Weitere vier Millionen fürs VBSG-Busnetz

Die Gleichrichteranlagen für das Trolleybusnetz der VBSG sollen für rund vier Millionen Franken saniert werden. Der Stadtrat hat den Kredit bewusst nicht in die Abstimmungsvorlage vom November gepackt.

David Gadze
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Damit auch künftig Trolleybusse durch St. Gallen fahren, müssen die Gleichrichteranlagen saniert werden. (Bild: Benjamin Manser)

Damit auch künftig Trolleybusse durch St. Gallen fahren, müssen die Gleichrichteranlagen saniert werden. (Bild: Benjamin Manser)

Das Trolleybusnetz der Verkehrsbetriebe St. Gallen (VBSG) wird in den kommenden Jahren kräftig ausgebaut. Ab Ende 2020 fahren auf den VBSG-Linien 3 (Heiligkreuz–Abtwil St. Josefen), 4 (Wittenbach–Säntispark) sowie 6 (Heiligkreuz–St. Georgen) sogenannte Batterietrolleybusse, die einen Teil der Strecken ohne Oberleitungen zurücklegen können. Dennoch braucht es auf rund sechs Kilometern neue Fahrleitungen. Für deren Bau und für den Kauf von 17 Batterietrolleybussen haben die Stimmberechtigten im November 37,5 Millionen Franken bewilligt.

Nun beantragt der Stadtrat dem Parlament einen weiteren Kredit von rund 4 Millionen Franken. Das Geld wird benötigt, um die teils über 50 Jahre alten bestehenden acht Gleichrichteranlagen zu sanieren. Warum also waren diese vier Millionen nicht ebenfalls Teil der Vorlage, über die das Volk abgestimmt hat?

Über die neuen Anlagen hat das Volk abgestimmt

Stadtrat Peter Jans verteidigt das Vorgehen. Und betont, es handle sich nicht um eine «Salamitaktik». Das Geld für den Bau der drei neuen Gleichrichteranlagen habe das Stimmvolk ebenfalls in der Abstimmung bewilligt. Sie stünden in direktem Zusammenhang mit dem Ausbau des Trolleybusnetzes. Deshalb seien sie in der Abstimmungsvorlage im Posten «Ausbauten am Fahrleitungsnetz» von 9,3 Millionen Franken enthalten gewesen. «Es war klar, dass diese drei Anlagen mit dem Bau der zusätzlichen Oberleitungen benötigt werden.»

Anders sehe es aus bei der Erneuerung der bestehenden acht Gleichrichteranlagen. Es sei zwar richtig, dass schon zum Zeitpunkt der Abstimmung bekannt war, dass man sie auf den neusten Stand der Technik bringen müsse, denn das Trolleybussystem sei nie zur Debatte gestanden. «Aber da sie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, hätten wir das ohnehin machen müssen, unabhängig vom Abstimmungsergebnis», sagt Jans.

Sanierung abhängig vom Ausgang der Abstimmung

Und doch habe der Ausgang der Abstimmung eine Rolle gespielt. Denn die Frage, ob das Fahrleitungsnetz ausgebaut wird oder nicht, wirke sich zwar nicht finanziell, aber technisch darauf aus, wie die Gleichrichteranlagen saniert werden. Hätte das Stimmvolk also Nein gesagt, wären die Kosten gleich hoch gewesen, die technische Konfiguration der Anlagen aber anders. Als Folge der Erweiterung des Fahrleitungsnetzes wird beispielsweise die Spannung von heute 600 auf 750 Volt erhöht. Dadurch fliesst also mehr Strom durch die Leitungen, deshalb braucht es nur drei zusätzliche Gleichrichteranlagen.

«Deshalb haben wir bewusst den Volksentscheid abgewartet. Es wäre nicht sachgerecht gewesen, den Kredit für die Sanierung der Gleichrichteranlagen in die gleiche Abstimmungsvorlage zu packen», sagt Peter Jans. Und dennoch: Die Tatsache, dass der Stadtrat das Parlament bei der Diskussion des Geschäfts für den Abstimmungskredit über die anstehende zusätzliche Millionenausgabe nicht zumindest informiert hat, hinterlässt einen etwas schalen Nachgeschmack.