Die Begleitung als Erfolgsrezept

WIL. Der bekannte Psychotherapeut Allan Guggenbühl überreichte am Dienstagabend der Oberstufenschule Tipiti an der Glärnischstrasse in Wil den Anerkennungspreis der Peter-Hans-Frey-Stiftung. Den Preis erhält die Sonderschule für ihre pädagogische Leistung.

Philipp Haag
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Der Jugendpsychologe Allan Guggenbühl (r.) beglückwünscht Tipiti-Wil-Schulleiter Ruedi Gurtner. (Bild: Philipp Haag)

Der Jugendpsychologe Allan Guggenbühl (r.) beglückwünscht Tipiti-Wil-Schulleiter Ruedi Gurtner. (Bild: Philipp Haag)

Überraschend viele Jugendliche drängen sich ins Parterre des Hauses an der Glärnischstrasse. Der Grund für ihre Anwesenheit ist zwar grossartig, oft aber eine trocken-steife Angelegenheit: Die Übergabe eines Preises. Der bekannte Schweizer Psychotherapeut Allan Guggenbühl überreicht der Oberstufensonderschule Tipiti in Wil den Anerkennungspreis der Peter-Hans-Frei-Stiftung für ihre pädagogische Leistung. Guggenbühl ist Stiftungsratspräsident.

Mehr als gescheites Konzept

Dass sich viele Schülerinnen und Schüler, gegenwärtige und ehemalige, unter den Gästen befinden, ist ein Zeichen ihrer Verbundenheit mit der Schule. Ihre Anwesenheit beweist, dass das Motto der Schule «Der Jugendliche steht im Zentrum» keine leere Worthülse ist und Guggenbühls Begründung zutrifft: «Tipiti ist eine Schule, in der tatsächlich Schülerinnen und Schüler vorkommen.» Was er damit meint: Bei der Wiler Tipiti-Oberstufe handelt es sich um eine Schule, die ein «gescheites Konzept» nicht nur vorlegt, sondern dieses auch lebt und konsequent umsetzt. So hebt Guggenbühl besonders hervor, dass die Jugendlichen nicht nur während der Schulzeit von einer Bezugsperson begleitet werden, sondern auch während der folgenden Lehre (siehe Kasten). «Es gibt Jugendliche, die einen etwas anderen Weg benötigen.»

Dass dieser Tipiti-Weg zum Ziel, nämlich die Integration in die Berufswelt, erfolgreich ist, beweist ein ehemaliger Schüler eindrücklich. Er nahm im vergangenen Jahr an der Berufsmeisterschaft Swiss Skills teil. Ein anderer Schüler zeigt seine Dankbarkeit, indem er für den Tag der offenen Tür, der am Dienstag zum 10-Jahr-Jubiläum neben der Preisübergabe veranstaltet wird, von sich aus das Treppenhaus neu streicht.

Für alle eine Lehrstelle

Für alle 78 Jugendlichen, die im Verlauf der vergangenen zehn Jahre Tipiti in Wil besucht haben, sei eine Ausbildungsplatz gefunden worden, sagt Schulleiter Ruedi Gurtner, der die Sonderschule in Wil mitgegründet hat. Die Erfolgsquote ehemaliger Tipiti-Jugendlicher bei der Berufslehre liegt bei über 80 Prozent. Gurtner freut sich denn auch über die Anerkennung. Er empfindet den Preis als «Wertschätzung für unsere Arbeit». Dass die Ehrung von Aussen kommt, beweist dem Schulleiter, dass die Arbeit, «die für uns Tag für Tag selbstverständlich ist», wahrgenommen wird. Der Preis ist mit 10 000 Franken dotiert.