Wie Tetris zusammengefügt: Der Ostflügel des Hotels Bad Horn steht – und die Gäste kommen

In zehn Monaten wurde der Osttrakt des «Bad Horn» modulartig zusammengebaut, das Hotel war währenddessen offen. Nun sind die 42 neuen Zimmer mit Restaurant und Lobby in Betrieb.

Jolanda Riedener
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Bilder: Michel Canonica

Es war ein sportliches Ziel: In acht Monaten sollte der Ostflügel des Hotels Bad Horn ersetzt werden. 42 neue, grössere Zimmer, das Restaurant Wave und eine Lobby wurden bei laufendem Hotelbetrieb aufgebaut. «Das Konzept setzte eine detaillierte Vorbereitung voraus», sagt Stephan Hinny, der mit seiner Frau Bernadette das Vier- Sterne-Superior-Hotel führt.

Mit dem Lockdown kam es zwar zu Verzögerung, das Ergebnis nach zehnmonatiger Bauzeit kann sich dafür sehen lassen. Im Doppelzimmer mit Seesicht, eigenem Balkon und Cheminée lässt es sich gut entspannen:

Bild: Michel Canonica

Der Ostflügel wurde um eine Etage aufgestockt. Alle Zimmer sind als Module angeliefert und aufgebaut worden – die Idee dazu stammt vom Ehepaar Hinny. Mit einem Spezialkran wurden die fixfertigen Zimmer während zweier Wochen an ihren Platz gesetzt. «So gab es weniger Lärm, was den laufenden Hotelbetrieb weniger einschränkte», sagt Stephan Hinny.

Stephan und Bernadette Hinny führen das Hotel Bad Horn seit elf Jahren.

Stephan und Bernadette Hinny führen das Hotel Bad Horn seit elf Jahren.

Bild: Michel Canonica

Ein Musterzimmer spielte dabei eine wichtige Rolle, da im Nachhinein nichts mehr an den fertigen Zimmermodulen angepasst werden konnte. Man habe auf regionale Partner gesetzt, die alle Zimmer vorbereitet hätten. Stephan Hinny sagt:

«Jede Steckdose musste sitzen.»
Im Januar wurden die Zimmermodule zusammengefügt.

Im Januar wurden die Zimmermodule zusammengefügt.

Bild: Rudolf Hirtl

Den Modulbau produzierte die Gossauer Firma Blumer-Lehmann, die Schreinerarbeiten die Firma Krattiger Holzbau in Amriswil. Zu den Kosten für den aufwendigen Umbau wollen sich die Hoteliers nicht äussern.

Der klassische Stil des Hotels bleibt erhalten

Seit dem 16. Juli werden die neuen Zimmer genutzt. Zum See hin wurden sie mit Balkonen ergänzt, einige sind barrierefrei. Die Zimmerzahl hat sich nur gering erhöht – von 67 auf 71.

Im ganzen Haus wurde das Reservations-, Kassen- und Schlüsselsystem ersetzt. Auch die Haustechnik, Toiletten, Warenanlieferung und der Weinkeller wurden angepasst. In den kommenden Wochen fallen noch letzte kleinere Arbeiten an. Den Gastgebern war es ein Anliegen, die 90 Mitarbeitenden, 16 Lernenden und zehn Aushilfen auch während der Umbauzeit zu behalten, wie sie sagen.

In den vergangenen 50 Jahren ist der Ostflügel mehrmals renoviert worden. Durch die statischen Veränderungen sei es aber nicht mehr möglich gewesen, dort grössere bauliche Massnahmen vorzunehmen.

Mahagoniholz und Messing

Laut Architekt Thomas Mauchle habe man sich beim Erscheinungsbild am bestehenden Teil mit Spa, der 2010 erneuert wurde, orientiert. Der nun einheitliche klassische Stil erinnere an die Herrschaftshäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Erstmals erwähnt wurde das Horner Hotel im Jahr 1827. Die Hotelanlage gehört der Firma Emil Frey AG. Seit elf Jahren führt das Ehepaar Hinny den Betrieb. Stephan Hinny sagt:

«Wir dürfen hier wirken, als sei es unser eigenes Hotel.»

Der Neubau ist im gleichen Stil gehalten wie der bestehende Hoteltrakt. «Klassisch, nautisch, britisch», beschreibt ihn der Gastgeber. Mahagoniholz und Messing präge unter anderem das gestalterische Konzept des Hotels. Bernadette Hinny sagt:

«Was uns bisher fehlte, war eine Lobby.»

Diese sei das neue Herzstück des Hauses zusammen mit einer eleganten Bar. Ebenfalls in diesem Teil des Hotels ist das neue Restaurant Wave untergebracht, mit Terrasse zum Hafen. «Flambieren, tranchieren oder filetieren – hier wollen wir dem Gast unser Handwerk präsentieren», sagt Stephan Hinny. Das Restaurant Al Porto serviert ein mediterranes Angebot.

Momentan sei das Hotel gut ausgelastet, zeigt sich Stephan Hinny zufrieden: «Die Schweizer machen Ferien in der Schweiz.» Statt den bisher durchschnittlich ein bis zwei Übernachtungen bleiben die Gäste derzeit durchschnittlich dreieinhalb Nächte. Allerdings würden jeweils viele Gäste wegen der Bregenzer Festspiele kommen, die in diesem Jahr ausfallen.

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Martin Rechsteiner