Kirche rührt die Werbetrommel

Die Evangelische Kirchgemeinde Wil beschreitet ungewöhnliche Wege: Mit Plakaten, Heckscheibenklebern und Postkarten wirbt sie für ihre Gottesdienste mit Band. Ziel ist es auch, vom verstaubten Image loszukommen.

Ursula Ammann
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WIL. Jeden Sonntag um 9.30 Uhr verkünden die Glocken der Kreuzkirche, dass wieder Gottesdienst ist. Neuerdings weist die Evangelische Kirchgemeinde Wil aber auch mit Heckscheibenklebern, Postkarten und Plakaten darauf hin. Am Samstag startete sie ihre dreiteilige Werbeaktion unter dem Slogan mittendrin:–ref-wil.ch (siehe Infobox). «Wir wollen damit zeigen, dass wir mitten in der Stadt und mitten im Leben stehen», sagt Kirchgemeindeschreiber Markus Graf. Mittendrin nimmt auch Bezug auf das neue Kirchgemeindehaus, das Ende 2014 mitten im Zentrum Wils eröffnet wurde.

Gottesdienste mit Band

Seit zehn Jahren finden in der evangelischen Kirche Wil Gottesdienste mit eigener Band statt, und um diese geht es im ersten Teil der Werbekampagne auch. Mit Statements wie «Hier erlebe ich super Gemeinschaft» oder «Hier spüre ich Gott in der Musik» zeigen sich acht Gemeindemitglieder mit ihrem Porträtbild auf Plakaten sowie Postkarten, um zu dieser besonderen Form des Gottesdienstes einzuladen. Zielgruppe seien jene Kirchbürgerinnen und Kirchbürger, die einen frischen und lebendigen Gottesdienst mit moderner Musik mögen, erklärt Markus Graf. Dabei gebe es keine Alterslimite.

Überraschend auftreten

Die Plakate – es sind derzeit 25 an der Zahl – wurden an den Ortseinfahrten und in der Innenstadt aufgehängt. Bald erobern sie auch die Unterführung am Bahnhof Wil.

Mit ihrer Werbekampagne hat die Evangelische Kirchgemeinde Wil ungewöhnliche Wege beschritten, was bei nationalen kirchlichen Medien Resonanz auslöste. «Ziel ist es auch, überraschend aufzutreten und vom verstaubten Image loszukommen», sagt Markus Graf. Die Kirchgemeinde will mit ihrer Kampagne der gesamten Öffentlichkeit zeigen, dass sie ihre Gottesdienste attraktiv und zeitgemäss gestaltet. In der Stadt soll darüber gesprochen werden.

So geht es bei dieser Werbekampagne auch um die Imagepflege und nicht ausschliesslich darum, die Kirche bis auf den letzten Platz zu füllen. «Wir sind in der glücklichen Lage, dass unsere Gottesdienste gut besucht sind», sagt Markus Graf. Die Anzahl der Kirchbürger in Wil, Rickenbach, Wilen und Zuzwil bleibt mit über 6500 stabil.