Für das Spital Grabs stehen wichtige Entscheidungen bevor

GRABS. Mit einem starken Engagement will die FDP Werdenberg die Diskussion um das Spital Grabs begleiten. An der Information aus erster Hand, eingebettet in die Neujahrsbegrüssung der Kreispartei, nahmen am Freitagabend 66 Mitglieder teil.

Martin Trendle
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Christian Lippuner (Präsident FDP Grabs), Spitalregion-CEO-Stefan Lichtsteiner, Kantonsratsvizepräsident Paul Schlegel und Jochen Steinbrenner als Vorsitzender der Spitalleitung in Grabs (von links) orientierten über die Dringlichkeit des Spitalneubaus in Grabs. (Bild: Martin Trendle)

Christian Lippuner (Präsident FDP Grabs), Spitalregion-CEO-Stefan Lichtsteiner, Kantonsratsvizepräsident Paul Schlegel und Jochen Steinbrenner als Vorsitzender der Spitalleitung in Grabs (von links) orientierten über die Dringlichkeit des Spitalneubaus in Grabs. (Bild: Martin Trendle)

GRABS. Mit einem starken Engagement will die FDP Werdenberg die Diskussion um das Spital Grabs begleiten. An der Information aus erster Hand, eingebettet in die Neujahrsbegrüssung der Kreispartei, nahmen am Freitagabend 66 Mitglieder teil.

Wettbewerb um die Patienten

Stefan Lichtsteiner, CEO der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland RWS, erklärte, dass am kantonalen Spital Grabs derzeit 448 Mitarbeiter in drei Häusern jährlich 16 000 Fälle behandeln. Im laufenden Jahr 2014 entsteht dadurch ein Aufwand von 180 Millionen Franken.

«Der Wettbewerb um die Patienten ist in vollem Gang, sowohl im Inland als auch im grenznahen Ausland», sagte Lichtsteiner. Diverse Privatspitäler treten zunehmend in Konkurrenz zu den bisherigen kantonalen Institutionen. Seit 2012 ist die Fallpauschale in Kraft. Die Kostensteigerung im Gesundheitswesen gehe auch auf die geänderten Finanzströme zurück, wie Lichtsteiner ausführte.

Die Strategie des Ringkantons St. Gallen fusse auf einem Räderwerk aus Kantonsspital St. Gallen, Ostschweizer Kinderspital und den Spitalregionen. «Die Kooperation läuft derzeit gut», betonte Lichtsteiner. Sowohl die Erstversorgung in den Regionen als auch die Nach- und Weiterbehandlung in den Zentren funktioniere sehr gut. In der Spitalregion RWS ist das Organigramm auf den 1.1.2014 über alle drei Standorte Grabs, Walenstadt und Altstätten zusammengeführt worden.

Ausgewiesener Nachholbedarf

Dr. med. Jochen Steinbrenner, Vorsitzender der Spitalleitung, erwähnte, dass die neuesten Bauten in Grabs aus den 60er-/70er-Jahren stammten. Der bauliche Nachholbedarf sei ausgewiesen. Das Leistungsangebot habe sich verändert, die Zahl der Patienten sei gestiegen. Es gebe heute in Grabs viele Spezialbehandlungen, welche vor 20 Jahren noch nicht hätten durchgeführt werden können.

Seit dem Jahr 1995 sei in der Spitalregion RWS keine Investition über 3 Mio. Franken mehr ausgeführt worden. Eine Ausnahme bildet die Notfallstation Walenstadt, welche für 4,9 Mio. Franken erneuert wurde.

Steinbrenner stellte eindrücklich klar, dass es keine weiteren Verzögerungen mehr geben dürfe. «In Grabs bleibt kein Stein auf dem anderen», sagte er zum vorgesehenen Neubau mit einem Kreditvolumen von 137 Mio. Franken. Der laufende Betrieb könne während der Bauarbeiten weitergeführt werden. Einzig das MRI müsse als Provisorium verschoben werden.

Über Gesamtpaket abstimmen

Aus der politischen Sicht orientierte Kantonsratsvizepräsident Paul Schlegel. Das St. Galler Kantonsparlament hat sich im Jahr 2009 klar für die beiden Standorte Altstätten und Grabs entschieden und damit eine Zusammenlegung abgelehnt. Die Suche nach Standorten «auf der grünen Wiese» habe wenig gebracht. Bei genauer Betrachtung seien die bisherigen Standorte Grabs, Walenstadt und Altstätten für die jeweilige Region ziemlich zentral gelegen und gut zugänglich, so Paul Schlegel.

Viele Patienten kommen aus Liechtenstein und unterstützen damit den Standort Grabs. Liechtenstein werde am Ende nicht unglücklich sein über eine qualitativ hochstehende Versorgung in Grabs, sagte Schlegel. Er zeigt aber auch Respekt vor der kommenden Aufgabe im Parlament. In den folgenden drei Wochen gebe es diverse Kommissionssitzungen, die erste Lesung im Februar, die zweite im Juni und die kantonale Volksabstimmung im November.

Mit Bussen gut erschlossen

In der Fragerunde bestätigte Jochen Steinbrenner, die Kontrolle der Infrastruktur-Hygiene sei derzeit sehr aufwendig und schwierig, aber immer gewährleistet. Laut Paul Schlegel ist es wichtig, dass das Volk über ein Gesamtpaket abstimmen kann. Man müsste auch Liechtenstein noch besser ins Boot holen. Der Grabser Gemeindepräsident Rudolf Lippuner betonte, die verkehrstechnische Erschliessung des Spitals sei ausgebaut worden mit halbstündlichen, in Spitzenzeiten gar viertelstündlichen Bushalten.