Wegen Schneemangel: Zwei der drei Skilifte in der Region Rorschach sind diese Saison noch nie gelaufen

Und der Dritte musste für genügend Schnee tief in die Trickkiste greifen.

Astrid Zysset/Martin Rechsteiner
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Nur durch grossen Aufwand des Betreibers lag am Kinderlift Bischofsberg im Januar genug Schnee für den Betrieb.

Nur durch grossen Aufwand des Betreibers lag am Kinderlift Bischofsberg im Januar genug Schnee für den Betrieb.

Peter Eggenberger, Januar 2020

Die Bilanz der bisherigen Saison könnte düsterer nicht sein: Noch keinen einzigen Tag war der Skilift Grub-Kaien in Betrieb. Der Grund ist fehlender Schnee. Anfang März geht die Saison zu Ende und bis dahin sieht es laut ersten Prognosen nicht danach aus, als würde Frau Holle ihre Decke noch einmal schütteln.

Gemäss René Lanker, Präsident der Aktiengesellschaft, welche den Lift betreibt, halte sich der finanzielle Schaden aber in Grenzen: Dank Sponsorenbeiträge, Werbeeinnahmen und Bügelpatenschaften sei das Ergebnis der Saison «akzeptabel». Und Ebenfalls dank der Tatsache, dass der Lift durch die Einnahmen aus der Besenbeiz quersubventioniert wird.

Mitleid mit den Kindern

Genau gleich sieht es bei der Skilift Heiden AG aus. Auch sie zählt diese Saison bis jetzt null Betriebstage wegen fehlenden Schnees. Verwaltungsratspräsident Lukas Betschon hat Mitleid mit den Kindern, weil sie nicht zum Skifahren kommen. Und bedauert, dass der Skilift unter diesen Umständen aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verschwinde. Auch in Heiden decken Sponsorengelder und Einnahmen aus dem Fondue-Beizli die Kosten. Der Saisonschluss des Liftes steht noch nicht fest. Bei genügend Schnee gehe der Lift in Betrieb, sagt Betschon.

Kunstschnee, Textilien, Gletschermatten

Etwas glücklicher kann der Johannes Solenthaler, Betreiber des Kinderskilifts Bischofsberg, auf die bisherige Saison zurückschauen. An 40 Tagen lief sein Lift, die Schneesportschule Heiden konnte trainieren. Dafür griff Solenthaler nicht nur auf seine Beschneiungsanlage zurück, sondern schützte den Schnee zusätzlich noch mit Gletscherschutzmatten vor der warmen Witterung. «Zudem habe ich dieses Jahr erstmals an einigen Stellen eine spezielle Textil-Unterlage verwendet, die den Schnee ersetzt», sagt er.

Zu nass und zu warm

Doch derzeit ist auch Solenthaler machtlos, zu warm und zu nass ist das Wetter, der Kinderlift ist geschlossen. «Die Stürme, die warmen Nächte und der viele Regen lassen den Schnee sofort schmelzen.» Auf sein Betriebsziel, 70 bis 90 Skitage, kommt auch Solenthaler vermutlich nicht dieses Jahr. Am 22. März geht für ihn die Saison zu Ende. «Bis dahin wird der Skilift, wenn auch immer nur möglich, laufen», sagt er.

Auch Solenthalers finanzielle Einbussen halten sich trotz Schneearmut in Grenzen: «Ich kann auf einige Sponsoren zählen. Zudem erledige ich den Grossteil der Arbeit selber in meiner Freizeit. Das ist in diesem Sinne ja gratis.»

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