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Wer bei der Ortsplanung mitreden will, muss büffeln

Die Waldkircher und Bernhardzeller können ihre Ortsplanung mitgestalten. Dazu müssen sie aber noch einiges an Hausaufgaben erledigen, um für die Workshops bereit zu sein. Darauf haben nicht alle Lust.
Johannes Wey
Gemeindepräsident Aurelio Zaccari an der Dorfstrasse: Die Entwicklung der Gemeinde Waldkirch wird sich vorwiegend innerhalb des Siedlungsgebiets abspielen. (Bild: Michel Canonica, 5. April 2017)

Gemeindepräsident Aurelio Zaccari an der Dorfstrasse: Die Entwicklung der Gemeinde Waldkirch wird sich vorwiegend innerhalb des Siedlungsgebiets abspielen. (Bild: Michel Canonica, 5. April 2017)

Die Bürgerinnen und Bürger sollen bei wichtigen Geschäften mitreden können. Mit diesem Anspruch hat Aurelio Zaccari vor anderthalb Jahren sein Amt als Waldkircher Gemeindepräsident angetreten. Am Mittwoch zeigte er im OZ Bünt, wie er sich das vorstellt. Und es wurde klar, dass es Partizipation nicht im Schlafwagen gibt: Zweieinhalb Stunden dauerte die Informationsveranstaltung. Und wer sich bei einem der halbtägigen Workshops zur Ortsplanung einbringen wolle, solle sich bitte vorgängig in die Entwürfe für Richtplan, Zonenplan und Baureglement vertiefen. Viele Hausaufgaben also.

Die Teilnehmerzahl bei der Informationsveranstaltung war mit rund 70 ansehnlich, für die Workshops im Juni musste aber nochmals die Werbetrommel gerührt werden. Wenn alles rund läuft, sei es «theoretisch möglich», dass die neuen Planungsinstrumente schon Anfang 2019 in Kraft gesetzt werden, sagte Zaccari. Das sei aber ein «mutiges Ziel».

Der Spielraum beschränkt sich auf das Siedlungsgebiet

Die Einschränkungen, welche die neue Gesetzgebung für die Gemeinden mit sich bringt, erklärte Bruno Thürlemann, Leiter Ortsplanung beim kantonalen Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (Areg). «Ich sage es jetzt schon: Sobald es Pläne über das bestehende Siedlungsgebiet hinaus gibt, ist der Spielraum klein.» Die Gesetzgebung kratze hier ziemlich stark an der Gemeindeautonomie.

Immerhin sei man keine der «Auszonungsgemeinden», wo die Baulandreserven den Bedarf übersteigen und deswegen ausgezont werden müssen. Mittelfristig sei für das Dorf Waldkirch eine kleine Ausweitung des Siedlungsgebiets denkbar.

«Über Einfamilienhäuser müssen wir nicht diskutieren»

Heini Forrer, bei der ERR Raumplanungs AG für die Waldkircher Ortsplanung zuständig, erläuterte die Überlegungen, die er sich mit dem Gemeinderat für die neuen Planungsinstrumente gemacht hat. Er zeigte beispielsweise, dass die Raumnutzerdichte in den Einfamilienhausquartieren unter dem vom Kanton angepeilten Mass liegt. «Für mich heisst das aber nicht primär, dass man dort verdichten muss.» Wenn Häuser für junge Familien frei würden, könne das schon viel bewirken.

Vom Kanton für Waldkirch vorgesehen sei ein Wachstum um 415 Einwohner bis 2040. In derselben Zeit könnten, sofern die Voraussetzungen erfüllt werden, maximal 2,8 Hektaren neues Land eingezont werden. «Über Einfamilienhäuser müssen wir dort aber nicht diskutieren.» Innerhalb der bestehenden Bauzone sei aber Potenzial für 115 zusätzliche Einwohner vorhanden.

Als Änderungen im Zonenplan sind Aufzonierungen im Waldkircher Dorfkern vorgesehen. Allerdings soll auch Bauland im Sorntal, im Lee und hinter dem Dorfcafé ausgezont werden. Neue Wohnüberbauungen an diesen Lagen wären «verrückt», sagte Forrer.

Zaccari will den Waldkircher Charakter erhalten Bei der Arbeit an Zonenplan und Baureglement habe man sich immer wieder eine Frage gestellt, sagte Zaccari:

«Ist das noch Waldkirch?»

Er illustrierte mit dem neuen dreidimensionalen Geoinformationssystem, wie sich Vorgaben im Baureglement auswirken würden. Wenn man den Freiraum nicht beschränke, könnte es zu einer «extremen» Verdichtung kommen. Deshalb habe man sich für zusätzliche Anforderungen entschieden. «Unser Vorschlag würde trotzdem noch eine bedeutende Entwicklung zulassen», sagte Zaccari.

Nun bleibt abzuwarten, was die Waldkircherinnen und Waldkircher in den Workshops dazu sagen. In der Fragerunde beschied eine Bürgerin aber, dass ihr ihre Zeit zu kostbar dafür sei, wenn der Spielraum durch den Kanton schon so stark eingeschränkt worden sei. Zaccari entgegnete, dass es beim Zonenplan noch immer viele Gestaltungsmöglichkeiten gebe. Das stellte die Frau nicht zufrieden: «Dort kann ich ja auch einfach eine Einsprache einlegen.»

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