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Wie ein St.Galler Quartier ganz direkt vom Ruckhaldetunnel profitiert

Die stark befahrene Teufener Strasse zerschneidet das Riethüsli in zwei Teile. Jetzt darf das Quartier auf etwas Erleichterung hoffen. Ein Bahnprojekt schafft Raum dafür.
Reto Voneschen
Die Teufener Strasse mit dem nicht mehr benötigten Schotterbett der Appenzeller Bahnen (AB) im Riethüsli. Die Passerelle im Hintergrund wird abgebaut und durch Fussgängerstreifen ersetzt, die mit Lichtsignalen gesteuert werden. (Bild: Michel Canonica - 25. August 2018)

Die Teufener Strasse mit dem nicht mehr benötigten Schotterbett der Appenzeller Bahnen (AB) im Riethüsli. Die Passerelle im Hintergrund wird abgebaut und durch Fussgängerstreifen ersetzt, die mit Lichtsignalen gesteuert werden. (Bild: Michel Canonica - 25. August 2018)

Der St.Galler Eisenbahn-Herbst 2018 startet am Freitag und Samstag mit der Eröffnung des sanierten Hauptbahnhofs und des neugestalteten Bahnhofplatzes. Am 6. Oktober folgt das Fest zur Einweihung des Ruckhaldetunnels der Appenzeller Bahnen. Der fahrplanmässige Personenverkehr wird hier am 7. Oktober aufgenommen. Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember nimmt die AB-Durchmesserlinie von Gais über Teufen und St.Gallen nach Trogen den Betrieb auf.

