Die innere Unruhe mit Kunst befreien

«Kunst ist Ehrlichkeit des Machers und des Betrachters.» Dies sind die Worte von Gerhard Zwahlen, der im Zuzwiler Riet zwei seiner Skulpturen ausstellt. Schon sein Leben lang ist er künstlerisch tätig, begonnen mit dem Leben.

Vivien Steiger
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ZUZWIL. Bei seiner Geburt hat er mit dem Kunstschaffen begonnen. Denn: «Es ist eine Kunst, zu leben», sagt Gerhard (Gery) Zwahlen aus dem thurgauischen Hauptwil. Er sei Künstler, um seine innere Unruhe zu befreien.

Mit seiner Kunst möchte der 50-Jährige der Betrachterin oder dem Betrachter die Möglichkeit bieten, in sich zu kehren und nachzudenken, was wichtig und was unwichtig ist. «Die Plattform, die mir im Zuzwiler Riet angeboten worden ist, gibt mir die Möglichkeit, um die Formen und die Gestaltungen zu veröffentlichen und mein Inneres nach aussen zu kehren», sagt er. Wie viel Zeit Gery Zwahlen bis zur Fertigstellung seiner Werke braucht, kann er nicht genau sagen: «Bei einem Werk ist die Zeit zeitlos, denn es ist nie wirklich vollendet», erklärt der in Aadorf geborene Künstler.

Er stellt zwei Skulpturen im Riet aus. Diese hätten sich selbst für die Ausstellung dargeboten. Ein Werk sieht aus wie eine Christbaumkugel und besteht auch aus solchen. Die Besucherinnen und Besucher können sich in die Kugel setzen und sich mit Engelsflügeln und Heiligenschein fotografieren lassen oder gegenseitig bestaunen. Die zweite Skulptur ist «der Augenblick»: Er hat zwei Augen und eine Maske, die auf zwei Ringen ruhen. «Die Augen sind das Leben, also die Seele», sagt der verheiratete Künstler. «Der Anfang die Geburt, das Ende der Tod.» Die Maske sei das verbindende Glied, und die Ringe symbolisierten den Lauf des Lebens. «Man soll sich im Leben bewusst sein, wie kurz es ist und dass wir als einzelner nicht so wichtig sind. Wir sind eine Einheit, in Symbiose mit der Natur und der Umwelt», erklärt er sein Werk.

Kunst@Natur Teil 16: Die Wiler Zeitung porträtiert alle Künstler, die im Zuzwiler Riet ausstellen.

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