Wenn der St.Galler Fasnachtspräsident ins Schwärmen gerät: Bruno Bischof zieht eine positive Bilanz zum Schmutzigen Donnerstag

In Fasnachtshochburgen ist am Schmutzigen Donnerstag von früh bis spät viel Volk auf Strassen und Gassen. Das ist in St.Gallen normalerweise anders: Freies Maskentreiben gibt's fast nicht, das Publikum kommt vor allem zu den Anlässen. In diesem Jahr war's anders.

Reto Voneschen
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Viel Publikum hatte die St.Galler Gassen- und Strassenfasnacht am späten Donnerstagnachmittag in der Altstadt.

Viel Publikum hatte die St.Galler Gassen- und Strassenfasnacht am späten Donnerstagnachmittag in der Altstadt.

Bild: Nik Roth

Diese Tage sind für Bruno Bischof mit die anstrengendsten im ganzen Jahr. Der Präsident der Fasnachtsgesellschaft und Mitorganisator ihrer Aktivitäten ist von früh bis spät auf den Beinen, unterwegs immer von einem Brennpunkt zum nächsten. Bischof ist offen für jede Frage der schreibenden Zunft, seine Antworten fallen aber meist trocken und auf den Punkt aus.

Das ideale Wetter hat seine Wirkung getan

Fasnachtspräsident Bruno Bischof als Broschürenverteiler in Aktion am grossen Umzug 2017.

Fasnachtspräsident Bruno Bischof als Broschürenverteiler in Aktion am grossen Umzug 2017.

Bild: Reto Voneschen (26.2.2017)

Am Freitagmorgen allerdings kam sogar der St.Galler Fasnachtspräsident ins Schwärmen. Dies auf die Frage, wie der Schmutzige Donnerstag verlaufen sei. Das ideale, trockene und milde Wetter machte den Tag nämlich zu einem der besten Fasnachtsauftakte der vergangenen Jahre. Das begann schon am Agugge mit rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, setzte sich aber tagsüber und in die Nacht hinein fort.

Der Andrang in der Fasnachtsmeile in der Altstadt (vom Waaghaus über den Bohl die Markt- sowie die Neugasse hinauf) sei den ganzen Tag über bis in die Nacht hinein gut gewesen. Das Gleiche gelte für die Präsenz der Guggen, sagt Bruno Bischof im Gespräch.

Grossandrang an der Kinderfasnacht in der Neugasse

Speziell gefreut hat den Oberfasnächtler, dass viele, auch fantasievoll kostümierte Kinder in der Altstadt unterwegs waren. Teils kamen sie als Gruppen mit Betreuerinnen und Betreuern, teils mit Müttern und Grossmüttern. Sehr gross war der Andrang am Donnerstagnachmittag an der Kinderfasnacht mit Marius Tschirky in der Neugasse. Der Verschreckjäger war solo ohne die Jagdkapelle unterwegs.

Verschreckjäger Marius an der Kinderfasnacht vom Schmutzigen Donnerstag in der Neugasse.

Verschreckjäger Marius an der Kinderfasnacht vom Schmutzigen Donnerstag in der Neugasse.

Bild: Vereinigte Guggen SG
(20.2.2020)

Das sei lässig gewesen, schwärmt Bruno Bischof. Und erzählt vom als Sheriff verkleideten Buben, der sich unbedingt zusammen mit einem Polizisten habe fotografieren lassen wollen - und das natürlich auch schaffte. Allen Unkenrufen zum Trotz glaubt Bruno Bischof: «Die St.Galler Fasnacht lebt!» Und sie habe auch Zukunft, wenn man sehe, was da für eine nächste Generation Fasnächtlerinnen und Fasnächtler heranwachse...

St.Galler Fasnacht im Fernsehen

Kinderfasnacht gegen Guggensterben

(vre) Die St.Galler Fasnacht hat's am Schmutzigen Donnerstag tatsächlich ins nationale Fernsehen geschafft: Die Sendung «Schweiz aktuell» von SRF1 widmete einen Beitrag den Nachwuchsproblemen der Guggen in der Ostschweiz. Und zeigte die Kinderfasnacht mit Verschreckjäger Marius in der St.Galler Neugasse als Beispiel dafür, wie Guggerinnen und Guggen versuchen, bei der nächste Generation «den Fasnachtsvirus zu verbreiten».