Wintertradition
Fondue am See: Die abgespeckte Mini-Version findet in dieser Wintersaison im Schloss Wartensee in Rorschacherberg statt

Aufgrund der Pandemie finden die traditionellen Fondueevents in veränderter Form statt. Die Sperrfrist ab 19 Uhr könnte aber für die übrig gebliebenen Fonduehütten das endgültige Aus bedeuten.

Theepan Ratneswaran
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Dank der Dekoration mit rot-weiss karierten Tischdecken, viel Holz und Felldecken entsteht eine entspannte Winterstimmung.

Dank der Dekoration mit rot-weiss karierten Tischdecken, viel Holz und Felldecken entsteht eine entspannte Winterstimmung.

Bild: PD/Schloss Wartensee

Winterzeit ist Fondue- und Raclettezeit. Wenn es draussen kalt wird, zieht es viele in die wohlig warmen Hütten und Chalets mit Cheminée. Ja, einen regelrechten Ansturm gibt es gewöhnlich auf diese winterlichen Fonduebeizen.

Dieses Jahr ist vieles anders. In Rorschach wurden die Plätze in der Vergangenheit jeweils schon einige Monate im Voraus reserviert. Das Fondue am See und die Eisarena sind gern besuchte Fixpunkte. Coronabedingt verschiebt sich der Fondueplausch in diesem Winter jedoch aufs Schloss Wartensee in Rorschacherberg, das in vier Gehminuten von der Haltestelle Wartensee der Rorschach-Heiden Bergbahn zu erreichen ist.

Fondue mit Blick auf den See

Kaspar Lenz ist seit August 2019 Geschäftsführer des Schlosses Wartensee.

Kaspar Lenz ist seit August 2019 Geschäftsführer des Schlosses Wartensee.

Bild: PD

Kaspar Lenz ist seit August 2019 Geschäftsführer auf Schloss Wartensee. In der Wintersaison 2020/2021 findet nun erstmalig unter seiner Führung das Fondue am See statt. «Es ist lässig: Fondue am See ist eine Rorschacher Institution – ich freue mich riesig, diese Tradition fortzuführen», sagt Lenz.

Leider könne in diesem Jahr jedoch nur die «abgespeckte Mini-Version» durchgeführt werden, sagt Lenz. Das Schutzkonzept hätte im Pavilion am See mit Eisbahn nicht funktioniert. Die Alternative «mit Blick auf den See» vom Schloss Wartensee aus könne hingegen regelkonform ab dem 10. bis zum 19. Dezember und dann ab dem 7. Januar bis in den Februar hinein durchgeführt werden.

«Dank der Dekoration mit rot-weiss karierten Tischdecken, viel Holz und Felldecken entsteht eine entspannte Winterstimmung.»
Die Mini-Version von Fondue am See müsste aufgrund der Sperrfrist ab 19 Uhr möglicherweise – sicher für dieses Jahr – abgebrochen werden.

Die Mini-Version von Fondue am See müsste aufgrund der Sperrfrist ab 19 Uhr möglicherweise – sicher für dieses Jahr – abgebrochen werden.

Bild: PD

Nicht nur Fitnessteller im «Arion»

Mit dem typischen alpinen Appenzeller-Chic könne sie nicht aufwarten, sagt Rahel Wagner lachend, die seit 2015 Geschäftsführerin des Seecafés Arion ist. Zwei Jahre lang war Wagner verantwortlich für das winterliche Fondue am See. Seit diesem Jahr habe sie sich jedoch entschieden, ganzjährig ihre Gaststätte zu führen, sagt sie.

Das Arion ist für den Fitnessteller bekannt. Neu könne man aber auch ein Fondue oder Raclette auf der Terrasse unter freiem Himmel geniessen. Die Öffnungszeiten sind von 11 bis 19 Uhr.

Die Sperrfrist als Damoklesschwert

Die neuerliche Beizen-Sperrfrist ab 19 Uhr tangiere sie nicht gross, sagt Wagner. Die Sonntagsschliessung für die Restaurants ist momentan auch vom Tisch. Sorgen mache sie sich aber um das Schloss Wartensee. Es sei eine super Idee, dass das Fondue am See dieses Jahr im Schloss stattfinde und trotz den Umständen nicht ganz abgesagt wurde. Jedoch fragt sie sich: «Wie lange bleibt das so?»

Denn Fondueessen geht man meistens abends. Die Beizen und Hütten müssen nun gemäss bundesrätlicher Verordnung nicht erst um 23 Uhr, sondern neu vier Stunden vorher die Schotten dichtmachen. Das könnte für die Beizer ein Problem darstellen. Auch die Mini-Version von Fondue am See müsste dann möglicherweise – sicher für dieses Jahr – abgebrochen werden, sagt Kaspar Lenz.

Grosser Verlust im Hühnerstall

Schon nach einem Tag heisst es hingegen Lichterlöschen im Rheintal: Wie das Schloss Wartensee hat der «Hühnerstall 2» in Rheineck am 10. Dezember ihre Türen geöffnet. Das Fonduechalet war bereits am ersten Abend fast ausgebucht. Die Lager seien voll, die Hütte und Lounge komplett eingerichtet, die Küche gebaut und das Personal eingestellt, sagt Ivo Ganz, Geschäftsführer von Expofair und Projektleiter vom Chalet.

Nach dem Entscheid des Bundesrates am Freitag ist jedoch bereits der zweite Öffnungstag «Ustrinkete». Das Fondue- & Raclettechalet Rheineck müsse nun mit mindestens 250‘000 Franken Verlust rechnen, sagt Ganz.

Aus der Traum eines Fonduechalets in Buriet

Ein anderes Fonduechalet hat den Betrieb gar nicht erst aufgenommen. In der Zeit von Anfang Oktober 2020 bis Anfang Januar 2021 plane eine private Gastrounternehmung den Betrieb eines Fonduechalets beim Kreisel Buriet, hiess es im Oktober in einer Mitteilung der Gemeinde Thal.

Er gehe davon aus, dass wegen der Coronamassnahmen des Bundes das Chalet in Buriet dieses Jahr nicht mehr stattfindet, sagt Christoph Giger, Gemeinderatsschreiber von der Gemeinde Thal. Auf telefonische Nachfrage bestätigt der Gesuchsteller: Im letzten Moment mussten sie die Bremse ziehen, sagt Stefan Tobler, Geschäftsführer von Pischa Davos. Er sagt:

«Die ganze Wintersaison ist ein wenig unsicher.»

In ihrem Hotel in Davos könne man jedoch Fondue und Raclette essen, sagt Tobler. Und nächste Wintersaison solle dann auch in Buriet serviert werden.

Im «Hühnerstall 2» in Rheineck gibt es verschiedene Fondues in der eigenen Militärgamelle mit Rechaud.

Im «Hühnerstall 2» in Rheineck gibt es verschiedene Fondues in der eigenen Militärgamelle mit Rechaud.

Bild: PD/Hühnerstall