Werbekampagne
Filme, Fotos und ein Logo: Jetzt geht es auch online los mit der St.Galler Imagekampagne

Sankt Backfrisch, Sankt Geistreich, Sankt Paff: Die im vergangenen Jahr lancierte Werbekampagne der Stadt St.Gallen nimmt Fahrt auf. Wurde bislang mit Plakaten und Aufklebern in der Stadt geworben, werden jetzt auf einer eigenen Website und auf Social Media Inhalte ausgespielt. Ob das wirklich Zuzüger anzieht? Das könnte eine Umfrage nächstes Jahr herausfinden.

Julia Nehmiz
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Hallo, ist da wer? Mit einer Imagekampagne – wie hier an der Lokremise St.Gallen – möchte die Stadt Zuzügerinnen und Zuzüger anlocken.

Hallo, ist da wer? Mit einer Imagekampagne – wie hier an der Lokremise St.Gallen – möchte die Stadt Zuzügerinnen und Zuzüger anlocken.

Bild: Julia Nehmiz (St.Gallen, 15. September 2021)

«Sankt Hallo», begrüsst der grosse weisse Schriftzug vor der Lokremise die Gäste am Mittwochvormittag. Wo sonst in Grossbuchstaben auf Ausstellungen und Vorstellungen hingewiesen wird, leuchtet das Motto der Imagekampagne der Stadt. Diese ist bekannt, sie wurde im Sommer 2020 lanciert, seitdem kleben an vielen Schaufenstern die Aufkleber mit dem Logo. Sankt Superfrisch, Sankt Gaumenfreude, Sankt Haareschön.

Diese Kampagne wird nun ausgeweitet. Nachdem das Stadtparlament im Mai den Kredit über 400'000 Franken genehmigt hatte, nimmt die Werbeoffensive jetzt Fahrt auf. Stadtpräsidentin Maria Pappa stellte am Mittwoch in der Lokremise die neuesten Gadgets in Sachen Sankt-Kampagne vor. Mit den Massnahmen will die Stadt ihr Image aufpolieren. Und es sollen Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger gewonnen werden.

Cheyenne und Shane aus Speicher sollen Newcomer ansprechen

Über die Vorzüge der Stadt St.Gallen kann man sich nun auf einer eigens aufgeschalteten Homepage erkundigen. Zuzügerinnen und Zuzüger erzählen in kurzen Filmen, warum sie St.Gallen gewählt haben, was ihnen hier gefällt. Herzige Statements sind darunter wie die der Schwestern Cheyenne und Shane, die aus dem ausserrhodischen Speicher hergezogen sind. Herzlich und offen lachen sie in die Kamera, lassen sich beim WG-Frühstück filmen, führen an ihre Lieblingsplätze in der Stadt.

Mit den verschiedenen Filmen wolle man verschiedene Zielgruppen ansprechen, sagt Samuel Zuberbühler, Leiter der Standortförderung. Newcomer (wie Cheyenne und Shane, die zum Studium in die Stadt kamen), Golden Ager (wie Rolf und Silvia, die nach zwölf Jahren in Amriswil jetzt das kulturelle Angebot der Stadt auskosten), Locals, Worker, Heimweh-St.Gallerinnen.

Werbepartner können sich Präsenz erkaufen

«Die Position der Stadt soll mit der Kampagne gestärkt werden», sagt Stadtpräsidentin Maria Pappa. Denn eine Umfrage hatte ergeben: St.Gallen wird von Neuzuzügern massiv schlechter bewertet als von Wegzügern. Die Standortkampagne sei eine Chance, um wahrgenommen zu werden mit all den Vorzügen, die die Stadt zu bieten habe, sagt Pappa.

In der St.Galler Innenstadt finden sich die Logos der Kampagne an fast jeder Ladentüre.

In der St.Galler Innenstadt finden sich die Logos der Kampagne an fast jeder Ladentüre.

Bild: Ralph Ribi

Drei Jahre soll die Kampagne laufen. Jährlich wird während rund zwei Monaten die Werbeaktivität hochgefahren. Den Rest des Jahres über gebe es das Grundrauschen auf Social Media und der eigenen Homepage. 2021 wurden für die Kampagne 291'000 Franken budgetiert. 91'000 davon wurden von 24 Partnerinnen und Partnern finanziert, die sich Präsenz in der Kampagne erkaufen. So gibt beispielsweise Ikea Tipps für die passende Einrichtung.

Stadtpräsidentin Pappa betont, dass die St.Gallerinnen und St.Galler, die in der Kampagne mitmachen und sich filmen liessen, dies freiwillig und ohne Bezahlung gemacht haben. Zudem wurde ihnen nicht vorgeschrieben, was sie erzählen sollen. Sie hätten ja keine Influencer gesucht, sondern authentische Bürgerinnen und Bürger.

Ob die Kampagne etwas bewirkt? Das sei schwierig zu messen, sagt Zuberbühler. 2022 werde wieder eine der alle drei Jahre stattfindenden Gemeindeumfragen durchgeführt. Zwei der Fragen will die Stadt zur Kampagne stellen. Dann wisse man vielleicht mehr.

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