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Gossau erhält einen Integrationsbeauftragten

Im Januar startet die Stadt Gossau die Suche nach einer oder einem Integrationsbeauftragten. Denn die meisten Flüchtlinge, die nach Gossau kommen, bleiben auch. Und müssen darum ankommen.
Johannes Wey
Die Sprache ist ein wichtiger Pfeiler der Integration. Aber nicht der einzige. (Bild: Benjamin Manser (St.Gallen, 15. Juni 2018))

Die Sprache ist ein wichtiger Pfeiler der Integration. Aber nicht der einzige. (Bild: Benjamin Manser (St.Gallen, 15. Juni 2018))

Es war der einzige Budgetposten, der im Stadtparlament Diskussionen auslöste: Das Ressort Jugend Alter Soziales erhält 2019 eine Integrationsbeauftragte oder einen Integrationsbeauftragten. Die SVP wollte die Mittel dafür aufschieben, bis der Stellenbeschrieb vorliegt. Der Antrag scheiterte allerdings.

Das 60-Prozent-Pensum soll nun im Januar ausgeschrieben werden, sagt Stadträtin Helen Alder Frey, genau wie jene für die Fachstelle Alter und Gesundheit (siehe Kasten). Gesucht wird eine Person mit einer Ausbildung in Sozialarbeit oder ähnlichen Qualifikationen. Alder hofft, die Stelle bis März oder April besetzen zu können. Im Budget sind dafür 86000 Franken vorgesehen.

Wer nach Gossau kommt, hat gute Chancen

Helen Alder, Gossauer Stadträtin

Helen Alder, Gossauer Stadträtin

Die neue Stelle hat mehrere Gründe. Zum einen haben sich unter anderem mit dem Bürgerkrieg in Syrien die Fluchtgründe verändert. «Der Anteil der Wirtschaftsflüchtlinge ist gesunken, jener von Menschen mit Anrecht auf Asyl gestiegen», sagt Alder. Hier wird auch die Zahl der Familiennachzüge zunehmen. Zudem greift ab März die Asylreform, wonach nur noch anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene in die Verantwortung der Gemeinden übergehen. «Ich bin froh um diese Klarheit. Aber das heisst auch, dass jetzt Menschen kommen, um zu bleiben.»

In den Arbeitsmarkt und die Stadt integrieren

Während Jahren habe man damit kalkuliert, dass zwei Drittel der Asylsuchenden abgewiesen werde. Vor diesem Hintergrund habe man die Integration «mit angezogener Handbremse» vorangetrieben, sagt Alder. Dieses Verhältnis hat sich nun umgekehrt. Deswegen hat die Stadt in jüngerer Vergangenheit zusammen mit dem Friedegg-Treff unter anderem das Angebot an Deutschkursen ausgebaut. Mit der Sprache alleine ist es aber nicht getan.

Die Flüchtlinge sollen so bald als möglich in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt integriert werden. Hier liegt eine der Aufgaben des Integrationsbeauftragten. Denn die Sachbearbeiter auf dem Amt für Soziales kümmern sich primär um Grundbedürfnisse wie Unterbringung, finanzielle Hilfe und Koordination der Arbeitsintegrations- und Deutschkursangebote. «Unsere Mitarbeiter leisten auch darüber hinaus viel. Sie sind aber keine Sozialarbeiter», sagt die Stadträtin.

Der Integrationsbeauftragte soll deshalb beispielsweise die hiesigen Gepflogenheiten vermitteln oder den Flüchtlingen Vereine und andere Angebote näherbringen. Ausserdem soll er die Angebote Freiwilliger koordinieren und unterstützen. Neben diesen Aufgaben in direktem Kontakt mit den Flüchtlingen soll der Integrationsbeauftragte auch neue Konzepte entwickeln und Vernetzungsarbeit zwischen Stadt, Kanton und Freiwilligen leisten. «Unsere Sachbearbeiter können das einfach nicht leisten», sagt Alder.

Anlaufstelle für Ältere

Eine weitere neue Stelle, welche die Stadt Gossau 2019 schaffen will, ist die Fachstelle Alter und Gesundheit, die mit einem 40-Prozent-Pensum dotiert wird. Dabei handelt es sich um ein Angebot, dass sich viele Teilnehmer an der Umfrage unter der älteren Bevölkerung gewünscht haben. Zu den Zielen der Fachstelle gehören die Vernetzung zwischen Senioren, Dienstleistern und der öffentlichen Hand und die Umsetzung und Weiterentwicklung von Grundlagen im Alters- und Pflegebereich sowie im Bereich der Gesundheit. Weiter soll die Fachstelle die Zusammenarbeit und Vernetzung der Akteure im Altersbereich koordinieren und neue Projekte anstossen. Sie soll aber auch generell eine Anlaufstelle in Altersfragen sein und Anliegen an die richtigen Stellen weiterleiten. (jw)

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