Die Faszination des Experimentierens

ZUCKENRIET. Zwei Klassen der Oberstufenschule Sproochbrugg bekamen die seltene Gelegenheit, unter Betreuung von Fachkräften der PHSG St. Gallen mit High-Tech-Geräten zu experimentieren.

Ernst Inauen
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Die Schüler prüfen die Zusammensetzung von Camping-Gas. (Bild: ei.)

Die Schüler prüfen die Zusammensetzung von Camping-Gas. (Bild: ei.)

«Man kann nichts so gut lernen wie aus eigener Erfahrung», wusste schon Albert Einstein. Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarklassen 2A und 2B von Stefan Lutz und Carmen Bollhalder erlebten einen lehrreichen und spannenden Schultag.

An zwölf Arbeitsplätzen durften sie während eines halben Tages mit High-Tech-Geräten selber Experimente ausführen. Vorgängig wurden sie in ihren Klassen mit den verschiedenen Möglichkeiten vertraut gemacht und durften vier Posten auswählen.

Im normalen Schulunterricht kämen die Naturwissenschaft und die Technik zu kurz, bekannte Schulleiter Freddy Noser. Der aktuelle Lehrplan lasse wenig Zeit zu für experimentelle Technik. Darum sei die Initiative von Stefan Lutz und Carmen Bollhalder von der Schulleitung gerne unterstützt worden. Im Hinblick auf die Berufswahl der Schüler seien solche Einblicke in die moderne Technik sehr wertvoll.

Fachleute und Studierende

Ein sechsköpfiges Projektteam der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (PHSG) rückte mit dem mobilen Labor (mobiLLab) in Zuckenriet an. Im Schulzimmer von Stefan Lutz richteten Projektleiter Markus Roth, die naturwissenschaftliche Assistentin Gisela Wirz, der pensionierte Empa-Physiker Markus Rüedi sowie die PHS-Studierenden Marina Rüegg, Annina Hirsbrunner und André Bärlocher die zwölf Arbeitsplätze ein. Von Ende Oktober bis Ende Mai sei das Team etwa 25mal bei Oberstufenschulen im Kanton St. Gallen im Einsatz. Das Projekt laufe seit vier Jahren und werde von der Metrohm Stiftung finanziert.

Naturwissenschaftliche Themen

«Das Projekt möchte bei den Jugendlichen das Interesse an Naturwissenschaft und Technik fördern. Mit Hilfe modernster Instrumente und Methoden sollen sie alltagsnahe Fragestellungen untersuchen», sagte Markus Roth. Der Umgang mit modernen Geräten und Instrumenten solle sie motivieren und zu einer vertieften Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen anregen. An vier Posten konnten sich die Oberstufenschüler in die Kurzanleitungen einlesen, das Vorgehen überlegen und die Versuche im Zweierteam durchführen. Wenn Fragen auftauchten, standen die Fachleute zur Seite. Die Resultate der Experimente werden später im Klassenunterricht verarbeitet.