Wenn der Aufstieg nicht genug ist: Der HC Eisbären will ins Playoff

Nach dem letztjährigen Erfolg will Eisbären-Trainer Gordon Walter mehr. Mit Kampfgeist und Herz.

Marco Günthart
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St. Gallen - Gordon Walter Trainer HC Eisbären

St. Gallen - Gordon Walter Trainer HC Eisbären

Der St. Galler Eishockeyclub «HC Eisbären» hat nach dem Aufstieg vergangene Saison in die 2. Liga noch lange nicht genug. Er will sich in der neuen Saison im Mittelfeld etablieren und um einen Platz im Playoff kämpfen.

Nach den erfolgreichen Aufstiegsspielen vergangene Saison blieb nicht mehr viel Zeit für die Sommerpause. Nach nur einem Monat ging die Vorbereitung wieder los. Mit dem Lerchenfeld steht dem Club eine optimale Anlage zur Verfügung. Dort gibt es selbstverständlich ein Eisfeld, aber auch Wasser im Schwimmbad nebenan oder Sand beim Beachvolleyballfeld. Diese Vielfalt an Unterlagen spiegelt sich auch im Training. So kann zum Beispiel das Krafttraining ins Wasser verlegt werden, wo es mehr Spass macht als im Fitnessraum. Von der modernen Anlage ist auch der Trainer und ehemalige Profi Gordon Walter begeistert. «Dank dem Lerchenfeld können wir uns optimal auf die neue Saison vorbereiten», sagt Walter.

Grosse Ziele trotz schlechter Vorbereitung

Der 44-Jährige verspricht sich viel von seiner Mannschaft und hat grosse Ziele.«Wir werden nicht absteigen». Ein Aufsteiger gilt meistens nicht als Favorit auf einen Spitzenplatz, doch das interessiert Walter nicht. «Wenn man ein Ziel hat, braucht man nur genügend Überzeugung, um es zu erreichen.» Mit Transfers sollte deshalb auf dieses Saison hin das Kader nochmals verbessert werden. Auf der einen Seite kamen durch Zugänge mehr Erfahrung ins Team. Aber auf der anderen Seite musste man Talente ziehen lassen, die in höheren Ligen versuchen, ihr Können zu zeigen. Die Eisbären bekamen auf diese Saison hin mit Assistenztrainer Raphael Kaderli auch noch Unterstützung im Trainerstab.

Die Mannschaft selbst scheint aber noch nicht bereit zu sein für die neue Saison. Es wurden gerade einmal zwei Vorbereitungsspiele absolviert. Beide verlor man sang- und klanglos. Der Grund sei, dass vieles getestet wurde. Da die Eisbären allerdings nur wenige Vorbereitungsspiele absolvierten und das Team neu zusammengewürfelt wurde, können gewisse Automatismen oder Spielzüge noch gar nicht funktionieren. Gordon Walter weiss das auch. Für ihn sei selbstverständlich, dass die anderen Teams zum Teil spielerisch oder taktisch besser sein werden. Der Wiler ist aber überzeugt davon, dass es keine andere Mannschaft geben wird, die mehr kämpfen wird als die St.Galler. Wenn sie etwas machen wollen, dann richtig. Das ist das Motto des Trainers.

Ebenfalls will er Ruhe im Verein. Das ist allerdings nicht so einfach. Denn in der Stadt St. Gallen gibt es neben dem HC Eisbären auch noch den EHC St.Gallen, der diese Saison erstmals eine Liga tiefer spielen wird als die Eisbären. Gordon Walter interessiert diese Rivalität überhaupt nicht. «Irgendwann muss man zusammenhalten, wenn man Schritte nach vorne machen will».

Saisonstart gegen erfahrenen 2. Liga-Club

Morgen um 20.15 Uhr spielt der HC Eisbären auswärts gegen Dürnten. Mit den Zürchern bekommt man zum Saisonstart einen erfahrenen Club, der seit 48 Jahren in der 2. Liga spielt. Vergangene Saison gewann Dürnten den Ost- und Schweizer-Meister-Titel. Die Equipe aus St. Gallen muss sofort Bestleistungen abrufen, wenn sie nicht schon nach dem ersten Spieltag in Rücklage geraten will. Allerdings können die Eisbären auch eine Kampfansage an die Konkurrenz abgeben. Die Worte des Trainers sind gross, die Ziele schwer zu erreichen und das Team scheint noch nicht bereit für den Saisonstart in der 2. Liga. Doch die Mannschaft besitzt etwas, was man ihr nicht wegnehmen kann – Kampfgeist und Herz.