My Name is Hund, James Hund

Auf den Hund gekommen ist die Autorengruppe Ohrenhöhe. Am Freitag feierte das Trio in Flawil die Premiere von «Komm mit uns nach Spaniel».

Michael Hug
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Auf den Hund gekommen: Die zum Trio geschrumpfte «Ohrenhöhe». (Bild: Michael Hug)

Auf den Hund gekommen: Die zum Trio geschrumpfte «Ohrenhöhe». (Bild: Michael Hug)

FLAWIL. «Gestern abend kam der Hund mit einem toten Briefträger nach Hause. Ich glaube, das gibt Ärger, sagte ich zum Hund.» Die Herren in der Postdirektion werden wenig Verständnis haben, liest Helen Knöpfel weiter. Dennoch lässt die Hundebesitzerin auch am nächsten Tag ihren adoleszenten Liebling wieder allein nach draussen: «Sie kennen das ja, ab einem gewissen Alter wollen sie selbständig sein.» Man könne doch einen Hund nicht an die Leine zwingen, so Knöpfel. Am Ende kriege sie noch Probleme mit dem Tierschutz: «Da warte ich lieber auf eine Reaktion der Post.»

Man bellt nur zweimal

Solche und andere schräge Kurzgeschichten lasen Helen Knöpfel, Eva Philipp und René Oberholzer, bekannt als Autorengruppe Ohrenhöhe, am Freitag im Kulturkeller des Restaurants Park. Es war die Premiere des neuen Programms «Komm mit uns nach Spaniel». Wie der Titel schon sagt – es geht um Hunde. Um Hundeleben, um das Leben mit Hunden, das Leben aus der Sicht der Hunde oder umgekehrt. «My Name is Hund, James Hund!», sagte René Oberholzer, und Knöpfel ergänzte: «Man bellt nur zweimal!» – «Bellen und kläffen lassen», meint dazu Eva Philipp, und Oberholzer: «Der Spitz, der mich liebte.» Schliesslich Knöpfel, Flawiler Schulleiterin im Ruhestand: «Ein Quantum Trockenfutter!»

Es war ein Abend nicht des lauten Schenkelklopfens, sondern des stillen, genüsslichen In-sich-Hineinschmunzelns. Die Ohrenhöhe ist bekannt für satirische, ironische, bisweilen sarkastische Texte, lapidare Bemerkungen manchmal nur, manchmal auch makaber und deftig: «Mister Bond, wollen sie das Hundefleisch gehackt oder geschnetzelt?»

Frei von Emotionen

Jeweils zweimal sechs Minuten hatten die Autoren für ihren Vortrag zur Verfügung. Dazwischen setzten sie als Trio jeweils einen «Showblock», zum Beispiel die Szene mit den Bond-Assoziationen. Die fast völlige Abwesenheit jeglicher Emotionen seitens der Vortragenden während des rund einstündigen Anlasses liess die Zuschauenden in ihrer eigenen Betroffenheit – oder eben nicht. Man konnte lachen oder um getötete Hunde (oder Postboten) weinen, sich innerlich abwenden oder äusserlich Beifall spenden.

Vergnügungen der spröden Art

Lesungen von Ohrenhöhe sind stets Vergnügungen der spröden Art, aber alleweil äusserst unterhaltsam. Eine ganze Schar von Zuschauenden wollte das literarische Hundekuchengemetzel zwischen Strassenlaterne, Sommerlinde und Kotbeutelspender erleben. Bei der Premiere war das ursprüngliche Quintett zum Trio geschrumpft. Knöpfel und Oberholzer meinten dazu: «Jakob Näf muss sich um seinen Nachwuchs kümmern, und Charlotte Maier hat ein Studium aufgenommen und ist nach Aarau gezogen.» Bleiben müsse die heutige Konstellation allerdings nicht.