Wer versucht wegzurennen, hat ein echt bäriges Problem

Wie man durch Alaska reist, ohne von Bären gefressen zu werden, das zeigt und erzählt der Thaler Fotograf Christof Sonderegger an seiner Multimediaschau am Sonntag.

Rudolf Hirtl
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Christof Sonderegger beim fotografieren eines Braunbären, der ihm in Alaska "unangenehm" nahe kam.

Christof Sonderegger beim fotografieren eines Braunbären, der ihm in Alaska "unangenehm" nahe kam.

Michelle Zhang

Im Herbst war der Thaler Fotograf Christof Sonderegger zusammen mit seinem Reisebegleiter Hans Ludin mit Auto, Schiff, Wasserflugzeug, Wanderschuhen, Rucksack und Zelt in der faszinierenden Wildnis von Alaska unterwegs. Ausgehend von der Hauptstadt Anchorage haben sie fünf Nationalparks besucht und dabei eine ungezähmte Wildnis, eine grossartige Tierwelt, die eindrückliche Vergangenheit, riesige Gletscherwelten und die indigene Tradition kennen gelernt.

Mit über 2000 Braunbären auf Tuchfühlung

Am eindrücklichsten war aber zweifellos der Aufenthalt im Katmai Nationalpark im Südwesten Alaskas. Katmai ist eines der führenden Braunbär-Beobachtungsgebiete der Welt. Mehr als 2000 Braunbären leben dort und sind zumeist mit fressen beschäftigt. Am liebsten lassen sie sich Rotlachs schmecken, den sie am Brooks River fangen.

Die Bären haben nur etwa sechs Monate Zeit, um Fettreserven für den Winterschlaf aufzubauen.

Die Bären haben nur etwa sechs Monate Zeit, um Fettreserven für den Winterschlaf aufzubauen.

Christof Sonderegger
Pro Tag verschlingt ein Bär bis zu 40 Lachse, was 100'000 Kalorien entspricht.

Pro Tag verschlingt ein Bär bis zu 40 Lachse, was 100'000 Kalorien entspricht.

Christof Sonderegger

Wer im Nationalpark mit dem Wasserflugzeug ankommt, der wird vom Flieger direkt ins Rangerbüro gebracht, wo die Ankömmlinge wichtige Instruktionen über das Verhalten gegenüber Bären erhalten.

Bären sind extrem schnell, versuche niemals, ihnen zu entkommen.

«Eine der meist gehörten Regeln ist es, nicht wegzurennen. Wenn man sich wegen eines Geräusches umdreht und dann wenige Meter entfernt ein Bär auf seinen Hinterläufen steht, dann ist es allerdings nicht einfach, den Fluchtreflex zu unterbinden und ruhig zu bleiben», sagt Sonderegger lachend. Der Ranger der die Szene beobachtet hat, kommentierte das übrigens eher trocken:

"Ich hoffe, Sie haben frische
Unterwäsche dabei."

Lebensmittel, selbst Zahnpasta, dürfen nur im hundert Meter vom Camp entfernten Lebensmittelschrank aufbewahrt werden. Wer das nicht beachtet, der tötet unter Umständen sogar Bären. Haben diese erst mal Nahrungsmittel bei Menschen entdeckt, fordern sie aggressiv mehr und müssen in der Regel erschossen werden.

Unachtsamkeit kostete 100 Dollar

Dass diese Regeln beinhart umgesetzt werden, musste die kleine Reisegruppe, mit der die beiden Thaler unterwegs waren, schmerzlich erfahren. Sie liessen ihre Rucksäcke für einen kurzen Moment am Boden liegen. Ein Hund erschnüffelte darin Lebensmittel, was eine Busse über 100 Dollar zur Folge hatte,

Hinweis: «Magic Alaska»: Sonntag, 2. Februar, 17 Uhr, evangelisches Kirchgemeindehaus Thal.