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Werner Reifler setzt bei der Gemeinderatswahl in Thal auf seine Erfahrung

Werner Reifler (CVP) sitzt seit acht Jahren im Gemeinderat. Nun peilt er das Thaler Gemeindepräsidium an.
Rudolf Hirtl
Werner Reifler sitzt im Garten seines Hauses am Fusse des Buechbergs in Thal. Er stellt sich der Ersatzwahl, «um die Gemeinde mit offener und gradliniger Politik in die Zukunft zu führen». (Bild: Rudolf Hirtl)

Werner Reifler sitzt im Garten seines Hauses am Fusse des Buechbergs in Thal. Er stellt sich der Ersatzwahl, «um die Gemeinde mit offener und gradliniger Politik in die Zukunft zu führen». (Bild: Rudolf Hirtl)

Werner Reifler schenkt frischen Holdersaft ein. «Selbst gemacht», sagt er nicht ohne Stolz und setzt sich in den Sessel. Zusammen mit seiner Frau Ines und vier Kindern wohnt er seit 2004 nahe am Steinigen Tisch. Vor dem Haus Reben, dahin­ter Obstbäume und Kühe. Das idyllische Bild passt gut zum Bauernbub und CVP-Kandidaten, der in die Fussstapfen von Gemeindepräsident Röbi Raths treten will. Im Jahr 1971 in Heiden geboren, ist der Bürger von Stein AR in einer sechsköpfigen Familie in Altstätten aufgewachsen. Heute ist er CEO bei Wanzl (Schweiz) AG in Buriet und führt 20 Angestellte.

Begonnen hat seine Berufskarriere hemdsärmeliger, nämlich 1987, als er eine Lehre als Metzger in Gossau antrat. Danach absolvierte er berufsbegleitend betriebswirtschaftli­che Ausbildungen und schloss das Nachdiplomstudium an der Fachhochschule St.Gallen zum «Executive MBA» erfolgreich ab. «Seit 1996 bin ich permanent zur Schule gegangen, ehe meine Frau mit Blick auf die Familie zu Recht ihr Veto eingelegt hat», sagt er heute mit einem Schmunzeln.

Konflikten geht er nicht aus dem Weg

Die Familie ist es denn auch, die er als seinen grössten Rück­halt bezeichnet. Beim Wandern, Skifahren, bei der Gartenarbeit oder als Seniorenfussballer beim FC Staad schaltet er ab. Aktiv sein in einem Verein, das legt er auch anderen Menschen ans Herz. «Das Vereinswesen ist eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft. Nirgends sonst wird das friedliche Zusammenleben und die Integration so gelebt.»

Zusammenarbeiten, das ist auch sein Credo im Gemeinderat Thal, wo er seit 2011 als Kommunalpolitiker tätig ist. Als Präsident des Alters- und Pflegeheims Trüeterhof und des Zweckverbandes Feuerwehr hat er zuletzt einige sehr emotionale Momente erlebt. Etwa, als er wegen des Kommandowechsels bei der Feuerwehr in der Kritik stand. «Klar, ich habe mir nicht nur Freunde gemacht, dies widerspiegelt aber auch meine Art. Ich scheue Konflikte nicht, ich spreche Themen offen an und diskutiere direkt und ehrlich. Wichtig ist, dass man abends nicht mit der Faust im Hosensack ins Bett geht.»

Werner Reifler bezeichnet sich als analytischen Menschen. «Ich möchte die Ursache beheben, ehe ich einen Entscheid fälle, ansonsten wäre es nur Symptombekämpfung.» Als Metzger und Bauernbub sei er trotz Karriere bodenständig geblieben, Leute die mit ihm zusammenarbeiten würden, wüssten, wo­ran sie seien.

«Ich möchte mich in keinem Moment verstellen, Echtheit und Offenheit sind mir sehr wichtig.»

Die Ersatzwahl für Röbi Raths sieht er als reine Personenwahl, Fähigkeiten seien gefragt, nicht das Parteibuch. Dennoch hat es erstaunt, dass die CVP mit Felix Bischofberger und ihm zwei Kandidaten ins Rennen schickt. «Ich würde Kritikern recht geben, wenn wir uns sehr ähnlich wären. Wir sind aber sehr unterschiedliche Charaktere und bieten so der Wählerschaft eine echte Auswahl. Wer dann bei einem eventuellen zweiten Wahlgang antreten wird, dies wird die Partei zu entscheiden haben.»

Wo es nötig ist, ein Feintuning vornehmen

Was, wenn er gewählt wird? Es wäre schlecht, alles was gut laufe auf den Kopf zu stellen, aber nach zwanzig Jahren mit dem bisherigen Gemeindepräsidenten sei es legitim, die gewachsenen Strukturen zu hinterfragen und wo nötig ein Feintuning vorzunehmen, sagt Reifler. Etwa beim Vereinswesen, wo Mitgliedermangel und fehlender Enthusiasmus für Freiwilligenarbeit zunähmen.

«Es ist mir ein Anliegen, die Vereine näher zusammenzuführen. Eine Kommission könnte beispielsweise bei der Koordination Unterstützung leisten.»

Und welche Meinung hat er zum Airport in Altenrhein? «Als Gesamtkonstrukt finde ich den Airport für die Region eine gute Sache. Den Emissionen dürfen aber nicht nur die Altenrheiner ausgesetzt sein. Diesbezüglich ist der Staatsvertrag zu hinterfragen, zumal ein beachtlicher Anteil der Passagiere aus Österreich kommt und daher Ab- und Anflüge auch über Vorarlberg erfolgen sollten.»

Werner Reifler muss nur vor die Tür gehen, um die Natur in der Umgebung zu geniessen. «Wir laufen viel über den Steinigen Tisch, die Sicht auf den See ist immer wieder faszinierend.» Mitten in der Natur sollte auch der vom Gemeinderat abge­lehnte provisorische Platz für Schweizer Fahrende zu liegen kommen. «Wenn Ordnung und Ruhe eingehalten werden, dann habe ich keine Probleme mit Schweizer Fahrenden. Ich habe es als reines Sachgeschäft angesehen, für mich hätte es so, wie vom Kanton vorgeschlagen, gestimmt», sagt er. Danach gefragt, was er verdienen möchte, sagt Reifler: Der Gemeinderat bestimmt den Lohn. Es würde mich überraschen, wenn der neue Gemeindepräsident gleich viel verdienen würde, wie der alte. Der Neue soll zuerst zeigen, was er kann.»

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