25. Juni 2007: Ein Zug der Appenzeller Bahnen in der Ruckhaldekurve. (Bild: Hannes Thalmann)
26. August 2018: Fahrleitungen, Schienen, Schwellen und Schotterbett der Ruckhaldekurve sind verschwunden. Das ehemalige Eisenbahntrassee wird von der Natur zurückerobert. (Bild: Reto Voneschen)
Das kleine Mäuerchen links erinnert noch an die Rekordkurve. Es wird wohl in Zusammenhang mit der längerfristig geplanten Überbauung der Ruckhalde ebenfalls verschwinden. (Bild: Reto Voneschen)
Die Ruckhaldekurve auf einer Ansicht vor 1901. Im Hintergrund fehlt noch die Kirche St.Otmar. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Die Ruckhaldekurve auf einer Ansichtskarte mit Sinnspruch aus den 1920er-Jahren. (Bild: Stadtarchiv Ortsbürgergemeinde St.Gallen)
Das Haus mit dem markanten Dach direkt an der Bahnlinie steht auch 120 Jahre später noch. Den Verlauf der Eisenbahnlinie markiert ein Entwässerungsgraben. Die auf der Ansichtskarte um 1900 sichtbare Vonwilbrücke ist heute durch Bäume verdeckt. (Bild: Reto Voneschen)
Die Ruckhaldekurve 2016 aus der Luft. Unterhalb der Familiengärten ist der neue Tunnel bereits im Bau. (Bild: Benjamin Manser/Ralph Ribi)
Die Ruckhalde kurz vor der Stilllegung der Eisenbahnlinie an Ostern 2018. Links unten ist die Bahnbrücke über die Oberstrasse, in der Bildmitte die Tunnelbaustelle zu erkennen. (Bild: Urs Bucher - 23. März 2018)
Das Bahntrassee heute mit «Fahrtrichtung» vom Riethüsli zum Güterbahnhof: die frühere Querung der Hochwachtstrasse. (Bild: Reto Voneschen)
Erst kürzlich renaturiert: Vom obersten Teilstück des alten Eisenbahntrassees hat man einen schönen Ausblick auf die Kirche und das Quartier St.Otmar. (Bild: Reto Voneschen)
Auf Höhe des Familiengartens Ruckhalde ist die alte Trassee bereits grün. Die Stadt will auf der Route einen einfachen Fuss- und Veloweg anlegen. Der politische Entscheidungsprozess dafür soll bis Frühling 2019 in Gang gesetzt werden. (Bild: Reto Voneschen)
In wenigen Monaten hat sich die Natur das alte Eisenbahntrassee bereits wieder zurückgeholt. (Bild: Reto Voneschen)
Das Bahntrassee auf Höhe der letzten Hüttchen des Familiengartens vor der Ruckhaldekurve heute: eine langsam zuwachsende Narbe quer über den Hang. (Bild: Reto Voneschen)
Vielen galt die Eisenbahnstrecke über die Ruckhalde als die schönste auf Stadtgebiet. Das lag nicht nur an der Aussicht auf die Stadt, sondern auch an Idyllen wie dieser gleich neben den Gleisen. (Bild: Reto Voneschen)
Die begrünte Einmündung in die ehemalige Ruckhaldenkurve. (Bild: Reto Voneschen)
Das durch ein Drahtgeflecht geschützte Mäuerchen am Rand des Eisenbahntrassees wird auch bereits überwuchert. (Bild: Reto Voneschen)
Von der Hochwachtstrasse Richtung Riethüsli: Die Anlagen der Eisenbahn sind abgeräumt. Das Schotterbett wird auch noch verschwinden, wenn die Stadt im kommenden Frühling die Arbeiten zur Sanierung und Neugestaltung der Teufener Strasse in Angriff nimmt. (Bild: Reto Voneschen)
Richtung Riethüsli: Teufener Strasse und Schotterbett auf Höhe des Nestweiers. (Bild: Reto Voneschen)
Auf der «Passhöhe» vor dem Riethüsli-Quartier: Links geht's nach der Passerelle via Demutstrasse nach St.Georgen, rechts geht's überland Richtung Altstätten und Appenzell. (Bild: Reto Voneschen)
Die Fussgängerpasserelle am Eingang zum Quartierzentrum Riethüsli. (Bild: Reto Voneschen)
Die provisorische Fussgänger-Passerelle verbindet den Osten und Westen des Riethüsli-Quartiers. Sie ist insbesondere auch ein sicherer Schulweg. Sie wird 2019 mit der Neugestaltung der Teufener Strasse abgebrochen und durch zwei Fussgängerstreifen ersetzt, die mit Lichtsignalen gesteuert werden. (Bild: Hanspeter Schiess - 2. September 2016)
Die Passerelle wurde seinerzeit auf Druck des Quartiers erstellt. Sie ist allerdings nur ein Provisorium, dessen Lebensdauer in den nächsten Jahren ausläuft. (Bild: Reto Voneschen - 25. August 2018)
Die Kreuzung des «Gaiserbähnli» mit der Teufener Strasse. (Bild: Ralph Ribi - 7. Oktober 2016)
Die Kreuzung heute: Die Schienen und das Lichtsignal für Bahn und Autos sind weg. Der Knoten wird bei der kommenden Strassensanierung mit Lichtsignalen versehen. Dies auch, damit Fussgängerinnen und Fussgänger eine Chance haben, in Stosszeiten über die Teufener- und die Demutstrasse zu kommen. (Bild: Reto Voneschen)
Die Teufener Strasse gehört zu den am stärksten befahrenen Hauptstrassen der Stadt St.Gallen. Die Trennwirkung von Eisenbahn und Blechlawine auf der Strasse wird vom Quartier seit Jahr und Tag beklagt und kritisiert. Unter anderem wurde auch schon ein Strassentunnel zur Umfahrung des Quartiers gefordert. (Bild: Ralph Ribi - 1. Juli 2005)
Blick Richtung Liebegg: das Zentrum des Riethüsli-Quartiers. Die Zahl der hier ansässigen Geschäfte hat in den vergangenen Jahren ebenfalls abgenommen. Ob die Strassenumgestaltung den Trend bremsen kann, muss sich erst weisen. (Bild: Reto Voneschen)
Die Poststelle Riethüsli wurde vor einigen Jahren ebenfalls geschlossen. (Bild: Reto Voneschen)
Die Aufgaben der Post übernimmt heute die Bäckerei im Riethüsli-Quartier. (Bild: Reto Voneschen)
Die Haltestelle der Appenzeller Bahnen wird noch bis Anfang Oktober vom Bahnersatzbus bedient. Mit Inbetriebnahme des Ruckhaldetunnels verschwindet sie und wird von einer neuen Haltestelle gleich unterhalb der Busendstation Riethüsli neben dem gewerblichen Berufsschulzentrum ersetzt. (Bild: Reto Voneschen)
Ein Zug der Appenzeller Bahnen bei der Verzweigung der Teufener- mit der Riethüslistrasse. Neu biegt die Bahn hier in die Riethüslistrasse ein. (Bild: Benjamin Manser - 11. November 2010)
Das Zentrum des Riethüsli-Quartiers mit dem derzeit brach liegenden Bahntrassee. (Bild: Reto Voneschen)
Das damalige Restaurant Riethüsli und der Blick die Riethüslistrasse hinauf zum gewerblichen Berufsschulzentrum, dem Betonbau am rechten Bildrand. (Bild: Philipp Baer - 30. November 2007)
Die gleiche Stelle heute: Die Bahn biegt neu nach rechts ab zur neuen Haltestelle Riethüsli und zum Südportal des Ruckhaldetunnels. Der Freiraum entlang der Teufener Strasse wird 2019 für den Langsamverkehr hergerichtet. (Bild: Reto Voneschen)
Die neue Bahnlinie durchs Riethüsli: Im Hintergrund rechts ist der Betonbau des gewerblichen Berufschulzentrums zu erkennen. Mit dem Bahnbau wurden auch die Strassennamen neu sortiert: Links der Bahn liegt neu der Riethüsliweg, rechts davon die Riethüslistrasse. (Bild: Reto Voneschen)
Die neue AB-Hltestelle Riethüsli mit dem Südportal des Ruckhaldetunnels. Die Treppe neben dem Tunnelportal führt hinauf zur Endstation der Stadtbus-Linie 5. (Bild: Reto Voneschen)
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Vom Riethüsli über die Ruckhalde: Was von der Zahnradbahn noch übrig ist

Quasi im Windschatten dieser für den regionalen und lokalen öffentlichen Verkehr epochalen Schritte profitiert ein St.Galler Stadtquartier – das Riethüsli. Die Appenzeller Bahnen fahren neu nicht mehr durchs Quartierzentrum, was entlang der Teufener Strasse Freiraum gibt. Die Pläne für eine freundlichere Gestaltung der Hauptverkehrsachse liegen pfannenfertig vor. Sie werden 2019 umgesetzt.

