OSTSCHWEIZ: Die Pnos hat arglistig hinters Licht geführt

Ein vermeintlicher Sportclub entpuppt sich als rechtsextreme Partei: Was der Schulgemeinde Bettwiesen am Wochenende passiert ist, könnte in jeder anderen Gemeinde auch geschehen.

Hans Suter
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Als Sportclub getarnt, mietete sich die Pnos in der Turnhalle Bettwiesen ein. Anwesend waren auch Angehörige des «Ahnensturms». (Bild: Hans Suter)

Als Sportclub getarnt, mietete sich die Pnos in der Turnhalle Bettwiesen ein. Anwesend waren auch Angehörige des «Ahnensturms». (Bild: Hans Suter)

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

Wie ist es möglich, dass sich die als rechtsextrem geltende Partei national orientierter Schweizer (Pnos) in einer Turnhalle einmieten kann, ohne dass jemand Verdacht schöpft? Indem der Vermieter bei der Buchung arglistig getäuscht wird. Genau das ist den Verantwortlichen der Primarschule Bettwiesen passiert.

Vor wenigen Tagen fragte ein Sportclub in Bettwiesen nach, ob die Turnhalle kurzfristig als Ausweichmöglichkeit zur Verfügung stünde. Es gehe um einen Selbstverteidigungskurs, der am Samstagnachmittag stattfinden sollte. Nichts ahnend wurde der Mietvertrag ausgestellt. Am Samstag folgte die Überraschung.

In Zukunft noch kritischer hinschauen

Rund 40 Personen – Frauen, Männer und Kinder – fanden sich am Samstagnachmittag in der Turnhalle ein. Darunter auch Angehörige des Ahnensturms. Doch die Kantonspolizei Thurgau hatte Wind bekommen von diesem geheimen Treffen. Woher, darüber schweigt sich der Mediendienst aus. Bestätigt wird aber, dass sich die Personen beim Eintreffen der Polizei sportlich be­tätigt hätten. Die Polizei hat sogleich Personenkontrollen durchgeführt und die Gemeinde informiert. Strafbare Handlungen seien nicht festgestellt worden. Dennoch musste die Pnos den Kurs sofort abbrechen. Die Schulgemeinde erklärte den Benutzungsvertrag als nichtig. «Die Reservation ist unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zu Stande gekommen», begründet Schulpräsident Edgar Andreoli den Entscheid. Vom Polizeieinsatz wurde er völlig überrascht. «Wir sahen bei der Reservation keinen Grund, den Sportclub zu hinterfragen», sagt Andreoli. Das hätte ebenso gut in jeder anderen Gemeinde geschehen können. Lehren aus dem Vorfall zu ziehen sei bei Lügen schwierig. «Wir werden künftig wohl kritischer hinschauen», sagt Andreoli.