Den Augenblick wahrnehmen

Der «Kurs am Montag» der Kantonalen Psychiatrischen Dienste – Sektor Nord – vom 27. August in Wil behandelt das Thema der Achtsamkeit. Der Psychiater Kersten Schelch erklärt, warum Verdrängung psychisches Leiden aufrechterhält.

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Kersten Schelch ist Oberarzt am Ambulatorium im Psychiatrischen Zentrum St. Gallen. (Bild: zVg)

Kersten Schelch ist Oberarzt am Ambulatorium im Psychiatrischen Zentrum St. Gallen. (Bild: zVg)

In einer Zeit, in der Multitasking, nämlich die Fähigkeit, verschiedenste Dinge gleichzeitig zu tun, mit Effizienz gleichgesetzt wird, scheint die Achtsamkeit ein Mauerblümchendasein fristen zu müssen. Nicht so in der Psychiatrie und Psychotherapie. Hier hat sich gezeigt, dass die Konzentration auf das Hier und Jetzt, das Zulassen sowohl angenehmer als auch unangenehmer Empfindungen für das seelische Gleichgewicht bestimmend sind.

Leiden durch Verdrängung

Bei der Entstehung und Aufrechterhaltung verschiedener psychischer Störungen spielt beispielsweise die Unterdrückung oder Vermeidung unerwünschter Erfahrungen und Gedanken eine Rolle. Dies treffe nicht nur bei Angststörungen, sondern auch bei Schlafstörungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen zu, meint der Psychiater Kersten Schelch, der als Oberarzt das Ambulatorium am Psychiatrischen Zentrum in St. Gallen leitet. So würde zum Beispiel ein intensiver Versuch, Ungewolltes zu verdrängen, dazu führen, seine Bedeutsamkeit zu erhöhen, ein damit verbundenes psychisches Leiden aufrechtzuerhalten.

Das Hier und Jetzt

Achtsamkeit ist schon seit langem aus dem Buddhismus bekannt. In der Meditationspraxis wird Achtsamkeit, die Konzentration auf das Hier und Jetzt geübt. Im «Kurs am Montag» vom 27. August in der Psychiatrischen Klinik Wil erklärt Kersten Schelch, was Achtsamkeit bedeutet, wie man Achtsamkeit im Rahmen der Psychotherapie schult und welche Bewandtnis es mit dem so genannten Sorc-Schema hat. Nach seinem Referat bleibt Zeit für Fragen aus dem Publikum. Der Kurs ist öffentlich und unentgeltlich. (pd)