Weihnachtspäckli im März

Mit der Aktion «Zweimal Weihnachten» unterstützt das Rote Kreuz Personen, die am Existenzminimum leben. Studenten von der HSG verpacken die Spenden.

Aliena Trefny
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Studentinnen und Studenten der HSG verpacken die gespendeten Lebensmittel in Taschen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Studentinnen und Studenten der HSG verpacken die gespendeten Lebensmittel in Taschen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Reges Treiben herrscht am Dienstag in der Halle der ehemaligen City Garage an der Zürcher Strasse. Gut 30 Studentinnen und Studenten von der Universität St.Gallen packen Lebensmittel und Kosmetikartikel in Tragtaschen. Das Ziel der Aktion «Zweimal Weihnachten» vom Roten Kreuz ist es, Familien und Einzelpersonen, die am Existenzminimum leben, etwas zu geben, das sie wirklich brauchen können. Der Inhalt einer Tragtasche ist zwischen 50 und 60 Franken wert. Damit soll das Budget eines Haushaltes entlastet werden.

Die mit Spenden gefüllten Taschen sollen an Bedürftige verteilt werden. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die mit Spenden gefüllten Taschen sollen an Bedürftige verteilt werden. (Bild: Hanspeter Schiess)

Zwischen Weihnachten und Neujahr war die Bevölkerung der ganzen Schweiz aufgefordert, Pakete mit Teigwaren, Mehl, Öl oder Pflegeprodukten an die Geschäftsstelle des Roten Kreuzes in Bern zu schicken. 60000 dieser Pakete wurden nach St.Gallen geliefert, um sie Haushalten mit beschränktem Budget zu schenken. Das sind etwa 10000 Pakete mehr als im vergangenen Jahr. Insgesamt wiegt das Material rund zehn Tonnen.

3200 Bestellungen aus dem ganzen Kanton

Studenten verpacken die Spenden. (Bild: Hanspeter Schiess)

Studenten verpacken die Spenden. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Studenten bereiten 3000 Tragtaschen vor, die im ganzen Kanton verteilt werden. Alberto Baumeler, Leiter Migration und Integration beim Roten Kreuz St. Gallen, erklärt, wie diese Tragtaschen zu den Bedürftigen gelangen: «Ich habe verschiedenste soziale Organisationen im ganzen Kanton kontaktiert. Diese haben mir mitgeteilt, wie viele Taschen ihre Gemeinden jeweils benötigen.» Freiwillige liefern die Produkte mit Bussen an die Organisationen, die sich wiederum um die Verteilung der Taschen an die Familien und Einzelpersonen kümmern.

Insgesamt werden 20 Tonnen Lebensmittel und Pflegeprodukte verpackt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Insgesamt werden 20 Tonnen Lebensmittel und Pflegeprodukte verpackt. (Bild: Hanspeter Schiess)

In den letzten Jahren sei die Zahl der Bestellungen stetig gestiegen. 3200 Bestellungen sind diesmal eingegangen. Für 200 davon reichen die Spenden nicht aus. Baumeler sagt, dass es bei vielen Personen, die von der Aktion profitieren, nicht offensichtlich sei, dass sie ein so knappes Budget hätten. Man sehe es den Familien kaum an, dass sie am Existenzminimum leben. Deshalb sei der Bevölkerung kaum bewusst, wie viele solche Haushalte es wirklich in der Schweiz gebe.

Freiwillige sind motiviert und engagiert

Die Spendenaktion «Zweimal Weihnachten» wird von Coop, SRG und Post unterstützt. Dank der Zusammenarbeit mit letzterer war der Versand der Spenden kostenlos. Im Radio wurde die Bevölkerung zum Spenden aufgerufen.

Die Taschen stehen zum Aufladen bereit. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Taschen stehen zum Aufladen bereit. (Bild: Hanspeter Schiess)

Für Alberto Baumeler ist diese Aktion etwas Spezielles: «Das Engagement, mit dem die Freiwilligen motiviert bei der Sache dabei sind, ist etwas sehr Schönes. Diese Unterstützung ist äusserst wertvoll.» Zwei Tage lang packen die Studentinnen und Studenten die Taschen und liefern schon einige an die sozialen Organisationen in den Gemeinden. Am Mittwoch kommen Angestellte der Crédit Suisse, die einen Freiwilligentag machen. Am Donnerstag und Freitag werden dann alle restlichen Taschen geliefert.

Hinter dem Namen der Aktion steht der Gedanke, dass die Personen, die zu Weihnachten Geschenke bekommen, einen Teil dieses Überflusses spendet. So verhelfen sie Familien und Einzelpersonen, die sonst ohne Luxus auskommen müssen, zu einem zweiten Mal Weihnachten im März.