LENGGENWIL: Wenn Opa keinen Platz mehr hat

«Die hölzerne Schüssel» heisst das Schauspiel, das Theater Lenggenwil im März auf die Bühne bringt. Es ist ein sozialkritisches Stück, das die Zuschauerinnen und Zuschauer jedoch auch zum Schmunzeln anregt.

Zita Meienhofer
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René (Hanspeter Künzli) und Edi (Daniel Frick) lassen sich nur ungern während ihres Spiels von Opa Leo (Willi Schibler) stören. (Bilder: Zita Meienhofer)

René (Hanspeter Künzli) und Edi (Daniel Frick) lassen sich nur ungern während ihres Spiels von Opa Leo (Willi Schibler) stören. (Bilder: Zita Meienhofer)

LENGGENWIL. René, der jüngere Sohn von Leo Maag, ist nach Jahren aus Berlin in seine Heimat zurückgekehrt. Eigentlich wollte er gar nicht hierher kommen. Sein älterer Bruder Max bestand darauf. Es muss beraten werden, wie es mit Vater Leo weitergeht. Maxs Frau Klara will ihren Schwiegervater nicht mehr im Haus haben. Er nervt sie. Er muss gehen. Sie erträgt es nicht mehr, dass ihm die hölzerne Schüssel so oft aus den Händen fällt, alles auf dem Boden ist. Er muss woanders hin. Woanders? Ins Altersheim? Szenenwechsel. Klara trifft im Haus auf Untermieter Edi. Er bezirzt sie, umgarnt sie. Kann sie ihm widerstehen? Szenenwechsel. Enkelin Susi mag ihren Opa, möchte nicht, dass er das Haus verlassen muss. Sie hilft ihm, unterstützt ihn.

Film diente als Vorlage

«Die hölzerne Schüssel» gehört zu jenen Volksschauspielen, die nicht allgemein bekannt sind. Regisseur Peter Bernhardsgrütter hatte das Stück des amerikanischen Schriftstellers Edmund Morris vor Jahrzehnten auf einer Bühne in der Innerschweiz erstmals gesehen. Es hatte ihn begeistert und begeistert ihn noch heute. Irgendwann stand fest, dass es nun in Lenggenwil auf die Bühne kommen soll. Bernhardsgrütter besorgte sich vom Schweizer Fernsehen gegen ein Entgelt den Film zum Theaterstück. Gemeinsam mit dem ehemaligen Zuckenrieter Lehrer Hugo Forrer adaptierte er den Text so, wie er ihn haben wollte.

Jung steht für Alt ein

Was faszinierte nun den Regisseur Peter Bernhardsgrütter an diesem Theaterstück, dass er dafür sorgte, es in Lenggenwil aufführen zu können. «Dass die ganz Jungen sich für die Alten einsetzen, die Enkelin dafür besorgt ist, dass der Opa nicht ins Altersheim muss», antwortet er. Der Satz «Denket dra, au mer werdet emol alt», der war Bernhardsgrütters Schlüsselstelle, der hat ihm gefallen. Dieser Satz soll in der heutigen Zeit, in der man sich sehr schnell voneinander löse, nachdenklich stimmen, erklärt er.

Besonderes Bühnenbild

Während die zehn Laiendarstellerinnen und -darsteller intensiv am Proben sind, fertigt das Kulissenteam das Bühnenbild an. Dieses gibt den Blick frei in die verschiedenen Räume des Hauses der Familie Maag sowie auch in ihren Garten und zum Keller. Für einmal trennt kein Vorhang den Zuschauerraum und die Bühne, stehen die Kulissen sogar nah beim Publikum. Das Stück lebt von der Tatsache, dass das Publikum die Szenen in den einzelnen Räumen mitverfolgen kann, aber auch von den kurzen, prägnanten Sätzen.

Wie üblich bei Produktionen von Theater Lenggenwil ist auch dieses Mal die Theaterküche zwei Stunden vor Aufführungsbeginn geöffnet. Dem Publikum wird damit die Möglichkeit geboten, sich frühzeitig auf das bevorstehende Theaterspiel einzustimmen.

Aufführungen: 5., 9., 11., 12. März jeweils um 19.30 Uhr, 6., 13. März jeweils um 14 Uhr, im Mehrzweckgebäude Lenggenwil. Tickets sind erhältlich unter: info@theater-lenggenwil.ch oder 075 417 92 55 (Mi bis Fr 16 bis 20 Uhr). Weitere Infos: www.theater-lenggenwil.ch.

Peter Bernhardsgrütter Regisseur Theater Lenggenwil

Peter Bernhardsgrütter Regisseur Theater Lenggenwil