«Wir haben Plätze wettgemacht» - Wittenbachs Gemeindepräsident über die Jahresrechnung 2018

Wittenbach schliesst mit 4,7 Millionen Franken im Plus. Gemeindepräsident
Oliver Gröble spricht über die Gründe des Ergebnisses – und eine mögliche Steuersenkung.

Adrian Lemmenmeier
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Wittenbachs Gemeindepräsident Oliver Gröble.Bild: Michel Canonica (1. Februar 2019)

Wittenbachs Gemeindepräsident Oliver Gröble.Bild: Michel Canonica (1. Februar 2019)

Wittenbach verbucht in der Rechnung des Jahres 2018 4,8 Millionen Franken Ertragsüberschuss. Damit liegt die Gemeinde 4,7 Millionen Franken über dem Budget. Der Gesamtaufwand von Gemeinde inklusive Schulgemeinde beträgt rund 49 Millionen.

Als neuer Gemeindepräsident Wittenbachs haben Sie das erste Mal die Jahresrechnung präsentiert. Ein spezieller Moment?

Oliver Gröble: Das war durchaus speziell. Denn ich musste mich erst in das Rechnungswesen einarbeiten. Aber es war ein sehr schöner Moment.

Weshalb?

Weil wir ein gutes Ergebnis präsentieren konnten. Darüber bin ich sehr erfreut. Es ist immer angenehm, gute Nachrichten zu überbringen.

Die Rechnung schliesst 4,7 Millionen über dem Budget. Weshalb ist der Ertrag so viel höher als angenommen?

Bei den Gemeindesteuern, dem Finanzausgleich und den Steuern der juristischen Personen konnten wir Mehreinnahmen verzeichnen. Besonders bei den juristischen Personen, also den Unternehmen, waren diese Einnahmen auffallend hoch. Das ist wohl eine Folge der guten wirtschaftlichen Lage. Gleichzeitig hatten wir bei der Schule und der sozialen Wohlfahrt weniger Ausgaben.

Warum sind denn die Ausgaben in diesen Bereichen geringer ausgefallen als budgetiert?

Im sozialen Bereich musste die Gemeinde im letzten Jahr vor allem weniger Heimaufenthalte für Minderjährige bezahlen als angenommen. Das schlägt schnell zu Buche. Insgesamt konnten wir in diesem Bereich über 500000 Franken weniger ausgeben, als geplant war. Solche Ausgaben kann man allerdings kaum budgetieren.

Auch bei der Schule war der Finanzbedarf über eine halbe Million Franken geringer als budgetiert. Was sind hier die Gründe?

Dazu müssen Sie bei der Schulgemeinde nachfragen. Diese führt ein separates Budget.

Wittenbach hat eine eher tiefe Steuerkraft. Wo steht man im Moment im Vergleich zu anderen Gemeinden im Kanton?

In der kantonalen Rangliste nach Steuerkraft hat Wittenbach ein paar Plätze gut gemacht. Von 77 Gemeinden stehen wir jetzt an der 45. Stelle – also nach wie vor relativ weit hinten.

Dennoch konnte die Gemeinde in den letzten zwei Jahren die Steuern senken. Stehen weitere Steuersenkungen im Raum?

Jetzt haben wir die Rechnung verabschiedet. Eine mögliche Steuersenkung ist dann Sache des Budgets, das der Gemeinderat im Herbst behandelt. Aber natürlich: Eine weitere Steuersenkung werden wir ernsthaft prüfen.

Derzeit befindet sich das Schulhaus Sonnenrain im Bau. Ist ein Teil des Ertragsüberschusses für die Finanzierung des Schulhauses vorgesehen?

Nein, das Schulhaus Sonnenrain ist bereits budgetiert. Die Rechnung des Jahres 2018 hat keinen Einfluss auf die Finanzierung dieses Projekts.

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