Erfolg bei Biodiversität anstreben

Rückblick auf die Sitzung des Grossen Rates vom 15. Februar Die Umsetzung des revidierten Vormundschafts- bzw.

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Rückblick auf die Sitzung des Grossen Rates vom 15. Februar

Die Umsetzung des revidierten Vormundschafts- bzw. Kindes- und Erwachsenenschutzrechtes, die Schaffung einer kantonalen Pflegekinderfachstelle sowie die Umsetzung der Revision des Immobiliarsachen- und Grundbuchrechtes waren nochmals Thema in der Ratssitzung. Die Mammutvorlage steht etwas unter Zeitdruck, da der Bundesrat das neue Erwachsenenschutzrecht auf den 1. Januar 2013 in Kraft gesetzt hat. Im Gegensatz zur ersten Sitzung haben sich die Wogen deutlich geglättet und der baldigen Einführung der Gesetze steht wohl nichts mehr im Weg. Von der gleichen Kommission beraten wurde auch die Botschaft zur Änderung des Anwaltsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch. Auch hier gab es kaum mehr Wortmeldungen zu verzeichnen.

Änderungen abgesegnet

Mehr zu reden gaben hingegen die Änderungen der Geschäftsordnung des Grossen Rates. Büromitglied Willy Weibel schlüpfte für einmal in die Rolle eines Regierungsrates, dies weil die Geschäftsordnung den reibungslosen Ablauf des Parlamentsbetriebs sicherstellen muss und damit ein internes Geschäft des Grossen Rates ist. Der Balterswiler meisterte die Aufgabe mit Bravour, die vorgeschlagenen Änderungen wurden abgesegnet. Die aus Zeitgründen bei der letzten Energiedebatte nicht behandelte Interpellation über Massnahmen zur Senkung des Stromverbrauchs wurde ebenfalls diskutiert und zum Schluss wurde auch das letzte Geschäft, eine Interpellation zum Thema Biodiversität, abgetragen. Wir Bauern pflegen und prägen Landschaften. Aber auch die Konsumenten beeinflussen mit ihren Kaufentscheiden sehr direkt unsere Umwelt.

Zusammenarbeit erwünscht

Es gibt viele Widersprüche. Mehr Ökoflächen und mehr Einschränkungen bei der Produktion bedeuten auch noch weniger einheimische Nahrungsmittel und damit noch mehr Importe, noch mehr Fluglärm, noch mehr CO2-Ausstoss. Die Wohlstandsgesellschaft, die mehr Biodiversität verlangt, ist identisch mit der Gesellschaft, die Ferien in fernen Destinationen verbringt, die immer mehr Wohnraum pro Person beansprucht und immer weniger saisongerecht Nahrungsmittel konsumiert, die Zweitwohnungen besitzt und am Wochenende in London noch schnell Einkäufe tätigt. Eine Politik, die solches zulässt, ist nicht nachhaltig. Maximalforderungen sind auf beiden Seiten abzulehnen. Konsumenten, Naturschutz und Landwirtschaft müssen eng zusammenarbeiten. So können weitere Erfolge auch bei der Biodiversität erzielt werden. Josef Gemperle

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