich sehr bedauern, zumal die Bebauung und Wohnnutzung dieser Restfläche einer gesunden Siedlungsentwicklung entspricht. Aber wir würden den Entscheid des Wittenbacher Souveräns natürlich akzeptieren.

Falls sich die Stimmbürger für den Teilzonenplan aussprechen: Wann rechnen Sie frühstens mit dem Baustart?

Nach der rechtskräftigen Umzonung würde das Baugesuch für die Erschliessung folgen. Dieses Bewilligungsverfahren dürfte ein paar Monate dauern. Die ersten Häuser wären wohl erst nach 2020 bezugsbereit.

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