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Trainings in Herisau, keine Länderspiele mehr: Handballer fordern vom St.Galler Stadtrat in offenem Brief eine neue Sporthalle

Die IG Handball St.Gallen hat einen offenen Brief an den Stadtrat und die Präsidenten der Fraktionen des Stadtparlaments verschickt. Sie regt den Bau einer multifunktionalen Sporthalle an. Der Stadtrat ist überrascht.
Daniel Wirth
Die Sporthalle Kreuzbleiche wurde 1984 in Betrieb genommen. (Bild: Hanspeter Schiess (8. Juni 2017))

Die Sporthalle Kreuzbleiche wurde 1984 in Betrieb genommen. (Bild: Hanspeter Schiess (8. Juni 2017))

In der Interessengemeinschaft Handball St.Gallen formieren sich seit 13 Jahren der LC Brühl, der HC Bruggen, der SV Fides, der TSV St.Otmar und der Bürgerturnverein. Die IG-Gründung hatte zum Ziel, die Handball-Europameisterschaft 2006 in der Sporthalle Kreuzbleiche möglich zu machen und in der Folge in der Stadt St.Gallen mindestens ein Handball-Länderspiel pro Jahr zu organisieren. «Dieses Ziel zu erreichen ist in jüngster Zeit immer schwieriger, ja unmöglich geworden», heisst es in einem offenen Brief der IG Handball St.Gallen.

Der Schweizerische Handball-Verband (SHV) vergebe keine wichtigen Länderspiele der Männer und der Frauen mehr nach St.Gallen. Die Sporthalle Kreuzbleiche genüge den Ansprüchen der heutigen Zeit nicht mehr. Es fehle eine LED-Beleuchtung, eine einwandfreien Beschallung, Werbemöglichkeiten für Sponsoren, die Infrastruktur für Medien, Screens für Spielinformationen und vieles mehr. Diese Aufzählung der IG Handball St.Gallen ist alles andere als an den Haaren herbeigezogen.

Sprecher des SHV bestätigt die Nichtberücksichtigung

Marco Ellenberger, Kommunikationschef des SHV, bestätigt, dass St.Gallen für wichtige Länderspiele nicht mehr berücksichtigt werde. Die Gründe seien die, die von der IG Handball St.Gallen im offenen Brief an die Stadtregierung erwähnt würden. Mit Schweiz–Bosnien in der WM-Qualifikation fand im Januar 2018 das vorläufig letzte Handball-Länderspiel in der Sporthalle Kreuzbleiche statt; 2500 Fans schauten sich diese Partie an.

Wolle St.Gallen weiterhin als Sportstadt wahrgenommen werden, sei dringlicher Handlungsbedarf angezeigt, heisst es im Brief der Handballer. Ein Ausbau bei den bestehenden Infrastrukturen, das Athletik-Zentrum eingeschlossen, erscheint der IG Handball St. Gallen «schwierig bis unmöglich». Sie stellt sich den Neubau einer multifunktionalen Sporthalle nach neuesten Anforderungen und Erkenntnissen vor.

Diese Halle sollte nach Meinung der IG in veranstaltungsfreien Zeiten nicht den städtischen Schulen, sondern den Vereinen fürs Training zur Verfügung gestellt werden. Fritz Bischoff, Präsident der IG Handball St.Gallen, sagt:

«Die erste Mannschaft des TSV St.Otmar muss heute fürs Training regelmässig nach Herisau ausweichen.»

Hans Wey, Präsident des TSV St.Otmar, bestätigt das und sagt: «Das kostet den Verein viel Geld.» Wey hält die im Brief formulierte Idee einer neuen Sporthalle im Gründenmoos oder auf dem Breitfeld im Westen der Stadt für «prüfenswert». Der Otmar-Präsident könnte sich auch vorstellen, die «Kreuzbleiche», die von ihrer Kubatur her eine gute Handball-Spielstätte sei, mit einer modernen Infrastruktur auszustatten.

Handballer und Stadt stehen im Dialog

Stadtrat Markus Buschor, als Vorsteher der Direktion Bildung und Freizeit ist er der Sportminister der Stadt, ist überrascht vom offenen Brief der IG Handball St.Gallen.

Er verweist auf ein Treffen zwischen ihm, den Leitern der zuständigen Fachstellen aus seiner Direktion und den Präsidenten der Handballvereine, das im Herbst vergangenen Jahres stattfand. Man habe die Bedürfnisse der Handballer im Gespräch abgeholt und ihnen einen laufenden Austausch versprochen; dieses Versprechen habe die Stadt eingehalten, sagt Buschor.

Die Bildung einer Arbeitsgruppe, von der sowohl Wey als auch Bischoff sprechen, sei indes nicht in Aussicht gestellt worden. Buschor will den Dialog mit den Handballern weiterhin pflegen.

Stadtrat Buschor verweist aufs Sportanlagenkonzept

Er verweist auch auf das Gemeindesportanlagenkonzept (Gesak). Dieses ist eines der Legislaturziele des St.Galler Stadtrates. In diesem Zusammenhang seien die Sportvereine der Stadt gerade erst nach ihren Bedürfnissen befragt worden. «Auch die Handballer», sagt Buschor. Er habe Verständnis für deren Anliegen.

Das Gesak kommt gemäss dem städtischen Sportminister voraussichtlich noch in diesem Jahr zur Behandlung in den Stadtrat. Der Bau einer neuen multifunktionalen Sporthalle käme nur in Frage, wenn sie Teil des Gemeindesportanlagenkonzepts sei. Die IG Handball St.Gallen hat den Ball ins Rollen gebracht.

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