ZUZWIL: Nächste Runde im Leuchtenstreit

Der Zankapfel ist eine Strassenlampe. Ihres Lichtes wegen liegen sich der Gemeinderat und eine Einwohnerin seit Jahren in den Haaren: über alle Instanzen hinweg. Ob sich die Parteien nun finden, ist offen.

Andrea Häusler
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Die Pilzleuchte des Anstosses steht auf der Südseite der Leubergstrasse, unmittelbar gegenüber den Terrassenhäusern im Zuzwiler Lenter-Quartier. (Bild: Andrea Häusler)

Die Pilzleuchte des Anstosses steht auf der Südseite der Leubergstrasse, unmittelbar gegenüber den Terrassenhäusern im Zuzwiler Lenter-Quartier. (Bild: Andrea Häusler)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Der Ursprung des Zwists geht zurück auf das Jahr 2012. Damals wurde, im Zuge der Überbauung des Grundstücks Leubergstrasse 14, ein Strassenkandelaber versetzt: unmittelbar vor die Terrasse und das Wohnzimmerfenster der gegenüberliegenden Terrassenwohnung. Der Antrag der Stockwerkeigentümerin auf Versetzung der Leuchte oder den Verzicht auf diese wurde vom Gemeinderat abgewiesen. Einerseits aus Sicherheitsgründen und anderseits wegen der Funktion des Beleuchtungskonzepts als verkehrsberuhigende Massnahme. Damit war die Basis für eine rechtliche Auseinandersetzung über alle Instanzen hinweg bis vor Bundesgericht gelegt.

Der Rekurs der Rentnerin gegen den damaligen Entscheid des Gemeinderats wurde vom kantonalen Baudepartement abgewiesen. Vor Verwaltungsgericht erzielte die Beschwerdeführerin dann allerdings einen Teilerfolg. Dieses wies die Gemeinde an, technische Massnahmen zur Verminderung der Lichtemissionen zu eruieren und zu realisieren. Die geforderte Verlegung des Lampenstandortes hingegen wurde vom Gericht nicht gestützt. Die Zuzwilerin gelangte in der Folge an das Bundesgericht, das auf die Beschwerde jedoch nicht eintrat. Mit der Begründung, dass es sich beim Verwaltungsgerichtsentscheid um einen Zwischenentscheid handle und der Ball bei der Gemeinde liege.

Der Leuchtenstandort ändert nicht

Der Gemeinderat will nun auch handeln. «Wir haben bewusst den Entscheid des Bundesgerichts abgewartet», sagt Gemeindepräsident Roland Hardegger auf Anfrage. In Zusammenarbeit mit dem Hersteller der Strassenleuchten werde man eine Lösung suchen, welche die Lichtimmissionen auf die Umgebung der Strasse eindämmt. Einfach sei dies nicht: «Wir können nicht bloss den Lichtkörper austauschen.» Am Standort des Kandelabers will der Gemeinderat aber festhalten. Diesen habe auch das Verwaltungsgericht bestätigt. Genauso wie die Richtigkeit der Durchführung des Verfahrens, macht Roland Hardegger klar.

Ob der jahrelange Konflikt mit der Umsetzung der «Massnahmen» beigelegt werden kann, bleibt vorderhand offen. Die betroffene Rentnerin bleibt jedenfalls skeptisch. Ihr geht es nicht nur um die Streulichtimmissionen, die ihre Lebensqualität unverhältnismässig beeinträchtigten und verhindern, dass die Stimmung der Nacht auf die Terrasse wirkt. Weitere Kriterien sind Entwertung der Wohnung und die Ästhetik – sprich, der 80 Zentimeter hohe Lampenkopf vor der Aussicht. Dies hatte sie mehrfach deutlich gemacht.

«Eine blosse Abschirmung bringt nichts»

Zum hängigen Verfahren will sie sich auf Anfrage nicht äussern, betont aber doch, dass sie sich nicht mit einer halbwolligen Lösung abspeisen lassen werde. Eine blosse Abschirmung, ein Blendenring am Lampenkopf, bringe nichts, sagt sie. In den Kampf um mehr Lebensqualität habe sie Geld und Nerven investiert. Aufzugeben ist für sie daher keine Option. Zumindest lässt die Rentnerin durchblicken, dass sie – sollten die Massnahmen der Gemeinde nicht greifen – erneut das Bundesgericht anrufen wird.