«Es wird eine Erfolgsgeschichte»

Aus Sicht des Bundesamtes für Gesundheit ist die Innovation der wasserlosen Toilette Rollac 1.0 mit hygienisch automatisch verschliessbarem Beutel ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen Mikroverunreinigungen der Gewässer.

Thomas Schwizer
Drucken
Teilen
Die Mikroverunreinigungen im Spitalabwasser können laut Bafu-Aussagen dank der mobilen «Folien-Toilette» an der Quelle abgefangen werden.. (Bild: pd)

Die Mikroverunreinigungen im Spitalabwasser können laut Bafu-Aussagen dank der mobilen «Folien-Toilette» an der Quelle abgefangen werden.. (Bild: pd)

GRABS. Ausscheidungen auf der Toilette enthalten vor allem in den Spitälern einen Anteil an Medikamentenrückständen. Mit den herkömmlichen Reinigungsverfahren können die sogenannten Mikroverunreinigungen in den Kläranlagen nur bedingt beseitigt werden. Lediglich vereinzelte Anlagen in der Schweiz sind heute dafür ausgerüstet. Das neue Gewässerschutzgesetz verlangt deshalb, dass ausgewählte Kläranlagen mit einer teuren zusätzlichen Reinigungsstufe ausgestattet werden müssen. Doch die Gesamtproblematik lösen sie nicht.

Verunreinigung vermeiden

Hier setzt die wasserlose Toilette Rollac 1.0 an, die gestern bei der am 11. August in Grabs gegründeten CLOsac AG, einer Tochterfirma der Liftac AG, erstmals als marktreifes Produkt präsentiert wurde. Die Ausscheidungen werden bei der mobilen Toilette durch ein raffiniertes System direkt und vollautomatisch in Endlosfolie eingeschweisst. So können sie verpackt als Beutel als Kehricht verbrannt oder wenn nötig als Sondermüll entsorgt werden.

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) unterstützte bereits in einer frühen Phase eine Machbarkeitsstudie für das Toilettenprojekt durch einen Beitrag aus der Umwelttechnologie-Förderung. Daniel Zürcher vom Bafu betonte, mit Rollac 1.0 könnten Mikroverunreinigungen im Wasser an der Quelle vermieden werden. Bei positiven Erfahrungen mit dem neuen Produkt sei es denkbar, dass es allenfalls an den Spitälern «als der heutige Stand der Technik» vorgeschrieben werden könnte. Zürcher ist überzeugt davon, dass das Produkt eine Erfolgsgeschichte wird, und gratulierte zum «Superprojekt».

Feldversuche entscheidend

Für Mitarbeiter und Patienten bringt die mobile «Folientoilette» auch bezüglich der Hygiene eine wesentliche Verbesserung, wurde gestern betont. Philipp Untersander bedankte sich bei allen am Projekt Beteiligten. «Matchentscheidend» seien die Referenzspitäler gewesen, welche mit «Feldversuchen» konkret zum praxistauglichen, marktreifen Produkt beigetragen hätten, sagte er gegenüber dem W&O. «Das Grundprinzip ist genial, aber dies und das müsst ihr noch ändern, sagten sie uns.» Das habe auch massgeblich dazu beigetragen, dass die Grösse des Rollac 1.0 nochmals deutlich reduziert werden konnte. Damit sei er nun für den Einsatz in der Praxis bereit und geeignet.

Teamwork als Erfolgsfaktor

Philipp Untersander – der viele Gratulationen bekam – betonte, nicht er allein habe das Ziel erreichen können. Der Erfolg sei letztlich nur dank tollem Teamwork möglich geworden.

Für Hygiene und Umweltschutz: Das wasserlose WC aus Grabs. (Bild: pd)

Für Hygiene und Umweltschutz: Das wasserlose WC aus Grabs. (Bild: pd)