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Whatsapp an Schulen: Die Stadt Gossau sucht nach Alternativen

Der Gossauer Schulrat rät Lehrern davon ab, mit ihren Schülern über Whatsapp zu kommunizieren. Er hat die Fachstelle Medienpädagogik beauftragt, eine Alternative für den umstrittenen Messagingdienst zu suchen.
Michel Burtscher
Alle haben ein Smartphone: Auch Kinder nutzen bereits Whatsapp. Bild: Getty

Alle haben ein Smartphone: Auch Kinder nutzen bereits Whatsapp. Bild: Getty

Whatsapp ist praktisch, wenn man mit mehreren Menschen gleichzeitig kommunizieren will. Auch an Schulen wird der Messagingdienst genutzt, Klassenchats sind keine Seltenheit. Darin kann ein Schüler beispielsweise mitteilen, wenn er krank ist. Oder die Lehrerin kann die Klasse informieren, wenn kurzfristig eine Lektion ausfällt. Das ist einfacher und deutlich schneller als die altmodische Telefonkette.

Doch unproblematisch ist die Nutzung von Whatsapp an Schulen nicht. Der Schweizer Lehrerverband rät in seinem Leitfaden zur Datensicherheit dringend davon ab, mit solchen Diensten zu kommunizieren. Auch das kantonale Amt für Volksschule hat Mitte des vergangenen Jahres die Schulen aufgefordert, keine Klassenchats mehr über Whatsapp zu betreiben.

Kein explizites Verbot des Messagingdienstes

Darum handelt der Gossauer Schulrat nun. Er hat kürzlich eine Weisung zur Nutzung von Whatsapp verabschiedet. Darin legt er den Lehrpersonen nahe, den Dienst für die berufliche Kommunikation nicht mehr zu nutzen. Grund dafür ist einerseits, dass Whatsapp-Nutzer gemäss der allgemeinen Geschäftsbedingungen mindestens 16 Jahre alt sein müssen. Andererseits werden die Daten auf Servern gespeichert, die sich nicht in Europa befinden. Genau das wäre jedoch «zwingend notwendig», um die Datenschutzrichtlinien einzuhalten, wie es in der Weisung heisst.

Trotz aller Skepsis sieht der Schulrat jedoch von einem expliziten Verbot von Whatsapp, wie es andernorts eingeführt wurde, ab. Schulpräsident Urs Blaser sagt:

«Da muss man realistisch sein: Ein Verbot würde nichts bringen, dafür ist Whatsapp viel zu weit verbreitet.»

Der Schulrat plädiert stattdessen für einen «pragmatischen und sinnvollen» Umgang mit dem umstrittenen Messagingdienst. «Im Zentrum steht für uns die Sensibilisierung der Lehrerinnen und Lehrer», sagt Blaser. Ihnen solle bewusst sein, was im Hintergrund passiert, wenn sie den Dienst mit ihren Schülern nutzen. Das ist heute nicht immer der Fall: Ein «bedeutender Teil» der Lehrerschaft sei nur «mangelhaft über die geltenden Datenschutzrichtlinien informiert», heisst es in der Weisung.

Doch der Schulrat hat auch einige verbindliche Regeln für den Umgang mit Whatsapp und Gruppenchats formuliert. So ist in der Weisung beispielsweise festgehalten, dass eine Lehrerin nur dann einen Klassenchat einrichten darf, wenn die Schülerinnen und Schüler Whatsapp bereits nutzen und die Eltern damit einverstanden sind. Zudem darf niemand gezwungen werden, in einem Gruppenchat mitzumachen und alle Informationen müssen auch über andere Kanäle zugänglich sein.

Alternative kommt nicht so schnell

Der Schulrat hat die Fachstelle Medienpädagogik nun beauftragt, Alternativen zu Whats- app vorzuschlagen. Eine wird in der Weisung erwähnt: die Gruppenchatsoftware Teams von Microsoft. Diese erfülle die Vorgaben des Datenschutzes, heisst es dort. Das Einrichten dieses Dienstes sei aber nicht so einfach wie das Installieren einer App auf dem Smartphone. Es sei zeit- und kostenaufwendig und müsse deshalb «gut durchdacht» geschehen.

Eine andere Alternative wäre laut Urs Blaser ein Messagingdienst, der zwar ähnlich wie Whatsapp funktioniert und aussieht, dessen Server sich jedoch in der Schweiz befinden. Es gebe Dienste, die in Frage kommen würden, sagt Blaser. Doch auch diese sind nicht gratis. Eines ist klar: Bis in Gossau eine Alternative zu Whatsapp eingeführt wird, dürfte es noch eine Weile dauern.

Schulrat regelt Mediennutzung

Gossauer Schüler und ihre Eltern müssen künftig Merkblätter unterschreiben, auf denen Regeln zum Umgang mit der IT-Infrastruktur der Schule aufgeführt sind. Laut einem Communiqué hat der Schulrat kürzlich zwei sogenannte Nutzungsvereinbarungen verabschiedet. Eine richtet sich an Kinder in der dritten bis sechsten Klasse. Die andere an Oberstufenschüler. Die Merkblätter enthalten unter anderem allgemeine Vorgaben, etwa zur Sorgfalt beim Umgang mit elektronischen Geräten.

Andererseits sind darin konkrete Regeln aufgeführt zu den Themen Datenschutz, Internetnutzung, Urheberrecht oder Cybermobbing.
So werden die Kinder beispielsweise ermahnt, dass man auch im Internet respektvoll miteinander umgehen soll. Oder es wird darauf hingewiesen, dass Fotos und Videos, die im Unterricht entstanden sind, nur innerhalb der Schule zugänglich gemacht werden dürfen. Die Vereinbarungen werden laut der Mitteilung im neuen Schuljahr mit den Schülerinnen und Schülern besprochen. (mbu)

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