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Wiggen-Streit in Rorschacherberg: Die Fronten bleiben verhärtet

Auf der Wiese im Quartier Wiggen entstehen vorerst keine Häuser. Die umstrittene Strasse soll es aber trotzdem geben, Pläne mit den letzten Änderungen liegen derzeit auf. Die Haltung der Gegner ist klar.
Martin Rechsteiner
Auf der Grünfläche in der Bildmitte soll die neue Zufahrtsstrasse entstehen. Ihre Verbindung zur Wiggenrainstrasse erfolgt über den Kreisel im rechten Bildrand. (Bild: Hardy Buob, März 2018)

Auf der Grünfläche in der Bildmitte soll die neue Zufahrtsstrasse entstehen. Ihre Verbindung zur Wiggenrainstrasse erfolgt über den Kreisel im rechten Bildrand. (Bild: Hardy Buob, März 2018)

Das Projekt Überbauung Wiggen liegt derzeit auf Eis. «Das neue, kantonale Raumplanungsgesetz macht uns einen Strich durch die Rechnung», sagte Rorschacherbergs Gemeindepräsident Beat Hirs damals im «Tagblatt» (Ausgabe vom 16. Januar).

Dies freut die Mitglieder der IG Wiggen, bestehend aus Anwohnern der benachbarten Wiggenrainstrasse. Sie haben das Projekt bekämpft. Ihr eigentlicher Kampf gilt allerdings der geplanten Strasse, welche die neue Siedlung mit der Wiggenrainstrasse verbinden soll. Und diese will die Gemeinde so oder so bauen. Bis am 6. Mai liegt die finale Anpassung des Strassenprojekts öffentlich auf.

Wendeplatz leicht verkürzt

«Zwar haben wir die geplante Strasse 2017 bereits aufgelegt», sagt Gemeindepräsident Hirs. Die geänderte Rechtsprechung des kantonalen Baudepartements verhindere allerdings nicht nur die Überbauung vorübergehend, sondern mache auch eine Anpassung der Strasse nötig. «Es ist die letzte Änderung, die noch aufliegen muss: Der sogenannte Wendehammer, also das T-förmige Ende der Strasse, muss im Norden leicht gekürzt werden, weil er auf eine Parzelle ragte, die nun nicht bebaut werden darf.»

Es ist eine minime Anpassung einer Strasse, deren Bau im Dorf seit rund zwei Jahren für eine emotionale Debatte sorgt, die an der Bürgerversammlung 2018 in verbalen Attacken auf den Gemeindepräsidenten gipfelte. Anwohner der Wiggenrainstrasse wehren sich gegen das Projekt. Sie befürchten ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in ihrem Quartier erst durch die Baumaschinen – wenn eine Siedlung früher oder später doch realisiert wird – und anschliessend durch die Bewohner der neuen Häuser.

Weiter müssen für die neue Zufahrtsstrasse drei der Wiggenrain-Anwohner (plus der Besitzer des Baulandes) Land ihres Wohngrundstücks hergeben.

Die nun aufgelegte Kürzung des Wendehammers um wenige Meter am Ende der Strasse ändert deshalb auch nichts an der Einsprache, welche die über 30 Wiggenrain-Anwohner als Interessensgemeinschaft (IG) bereits eingereicht haben.

«Natürlich halten wir an der Anzeige fest»,

sagt IG-Gründerin Ruth Gradenecker. «Unser Anwalt ist angewiesen, die Einsprache aufrechtzuerhalten.» Der Rekurs hat vergangenes Jahr dazu geführt, dass die Gemeinde über die Bücher ging. Was dabei passierte, war allerdings nicht im Sinne der Einsprecher: Die Behörden stellten fest, dass die Strassengrösse nicht der neuen Norm entsprach und verbreiterte sie in den Plänen um 40 Zentimeter auf 3,8 Meter.

«Gemeinde ist verpflichtet»

Doch weshalb will die Gemeinde eine Strasse, wenn nicht klar ist, wann und in welcher Form es eine Überbauung in dem Gebiet überhaupt geben wird? «Es handelt sich um Bauland. Die Gemeinde ist von Rechts wegen verpflichtet, es mit einer Strasse auf Kosten des Parzellenbesitzers zu erschliessen», sagt Beat Hirs. «Und anders, als von der IG gewünscht, kommt die Zufahrtsstrasse nur mit diesem Verlauf in Frage.» Andere Varianten seien bautechnisch oder rechtlich nicht möglich. Die Einsprecher sehen das anders.

Nach Ablauf der Auflagefrist der jüngsten Anpassung wird die Gemeinde die Einsprache der IG entweder annehmen oder ablehnen. «Entscheidet die Gemeinde negativ, sind wir bereit, weiter zu gehen», sagt Gradenecker. In diesem Fall nimmt der Rekurs den Weg über das kantonale Baudepartement und über die Gerichte.

Enteignungen sind ein separater Fall

Ein nachgelagertes Verfahren steht bevor, wenn es um die allfälligen Enteignungen für den Bau der Strasse geht. Können sich die drei Anwohner und die Gemeinde nicht einigen, entscheidet das Gericht über die Höhe der finanziellen Entschädigung. Unter den Betroffenen ist auch Ruth Gradenecker. «Natürlich werde ich mich wehren», sagt sie.

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