Wer wird Mörschwils Gemeindepräsident? Eine Findungskommission sucht den Neuen

Die Mörschwiler Parteien wollen den Nachfolger von Gemeindepräsident Paul Bühler zusammen finden.

Johannes Wey
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Viele Baustellen, wie den Freihof, will Paul Bühler bis Ende 2020 abschliessen. (Bild: Lisa Jenny)

Viele Baustellen, wie den Freihof, will Paul Bühler bis Ende 2020 abschliessen. (Bild: Lisa Jenny)

Es sind grosse Fussstapfen, die Paul Bühler hinterlässt, wenn er Ende 2020 sein Büro mit Seesicht im Mörschwiler Gemeindehaus räumt. 29 Jahre lang wird er das Ruder in der Hand gehalten haben. In dieser Zeit hat er das neue Gemeindehaus, den Werkhof und die Dreifachhalle gebaut. Sogar die Lösung für den Freihof wird endlich verwirklicht.

Das Pflegeheim soll zwar erst Mitte 2022 bezugsbereit sein, doch der Rechtsstreit um den Bau ist ausgestanden und eine Betreiberin gefunden. Und schliesslich konnte Bühler (nach einer Erhöhung gleich zu Beginn) bis jetzt 13 Mal die Steuern senken, auf den gegenwärtig tiefsten Satz im Kanton.

Nun hat sich für die Suche nach einem oder mehreren Kandidaten für die Nachfolge von CVP-Mann Bühler eine Findungskommission gebildet, wie es im Mitteilungsblatt heisst. Für deren Leitung wurde Roger Sonderegger beigezogen. Er berät seit über 20 Jahren Gemeinden und Städte und begleitete bereits mehrere Findungskommissionen.

Zudem ist er Dozent für Public Corporate Governance an der Universität St.Gallen. «Ich werde keine Entscheide fällen, sondern die Suche begleiten», sagt Sonderegger. Seine Rolle werde es insbesondere sein, dafür zu sorgen, dass der Zeitplan eingehalten werde.

Auch ein Grüner ist mit im Boot

In der Findungskommission sind alle in Mörschwil aktiven Parteien mit zwei Mitgliedern vertreten. Die CVP mit Leo Scherrer und Matthias Schmid, die FDP mit Esther Stricker und Stephan Weigelt und die SVP mit Präsident Walter Mäder und Markus Blum.

Um die Kommission breiter abzustützen, wurde zudem auch Richard Faust, ein in Mörschwil wohnhaftes Mitglied der Regionalpartei der Grünen, eingeladen. Der Einbezug weiterer Regionalparteien sei bei der konstituierenden Sitzung Anfang Monat kein Thema gewesen, sagt Sonderegger.

Die eigentliche Arbeit werde die Kommission im Dezember aufnehmen. Dann werde man sich auf die Kriterien einigen, die ein Kandidat oder eine Kandidatin erfüllen soll. Welche Voraussetzungen aus seiner Sicht wichtig sind, will Sonderegger nicht verraten: «Ich werde dazu innerhalb der Kommission einige Inputs einbringen.» Die Suche soll dann «ganz klassisch» im Januar über ein Stelleninserat lanciert werden.

Um die Arbeit der Findungskommission zu unterstützen, hat der Gemeinderat einen Betrag von 30000 Franken ins Budget 2020 aufgenommen. Dieses Geld sei für seine Fachbegleitung, die Stelleninserate und weitere Ausgaben. Er gehe davon aus, dass dieser Betrag die Kosten decken werde, sagt Sonderegger. «Das hängt natürlich auch von der Zahl der Interessenten ab.» Die Mitglieder der Kommission sind ehrenamtlich tätig.

Oesch und Huwiler nach wie vor unentschlossen

Thomas Oesch (CVP) hat als Vizegemeindepräsident zusammen mit einer Delegation des Gemeinderats ebenfalls an der konstituierenden Sitzung teilgenommen.

«Wir sind natürlich glücklich, dass nun die Parteien die Fäden in die Hand genommen haben.»

Bemerkenswert findet er, dass ein Vertreter der Grünen mit ins Boot geholt wurde. Oesch führt das auf die «grüne Welle» zurück, welche die Schweizer Politik in den vergangenen Monaten geprägt habe.

Er selber hat sich gegenüber dem «Tagblatt» im Januar nicht festlegen wollen, ob eine Kandidatur für ihn in Frage kommt oder nicht. Daran habe sich nichts geändert, sagt Oesch, auch wenn er weiterhin häufig darauf angesprochen werde. «Da kommt man ins Studieren.» Doch müsste er dafür seine Selbstständigkeit als Vermögensverwalter aufgeben. Nachdenklich stimme ihn zudem, wie derzeit seinem Primarschul- und Parteikollegen Christian Sepin in Au mitgespielt werde.

Der Mörschwiler FDP-Präsident Marco Huwiler hat grundsätzlich Interesse an einem Exe­kutivamt, sofern die Konstellation stimme, wie er im Januar erklärte. Nun warte er die Ausschreibung der Findungskommission ab und werde sich dann abschliessend entscheiden, teilte er gestern mit.