Die Ruckhaldekurve ist bereits verschwunden

Die Arbeiten an der neuen Linienführung der Appenzeller Bahnen zwischen Güterbahnhof und Liebegg im Riethüsli sind weit fortgeschritten: Der Ruckhaldetunnel sowie seine neuen Zufahrten sind fast fertig. Am 3. September starten die Testfahrten zwischen St.Gallen und Niederteufen. Die alte Bahnlinie ist weitgehend zurückgebaut. Die bei Eisenbahnfreunden berühmte Ruckhaldekurve ist beispielsweise schon vollständig verschwunden (siehe Zweittext).

Die Ruckhaldekurve heute: Nur noch das Mäuerchen links erinnert an die engste Eisenbahn-Zahnradkurve der Welt. (Bild: Reto Voneschen - 25. August 2018)

Die Ruckhaldekurve heute: Nur noch das Mäuerchen links erinnert an die engste Eisenbahn-Zahnradkurve der Welt. (Bild: Reto Voneschen - 25. August 2018)

Fürs verkehrsgeplagte Riethüsli-Quartier ist vor allem die alte Eisenbahnstrecke parallel zur Teufener Strasse von der Hochwacht bis in die Liebegg von Interesse. Hier sind Fahrleitungen, Schienen und Schwellen ebenfalls verschwunden. Das verbleibende Schotterbett wird erst in Zusammenhang mit der geplanten Aufwertung der Teufener Strasse für den Langsamverkehr ausgehoben und abgeführt.

Es mache ja keinen Sinn, den Schotter jetzt abzuführen und den verbleibenden Graben mit Erde aufzufüllen, die die Stadt bei den kommenden Bauarbeiten an der Strasse wieder zuerst ausheben und abführen müsste, sagt Stadtingenieur Beat Rietmann. All jene, die sich regelmässig über angeblich «unkoordinierte Grabereien» auf den Stadtstrassen aufregen, werden ihm zustimmen.

Im Frühling 2019 sollen die Bagger auffahren

Und das Projekt zur Neugestaltung der Teufener Strasse im Riethüsli ist tatsächlich pfannenfertig. Die Pläne dafür lagen vor rund fünf Jahren öffentlich auf; seit zwei Jahren sind sie rechtskräftig. Derzeit läuft die Ausführungsplanung. Die Bagger sollen im nächsten Frühling auffahren. Fertig saniert und umgestaltet ist die Hauptstrasse voraussichtlich im Spätherbst 2019.

Das Quartierzentrum Riethüsli von der Liebegg her gesehen. (Bild: Reto Voneschen - 25. August 2018)

Das Quartierzentrum Riethüsli von der Liebegg her gesehen. (Bild: Reto Voneschen - 25. August 2018)

Entlang der Teufener Strasse werden die zusätzlichen Flächen, die mit dem Verschwinden der Bahnlinie zur Verfügung stehen, Fussgängern und Velofahrern, also dem Langsamverkehr, zur Verfügung gestellt. Zudem werden entlang der Strasse Bäume gepflanzt und es entstehen an einigen Stellen kleine Grünflächen.

Die vor Jahren als Provisorium erstellte Fussgängerpasserelle bei der Verzweigung Teufener- und Demutstrasse wird abgebaut. Dafür entstehen zwei per Lichtsignal gesteuerte Fussgängerstreifen. Insgesamt sind zwischen Hochwacht und Liebegg sechs Strassenübergänge für den Langsamverkehr geplant.

Und auch die Autofahrer haben etwas von der neuen AB-Linienführung: Die Kreuzung der Züge mit der Teufener Strasse bei der Verzweigung Demutstrasse entfällt. In Stosszeiten stauten sich hier regelmässig die Autos.

Rekordschienen sind eingelagert

An der Ruckhalde zwischen dem St.Galler Güterbahnhof und dem Riethüsli ist – wie ein Spaziergang am Samstag zeigte – die alte Eisenbahnlinie vollständig verschwunden. Nur noch eine zuwachsende Schneise quer über den Hang erinnert an ein berühmtes Eisenbahnkuriosum. Die AB fuhr unten am Hang durch die engste Zahnrad-Eisenbahnkurve der Welt.

Durch den neuen Tunnel wird die oberirdische Zahnradstrecke samt der Kurve überflüssig. Fahrleitungen, Schienen, Zahnstangen, Schwellen, Schotter und belastetes Erdreich sind ausgebaut, abgeführt und entsorgt oder recycelt worden. Mit einer Ausnahme: Die 80 Meter Schienen und Zahnstangen aus der Kurve selber sind bei den Appenzeller Bahnen in Herisau eingelagert. Sie bleiben im Depot, bis klar ist, ob man sie für ein «Denkmal» braucht, das an die doch nicht ganz alltägliche Kurve erinnern soll. (vre)

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