Weil Besucher die Corona-Verhaltensregeln nicht beachten: Isolation für Pflegeheimbewohner in Rorschacherberg

Weil Gäste die Hygieneregeln im Zusammenhang mit dem Corona-Virus nicht einhalten, Weisungen des Personals ignorieren und auch noch Schutzmasken für Besucherinnen und Besucher klauen, macht das regionale Pflegeheim Pelago in Rorschacherberg dicht.

Rudolf Hirtl
Hören
Drucken
Teilen
Geschäftsleiterin Ingrid Markart bei der Eingangskontrolle, die am Montag im Pflegeheim Pelago in Rorschacherberg installiert wurde.

Geschäftsleiterin Ingrid Markart bei der Eingangskontrolle, die am Montag im Pflegeheim Pelago in Rorschacherberg installiert wurde.

Bild: Rudolf Hirtl

Die Worte in der Mitteilung von Ingrid Markart, Geschäftsleiterin des Pflegeheims für die Region Rorschach, könnten deutlicher kaum sein: «Gäste halten sich nicht an die rudimentärsten Hygienevorschriften im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die Heimleitung ist daher gezwungen, das Haus und das Restaurant Opera für Externe zu schliessen, mit dem Appell an alle, sich und andere nicht unnötig der Gefahr einer Ansteckung auszusetzen.»

Es sind nicht nur ein paar Einzelne

Würden die Vorschriften des Bundes zum Schutz vor dem Corona-Virus eingehalten, so Markart weiter, könnte der Alltag mit leicht erhöhten Hygienemassnahmen aufrechterhalten werden. Leider würden Gäste aber weder die Verhaltensregeln des Bundes noch die Weisungen des Personals ernst nehmen.

Ingrid Markart kann das Verhalten von einzelnen Gästen nicht nachvollziehen:

«Sie schütteln die Hände, kommen anderen nahe und betonen, sie hätten vor dem Corona-Virus keine Angst. Tatsache aber ist, dass sie die Bewohnerinnen und Bewohner damit stark gefährden.»

Macht es Sinn, wegen ein paar Einzelnen allen Externen zu verbieten, das Pflegeheim zu betreten? «Leider sind es nicht nur Einzelfälle. Daher sind wir gezwungen, diese Massnahmen umzusetzen», sagt Ingrid Markart und ergänzt, dass nicht nur die Weisungen des Personals ignoriert, sondern auch ständig Schutzmasken für Besucherinnen und Besucher gestohlen würden.

Unter diesen Umständen könnten die Bewohnerinnen und Bewohner, die alle betagt und pflegebedürftig seien, nicht mehr genügend geschützt werden. «Sie gelten als Personengruppe, die am meisten gefährdet ist. Den administrativen und organisatorischen Aufwand, alle Gäste zu überwachen und bei Fehlverhalten sofort einzuschreiten, können wir personell nicht erbringen.»

Isolation wegen Unbelehrbaren

Den Frauen und Männern im Pelago soll möglichst Normalität geboten werden, doch dies sei nun wegen dieser Unbelehrbaren leider kaum mehr möglich. Das Haus für Externe zu schliessen, sei eine einschneidende Massnahme, die sich niemand gewünscht habe.

Die fehlende Disziplin von Gästen führe nun zu einer höheren Isolation der Bewohnerinnen und Bewohner. Aus Sicht des Pelago-Teams sei dies unnötig, würde nach gesundem Menschenverstand mit den Vorschriften umgegangen.

Das Restaurant bleibt vorläufig geschlossen

Das Restaurant Opera war gestern noch geöffnet, weil Personal für Eingangs- und Verhaltenskontrolle eingesetzt wurde. Die Eingangskontrolle bleibt aufrecht. Jeder, der das Pelago betritt, muss Namen und Handynummer hinterlassen und zudem bestätigen, dass er sich nicht in einem Risikogebiet aufgehalten hat.

Das Restaurant ist seit Montag geschlossen. Das grundsätzliche Hausverbot gilt auch für nahe Angehörige, die Erkältungssymptome aufweisen. Die Mitarbeitenden sind angehalten, erkältete Menschen zum Schutz aller wegzuweisen.

Im Goldacher Seniorenzentrum La Vita sieht man momentan keine Notwendigkeit für einen derartigen Schritt. «Ich habe die Erfahrung gemacht, dass unsere Gäste einen sensiblen Umgang mit der Corona-Situation zeigen und die Vorschriften beachten», sagt Geschäftsleiter Martin Domigall.

Mehr zum Thema

Corona-Virus: Weitere Ansteckungen in der Ostschweiz

In der Ostschweiz gibt es drei weitere Personen, die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben. Insgesamt sind es nun vier Fälle im Kanton St.Gallen, zwei in Appenzell Ausserrhoden und ein Fall im Kanton Thurgau.